Aach (Hegau)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Aach
Aach (Hegau)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Aach hervorgehoben
47.8455555555568.8516666666667545Koordinaten: 47° 51′ N, 8° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Konstanz
Höhe: 545 m ü. NHN
Fläche: 10,69 km²
Einwohner: 2161 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 202 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78267
Vorwahl: 07774
Kfz-Kennzeichen: KN
Gemeindeschlüssel: 08 3 35 001
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 16
78267 Aach
Webpräsenz: www.aach.de
Bürgermeister: Severin Graf (CDU)
Lage der Stadt Aach im Landkreis Konstanz
Bodensee Bodenseekreis Landkreis Waldshut Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Tuttlingen Landkreis Sigmaringen Aach (Hegau) Allensbach Bodman-Ludwigshafen Büsingen am Hochrhein Stockach Eigeltingen Engen Gaienhofen Gailingen am Hochrhein Gottmadingen Hilzingen Hohenfels (bei Stockach) Konstanz Mainau Moos (am Bodensee) Mühlhausen-Ehingen Mühlingen Öhningen Orsingen-Nenzingen Radolfzell am Bodensee Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Reichenau (Landkreis Konstanz) Rielasingen-Worblingen Singen (Hohentwiel) Steißlingen Stockach Tengen Volkertshausen SchweizKarte
Über dieses Bild

Aach ist eine Stadt im Landkreis Konstanz im Süden von Baden-Württemberg. Die Stadt ist bekannt durch den Aachtopf, die stärkste Quelle in Deutschland. Zur Stadt Aach gehören außer der gleichnamigen Kernstadt keine weiteren Ortschaften.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Stadt Aach. Ansicht von Süden.

Aach liegt im Hegau, einer vulkanisch geprägten Landschaft zwischen Bodensee und dem Schweizer Kanton Schaffhausen. Nördlich schließt sich hinter der Oberen Donau die Schwäbische Alb an. Wenige Kilometer östlich bzw. südöstlich liegen die Bodensee-Arme Überlinger See und Zeller See. Die Grenze zur Schweiz ist im Südosten etwa 14 Kilometer entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Norden an Eigeltingen, im Osten an Orsingen-Nenzingen, im Süden an Volkertshausen und im Westen an Mühlhausen-Ehingen.

Flächennutzung[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle zeigt die Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung jeweils zum 31. Dezember des angegebenen Jahres:

Flächennutzung[2] 1988 2000 2010
Landwirtschaftsfläche 50,7 % 47,9 % 42,6 %
Waldfläche 40,4 % 40,7 % 41,8 %
Siedlungs- und Verkehrsfläche 7,9 % 10,6 % 13,3 %
Wasserfläche 0,7 % 0,6 % 1,1 %
übrige Nutzungsarten 0,3 % 0,2 % 1,2 %

Geschichte[Bearbeiten]

Stadt Aach, Ansicht von Aufstieg zum Alten Turm

Aach wurde im Jahre 1100 erstmals urkundlich erwähnt. Aus dem Jahr 1150 ist der Name Oppidum Ach in Hegovia bezeugt. Das Stadtrecht wurde Aach 1283 durch König Rudolf I. verliehen. Aach blieb für die nächsten Jahrhunderte Teil von Vorderösterreich. 1465 kaufte das Haus Habsburg die Landgrafschaft Nellenburg, in der die Stadt lag.[3] Im Jahr 1499 wurde in der Region im Schwabenkrieg – zwischen dem Schwäbischen Bund und der Schweiz – um die Vorherrschaft gekämpft. Nur 26 Jahre später, im Jahr 1525, war Aach Schauplatz im Deutschen Bauernkrieg: Der Hegauer Adel floh vor aufständischen Bauern in die Stadt, woraufhin diese von den Aufständischen besetzt wurde. Bereits im September des Jahres waren die Aufstände jedoch niedergeschlagen.

Am 25. März 1799 fanden hier Gefechte zwischen den Österreichern und Franzosen in den Koalitionskriegen statt. Nach der Niederlage Österreichs im Dritten Koalitionskrieg 1805 kam Aach zunächst zu Württemberg, im folgenden Jahr nach erneuter Gebietsänderung schließlich zum Großherzogtum Baden. Dort gehörte die Stadt lange zum Landkreis Stockach und kam bei der Kreisreform 1973 zum Landkreis Konstanz.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Stadt Aach hat 2166 Einwohner (30. September 2011). Das Bevölkerungswachstum war vor allem von 1987 bis 2005 sehr stark, die Einwohnerzahl erhöhte sich in diesem Zeitraum um insgesamt 61 Prozent bzw. um jährlich durchschnittlich 2,7 Prozent. Den historischen Höchststand erreichte die Einwohnerzahl mit 2230 Personen zum Jahresende 2005; seitdem geht die Bevölkerung leicht zurück. Der Ausländeranteil liegt mit 8,8 Prozent unter dem Wert des Landkreises Konstanz (11,5 Prozent; jeweils am 31. Dezember 2010).

