A Coruña

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Dieser Artikel behandelt die spanische Stadt A Coruña; zu anderen gleichnamigen Bedeutungen siehe A Coruña (Begriffsklärung).
A Coruña
Wappen Karte von Spanien
Wappen von A Coruña
A Coruña (Spanien)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Galicien
Provinz: A Coruña
Koordinaten 43° 22′ N, 8° 24′ W43.362777777778-8.40472222222220Koordinaten: 43° 22′ N, 8° 24′ W
Höhe: msnm
Fläche: 37,83 km²
Einwohner: 245.923 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 6.500,74 Einw./km²
Postleitzahl: 15001 - 15011
Gemeindenummer (INE): 15030 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Nächster Flughafen: Flughafen A Coruña (Aeroporto de Alvedro)
Verwaltung
Bürgermeister: Carlos Negreira Souto (PP)
Offizielle Webpräsenz

A Coruña (offiziell und in galicischer Sprache; inoffiziell spanisch und ehemals amtlich La Coruña)[2] ist eine Stadt im äußersten Nordwesten von Spanien. Sie ist Hauptstadt der zur Autonomen Gemeinschaft Galicien gehörenden Provinz A Coruña. Die Stadt umfasst eine Gesamtfläche von 37,83 km² und zählt 245.923 Einwohner (Stand 1. Januar 2013), unter Einbeziehung der Vororte 407.150 Einwohner (Stand: Januar 2009).

Geschichte[Bearbeiten]

Der natürlich geschützte Hafen von La Coruña wurde von den Phöniziern, Kelten und später den Römern genutzt. Diese errichteten um 110 n. Chr. im damaligen Ardobicum Corunium den Herkulesturm, einen im Norden der Stadt gelegenen Leuchtturm, der noch heute an diese Zeit erinnert und seit Juni 2009 auf der Liste des UNESCO-Welterbes steht.[3]

Während der Herrschaft der Sueben im 5. Jahrhundert war Corunium zeitweise Hauptstadt des Königreiches.

Statue der María Pita

Unter dem spanischen Namen La Coruña findet die Stadt erstmals im 13. Jahrhundert urkundliche Erwähnung. Die Blütezeit der Stadt lag im 14. und 15. Jahrhundert, als sie sich zum Zielhafen englischer Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela entwickelte. Heute ist die Route des Camino Inglés wieder mit der Jakobsmuschel gekennzeichnet. Im Jahr 1588 war die Stadt Ferrol (Provinz A Coruña) Station der spanischen Armada auf ihrem Weg nach England. In der Folge wurde A Coruña im Jahr 1589 von einem englischen Flottenverband unter der Führung von Sir Francis Drake angegriffen, dabei jedoch nicht eingenommen. Die erfolgreiche Verteidigung der Stadt wird, gemäß der Überlieferung, mit der Bürgerin María Pita in Zusammenhang gebracht, nach der auch heute noch der Hauptplatz der Stadt benannt ist. María Pita, eine Metzgersfrau, hob sich bei der Bekämpfung der englischen Freibeuter um den Piraten Sir Francis Drake 1589 durch ihre Hartnäckigkeit hervor. Sie wird heute noch als Heldin und als Symbol für Freiheit gesehen.

Während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges (1808–1814) fand am 16. Januar 1809 die Schlacht von A Coruña statt. Dort bekämpften sich ein französisches Heer unter Marschall Soult und ein britisches Expeditionsheer unter Sir John Moore. Die Schlacht endete unentschieden.

Unmittelbar zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges gelang es dem putschenden Militär, die Kontrolle über A Coruña zu erlangen. Republikaner versuchten verzweifelt den Putsch in blutigen Kämpfen niederzuringen. Bei diesen Kämpfen versuchten unzählige Republikaner ohne Waffen vergeblich, die Kaserne der Guardia Civil zu erstürmen. Armeeoffiziere, Sturmgardisten (städtische Polizei) und 200 Zivilgardisten, die sich dem Militärputsch widersetzt hatten, wurden von dem putschenden Militär liquidiert. Hingerichtet wurden unter anderem der Oberbefehlshaber der Region, General Enrique Salcedo, der Ortskommandant von A Coruña General Rogelio Caridad Pita und der Zivilgouverneuer Pérez Carballo mit seiner schwangeren Frau Juanita Capdevilla. A Coruña wurde zum Zentrum des Militärputsches und eine Bastion der Nationalisten in Galicien.[4]

Klima[Bearbeiten]

Die Stadt A Coruña ist direkt am Atlantik gelegen und ist durch ein entsprechend mildes Klima gekennzeichnet. Temperaturen unter 10 °C sind selten, dafür befindet sich A Coruña im niederschlagreichsten Gebiet Spaniens.

A Coruña
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
128
 
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8
 
 
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9
 
 
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16
9
 
 
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17
11
 
 
42
 
20
14
 
 
30
 
22
16
 
 
35
 
23
16
 
 
68
 
22
15
 
 
110
 
19
13
 
 
114
 
16
10
 
 
135
 
14
9
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für A Coruña
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 13,1 13,7 14,9 15,5 17,4 19,8 21,8 22,5 21,5 18,7 15,8 14 Ø 17,4
Min. Temperatur (°C) 7,6 8 8,6 9,4 11,4 13,7 15,6 16 14,8 12,6 10,3 8,9 Ø 11,4
Niederschlag (mm) 128 102 79 85 80 42 30 35 68 110 114 135 Σ 1.008
Sonnenstunden (h/d) 3,3 3,9 4,8 5,6 6,4 7,3 8,0 7,6 5,8 5,0 3,7 3,0 Ø 5,4
Regentage (d) 17 17 15 17 16 10 8 9 11 16 17 18 Σ 171
Luftfeuchtigkeit (%) 77 76 74 76 78 79 79 79 79 79 79 78 Ø 77,8
T
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m
p
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a
t
u
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13,1
7,6
13,7
8
14,9
8,6
15,5
9,4
17,4
11,4
19,8
13,7
21,8
15,6
22,5
16
21,5
14,8
18,7
12,6
15,8
10,3
14
8,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Gegenwart[Bearbeiten]

