AT-Format

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Gehäuse-
formate
Ein typisches Baby-AT-Mainboard

Das AT-Format ( englisch advanced technology „fortgeschrittene Technologie“) ist ein Formfaktor für Gehäuse und Hauptplatinen von IBM PC-kompatiblen Personal-Computern. Der AT-Formfaktor ist der Vorgänger des ATX-Formats und der Nachfolger des XT-Formats (engl. extended technology). XT- und AT-Format wurden von IBM entwickelt.

Eingeführt wurde dieses Format mit dem IBM PC AT.

Unter Formfaktor versteht man einen Standard der Größe der Hauptplatine, Lochabstände bis hin zu Standards der Stromversorgung. Auch die Lage der Bauteile wird dadurch bestimmt.

Es gibt das normale AT-Format, und das etwas später entstandene Baby AT-Format (BAT). BAT ist von der Form her kompakter, passt aber in die gleichen Gehäuse.

Abmessungen Größe in mm Größe in Zoll
AT-Hauptplatine 305 × 279…330 12 × 11…13
Baby-AT-Hauptplatine 216 × 204…330 8,5 × 8…13
8-Bit-ISA-Steckkarte 107 × 333,5 × 12,7 4,2 × 13,13 × 0,5
16-Bit-ISA-Steckkarte 122 × 333,5 × 12,7 4,8 × 13,13 × 0,5
EISA-Steckkarte 127 × 333,5 × 12,7 5 × 13,13 × 0,5

Bekannt wurden die Computer der AT-Klasse durch den 80286-Prozessor von Intel (bzw. seine Nachfolger 80386, 80486, Pentium, …) und durch 16-Bit-ISA-Slots für Erweiterungskarten. Der 16-Bit-ISA-Bus wird daher auch oft AT-Bus genannt, der 8-Bit-ISA-Bus wurde XT-Bus genannt.

Hauptplatinen im AT- oder BAT-Format existieren auch mit Slots für andere Bussysteme. Üblich sind die Kombinationen 16-Bit-ISA-Slots + VLB-Slots, 16-Bit-ISA-Slots + PCI-Slots (i486 der letzten Generation und neuer) und als letzte Vertreter ihrer Art Slot-1- und Super-Sockel-7-Hauptplatinen mit 16-Bit-ISA-Slots + PCI-Slots + AGP-Slot. Ebenfalls im AT-Format erhältlich waren Hauptplatinen mit Extended ISA-Steckplätzen.

Der Ausschalter des AT-Gehäuses war direkt in die 127- bzw. 230-V-Versorgungsleitung des Netzteil geschleift und nicht, wie beim ATX-Format, mit der Hauptplatine verbunden. Der Rechner konnte daher nicht per Software aus- oder eingeschaltet werden. Die Geräte nahmen dafür, anders als heutige PCs, im ausgeschalteten Zustand keinen Strom auf. Ein softwaregesteuerter Standby-Modus war dennoch möglich, wurde aber erst mit der Einführung vom APM Energiesparstandard üblich, der erst zur ATX-Zeit eingeführt wurde. Vorher gab es bei AT-Rechnern proprietäre Standby-/Suspend-to-RAM-Modi, teilweise mit eigenem Standby-Taster am AT-Gehäuse. Das aufwecken aus dem Standby/Soft-Off per PCI-Karte wurde allerdings erst mit ATX1.0 eingeführt, bis heute aber fast nie praktisch realisiert.

Bei den ersten PCs war der Netzschalter hinten oder hinten seitlich direkt am Netzteil angeordnet. Bei späteren Gehäusetypen wurde er aus Bequemlichkeitsgründen an der Frontseite angebracht. Dafür musste ein Wechselspannung führendes Kabel quer durch das PC-Gehäuse geführt und oft zusätzlich an der Front geerdet werden. Die dafür verwendeten Kabel und Schalter waren allerdings weder in der elektrischen Beschaltung noch in der mechanischen Ausführung genormt, was den Austausch des Netzteils erschwerte.