Entwicklung der Einwohnerzahl:[4]

1871−1970, 1987: Volkszählungsergebnisse; 1980, 1990–2010: Fortschreibungen des Bevölkerungsstands zum 31. Dezember des Jahres


Entwicklung des Ausländeranteils:[4]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister von Aach: Severin Graf

Die Stadt gehört wie Mühlhausen-Ehingen der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Engen an.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Aacher Bürgermeister ist hauptamtlicher Beamter auf Zeit. Am 6. Dezember 2001 begann die erste Amtsperiode von Severin Graf, der im Jahr 2009 wiedergewählt wurde.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte zu folgendem Ergebnis:[5]

Partei Stimmen +/− Sitze +/−
FWV 42,3 % (+3,6) 5 (+1)
SPD 24,5 % (−4,0) 2 (−1)
CDU 23,9 % (−9,0) 2 (−1)
FDP 9,3 % (+9,3) 1 (+1)

Die Wahlbeteiligung lag bei 52,0 % und war damit um 2,4 Prozentpunkte geringer als bei der Kommunalwahl 2004.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein doppelgeschwänzter goldener Löwe mit drei zwischen den Pranken verteilten sechsstrahligen silbernen Sternen.“ Die Aacher Stadtfarben sind Weiß-Rot.

Justiz[Bearbeiten]

Aach liegt im Bezirk des Amtsgerichts Singen. Die übergeordneten Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit sind das Landgericht Konstanz und das Oberlandesgericht Karlsruhe. Weiterhin sind für Rechtsstreitigkeiten aus Aach das Arbeitsgericht Lörrach und das Sozialgericht Konstanz örtlich zuständig. Zuständiges Verwaltungsgericht ist das Verwaltungsgericht Freiburg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alter Turm von Aach
Der Aachtopf

Bauwerke[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet von Aach befindet sich der Aachtopf, die stärkste Quelle Deutschlands. Der Aachtopf ist die Quelle der in den Bodensee mündenden Radolfzeller Aach. Sie wird vom Wasser der Donau gespeist, das in Richtung Norden etwa zwölf Kilometer (Luftlinie) von der Aachquelle entfernt zwischen Immendingen und Fridingen im verkarsteten Kalkgestein des Weißen Jura versickert (Donauversickerung) und hier mit durchschnittlich 8.300 l/s (Minimum 1.300 l/s, Maximum 24.100 l/s) Schüttung austritt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der nächste Bahnhof liegt fünf Kilometer entfernt in Mühlhausen-Ehingen. Anschluss an Fernzüge hat man vom zwölf Kilometer entfernten Singen oder vom sechs Kilometer entfernten Bahnhof in Engen. Busverbindungen gehen nach Singen, Stockach und in Richtung Engen. Aach liegt unweit des Autobahnkreuzes Hegau. Über die A 81, die A 98 sowie die zweispurige B 33 bestehen schnelle Verbindungen in alle Richtungen. Die Stadt liegt außerdem an der B 31 (Freiburg im BreisgauFriedrichshafen).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In der Stadt Aach sind verschiedene Gewerbebetriebe ansässig, zum Großteil in einem interkommunalen Gewerbegebiet mit der Gemeinde Volkertshausen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Aach gibt es eine öffentliche Grundschule mit 76 Schülern und einem Anteil ausländischer Schüler von 11,8 Prozent (Schuljahr 2010/2011). Die öffentliche Hauptschule wurde im Sommer 2010 geschlossen, nachdem diese Schule im letzten Schuljahr nur noch von 13 Schülern besucht wurde. In Aach existieren keine privaten allgemeinbildenden Schulen.

In Aach gibt es zudem einen Kindergarten.

Sonstiges[Bearbeiten]

In der alphabetischen Auflistung aller deutschen Städte steht Aach an erster Stelle.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Struktur- und Regionaldatenbank, abgerufen am 12. Februar 2012.
  3. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelealter, Erlangen 1863, Seite 1
  4. a b Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Struktur- und Regionaldatenbank, abgerufen am 10. Februar 2012.
  5. Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg - abgerufen am 12. Juni 2009.