AT-5 Spandrel

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AT-5 Spandrel

AT-5 spandrel.JPG

Allgemeine Angaben
Typ: Panzerabwehrrakete
Heimische Bezeichnung: 9K113 Konkurs
NATO-Bezeichnung: AT-5 Spandrel
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Konstruktionsbüro KBP
Entwicklung: 1962
Indienststellung: 1974
Einsatzzeit: im Dienst
Technische Daten
Länge: 1,15 m
Durchmesser: 135 mm
Gefechtsgewicht: 16,5 kg
Spannweite: 468 mm
Antrieb: Feststoffraketentriebwerk
Geschwindigkeit: 200 m/s
Reichweite: 4.000 m
Ausstattung
Lenkung: SACLOS via Draht
Gefechtskopf: 2,7-kg-Hohlladung
Zünder: Aufschlagzünder
Listen zum Thema

AT-5 Spandrel ist der NATO-Codename für eine Panzerabwehrrakete aus sowjetischer Produktion. Der GRAU-Index lautet 9K113 Konkurs. Die Lenkwaffen tragen die Bezeichnung 9M113.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das Waffensystem wurde ab 1962 parallel mit der AT-4 Spigot entwickelt. Während die AT-4 als tragbares Raketenwaffe für den infanteristischen Einsatz vorgesehen war, sollte die schwerere AT-5 primär von Fahrzeugen aus abgefeuert werden. Entwickler beider Systeme war das Tula-Entwicklungsbüro. Die ersten Systeme wurden 1974 an die Sowjetarmee ausgeliefert.[1]

Technik[Bearbeiten]

Die 9M113-Lenkwaffen werden in versiegelten GFK-Transport- und Startbehältern aus dem Werk ausgeliefert. Der Transport- und Startbehälter wiegt beladen rund 25 kg und wird auf die 9P135M-Starteinheit aufgesetzt. Diese besteht aus einer Lafette, der 9S451M-Lenkeinheit sowie der 9Sh119M1-Tageslicht-Zieloptik mit vierfacher Vergrößerung.[2] An diese kann das 1PN86-1-Wärmebildgerät angeschlossen werden. Dieses erlaubt eine Zielerfassung auf Entfernungen von bis zu 3.500 m. Der Transport- und Startbehälter mit der Lenkwaffe wird auf die Starteinheit neben der Lenkeinheit aufgesetzt. Hat der Schütze das Ziel anvisiert, betätigt er den Auslöser und zündet damit die Ausstoßladung, welche die Lenkwaffe mit 64 m/s. aus dem Rohr ausstößt. In einer Entfernung von 10–15 m zündet das Feststoff-Marschtriebwerk und beschleunigt die Lenkwaffe auf 270 m/s.[3] Der Flugkörper erreicht durch seine Rotation eine stabile Flugbahn. Um die gesamte Reichweite von 4.000 m zu durchfliegen, benötigt die Waffe rund 20 Sekunden. Die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit beträgt 200 m/s.[4] Während des Fluges spult die Lenkwaffe einen Draht ab, über den sie Lenkkommandos erhält. Die AT-5 arbeitet nach dem SACLOS-Lenkprinzip (halbautomatische Kommandolenkung). Dabei verfolgt die 9S451M-Lenkeinrichtung die Lenkwaffe über einen an der Lenkwaffe angebrachten Infrarot-Strahler. Lenkkommandos werden in der Lenkeinheit errechnet und mittels der Drahtverbindung an die Lenkwaffe übermittelt. Während des Fluges brauchte der Schütze lediglich das Ziel im Fadenkreuz zu behalten. Alternativ lässt sich die Rakete auch per Hand steuern (MCLOS). Die 9M113-Lenkwaffe ist mit einem Hohlladungs-Gefechtskopf bestückt. Dieser hat eine Durchschlagsleistung von 500–650  mm Panzerstahl.[5] Mit der 9S451M-Starteinheit können auch die 9M111-Lenkwaffen der AT-4 Spigot verschossen werden.[4]

Neben der Ausführung für den tragbaren Einsatz durch die Infanterie, kommt die AT-5 auch auf verschiedenen Fahrzeugen zum Einsatz. Sie wird auf den Schützenpanzern BMP-2, BMD-2 und BRDM-2 als Panzerabwehr-Bordwaffe eingesetzt.[6] Als Nachfolgemodelle kommen inzwischen die AT-14 Spriggan und die AT-15 Springer zum Einsatz.[1]

Varianten[Bearbeiten]

  • AT-5A Spandrel-A (9K113, 9M113): Erste Serienversion ab 1974; mit 2,7 kg schwerer Hohlladung, Panzerdurchschlag 500–650 mm RHA.
  • AT-5B Spandrel-B (9K113M, 9M113M): Eingeführt 1985; mit verbesserter Elektronik und neuer Tandemhohlladung zur Bekämpfung von Reaktivpanzerung, Panzerdurchschlag 750–925 mm RHA.

Verbreitung[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Richard D. Jones: Jane’s Infantry Weapons 2009/2010. Jane’s Information Group; 35 edition (27. Januar 2009), ISBN 978-0-7106-2869-5.
  2. PALR-Raketenkomplex 9K113 Konkurs Raketen- und Waffentechnischer Dienst im Kdo. MB III, Zugriff: 5. August 2014
  3. ПТРК 9К113 «КОНКУРС» btvt.narod.ru, Zugriff: 5. August 2014
  4. a b Threat Support Directorate: OPFOR Worldwide Equipment Guide (WEG), TRADOC DCSINT, Fort Leavenworth, Sept 2001.
  5. Michal Fiszer: Russia's Tank Stoppers, Part 1 & 2. Journal of Electronic Defense (JED), Nov 2004.
  6. Противотанковый ракетный комплекс Конкурс-М new-factoria.ru, Zugriff: 5. August 2014