In den letzten Jahren ist die Stadt durch verschiedene Infrastruktur- und Stadtentwicklungs-Projekte, insbesondere im Bereich des Verkehrs, der Kultur, des Sports und der Freizeit weiterentwickelt worden. Erhöhte Anstrengungen wurden insbesondere unternommen, um den Küstenbereich (Strand und Promenade) der Stadt wiederherzustellen. Diese Bemühungen sind darauf gerichtet, den traditionellen Charakter der Stadt, der seit Jahrzehnten von der ansässigen Verwaltung, vom Handel, vom Hafen und vom Tourismus geprägt worden ist, in das 21. Jahrhundert zu übertragen. Auf dem Gebiet der Wissenschaft hat insbesondere die vom Stadtrat im Jahr 1983 gegründete Institution „Haus der Wissenschaften“ eine überregionale Bedeutung erlangt. Zu dieser Institution gehören das Planetarium, das populärwissenschaftliche „Haus des Menschen“ (Domus) sowie das Aquarium „Aquarium Finisterrae“ (Casa de los Peces) der Stadt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert sind unter anderem die Stadtstrände (Riazor, Orzan), Hafen umgeben mit Galerie-Häusern und der Herkules-Turm, der als ältester Leuchtturm der Welt gilt.

Strand in A Coruña

Panorama[Bearbeiten]

Panorama von A Coruña, aufgenommen vom Leuchtturm von Mera. Blick vom Castillo de San Anton bis zum Herkulesturm

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

Die Endesa Termic ist einer der höchsten Schornsteine Europas.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Provinz A Coruña ist die derzeit reichste Region Galiciens und erwirtschaftete ca. ein Drittel des galicischen BIPs. Die größte Bedeutung hat der Dienstleistungssektor und dort insbesondere der Finanzsektor, gefolgt von Hafenaktivitäten wie Handel und Fischerei. Der industrielle Sektor ist von geringerer Bedeutung.

Hafen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hafen A Coruña

A Coruña besitzt mit einer Wasserfront von 6 km und einem jährlichen Handelsvolumen von ca. 13 Millionen Tonnen den größten Hafen Galiciens. Die größten Umschlagsmengen sind Flüssigmassengüter wie Rohöl und Bioethanol, gefolgt von festen Massengütern wie Kohle, Holz, Zement und Erzen. Andere Güter und der Containerverkehr spielen nur eine geringere Rolle. Die angelandete Fischmenge ist die zweitgrößte Galiciens und der Fischmarkt ist einer der bedeutendsten Spaniens. Der Hafen ist auch Zwischenstation von Kreuzfahrtschiffen. So zählte die Stadt im Jahr 2007 etwa 40.000 Besucher von 62 Schiffen.

Industrie[Bearbeiten]

Die Stadt besitzt zwei Industriegebiete mit mehr als 600 Unternehmen. Darunter eine Ölraffinerie der Firma Repsol YPF und ein Betrieb des Aluminiumproduzenten Alcoa. Weiterhin ist A Coruña Sitz von Fadesa Inmobiliaria, einem führenden (und ehemals im IBEX 35 notierten) Immobilienunternehmen. Auch der Konzern Inditex, der mit seinen Marken wie etwa Zara zu den größten Textilkonzernen der Welt gehört, hat seinen Sitz in A Coruña, wenngleich sich die Konzernzentrale mittlerweile in der Nachbargemeinde Arteixo befindet.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus in der Stadt ist in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch den Besuch von Kreuzfahrtschiffen, stark gewachsen. So konnte A Coruña 2006 zum ersten Mal so viele Besucher begrüßen wie es Einwohner hat. Einer der Anziehungspunkte ist die Strandpromenade, die nach ihrer endgültigen Fertigstellung 13 km messen wird. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das an der Hafenmole gelegene Castillo de San Anton aus dem 16. Jahrhundert, in dem sich heute das archäologische Museum befindet, der Herkulesturm und das Museo de Belas Artes in dem unter anderem Werke von Goya zu sehen sind. Die älteste Kirche der Stadt ist die dem heiligen Jakobus geweihte Ingesa de Santiago aus dem 12./13. Jahrhundert. Die beiden wichtigsten Strände der Stadt sind Orzán und Riazor, die sich unterhalb der Strandpromenade befinden. Das wichtigste touristische Ereignis ist die jährlich am 23. Juni begangene Nacht des San Juan, welche mit Hexenumzug, Feuerwerk und Johannisfeuern auf den Stadtstränden begangen wird.

Sport[Bearbeiten]

Die Stadt beherbergt den Fußballverein Real Club Deportivo de La Coruña, der seit Ende 1990er Jahre bereits mehrfach erfolgreich in der UEFA Champions League aufgetreten ist.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGesetz 2/1998, vom 3. März, über die Änderung der Namen der Provinzen La Coruña und Orense. In: BOE núm. 54, S. 7392. 4. März 1998, abgerufen am 17. Februar 2013 (PDF, 43KB, spanisch).
  3. Pressemitteilung der UNESCO, (in engl. Sprache), 27. Juni 2009
  4. Heleno Saña, Die libertäre Revolution (Die Anarchisten im spanischen Bürgerkrieg), ISBN 3-89401-378-8, 1. Auflage. S. 55.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: A Coruña – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien