Aadorf

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Aadorf
Wappen von Aadorf
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilenw
BFS-Nr.: 4551i1f3f4
Postleitzahl: 8355
Koordinaten: 709940 / 26138047.4939818.897641521Koordinaten: 47° 29′ 38″ N, 8° 53′ 52″ O; CH1903: 709940 / 261380
Höhe: 521 m ü. M.
Fläche: 20.0 km²
Einwohner: 8473 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 424 Einw. pro km²
Website: www.aadorf.ch
Karte
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Über dieses Bild
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Bahnhof Aadorf
Katholische Kirche
Evangelische Kirche
Restaurant El Capone, altes Fachwerkgebäude
Brücke über die Lützelmurg

Aadorf (im einheimischen Dialekt jünger [ˈaːdo(ːr)fˑ], älter Oodereff [ˈɔːdərəfˑ])[2][3] ist eine politische Gemeinde im Bezirk Münchwilen des Kantons Thurgau, Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Aadorf setzt sich aus den Ortsgemeinden Aadorf, Aawangen, Ettenhausen, Guntershausen, Häuslenen und Wittenwil zusammen. Sie ist mit rund 8.500 Einwohnern die siebtgrösste Gemeinde im Thurgau und liegt an der Grenze zum Kanton Zürich. Durch Aadorf fliesst die Lützelmurg, ein westlicher Nebenfluss der Murg.

Aadorf grenzt im Norden an die Kantonshauptstadt Frauenfeld, im Westen an Hagenbuch, Elgg, Hofstetten und Turbenthal (alle vier im Kanton Zürich), im Nordosten an Matzingen, im Osten an Wängi und im Süden an Bichelsee-Balterswil.

Verkehr[Bearbeiten]

Aadorf verfügt über einen Bahnhof an der SBB-Linie von Winterthur nach St. Gallen, welcher durch die S35 der regionalen SBB-Tochter Thurbo im Halb-Stundentakt bedient wird. Vom Bahnhof Aadorf führt eine Postautolinie nach Frauenfeld und nach Ettenhausen. Aadorf hat Anschluss an die Autobahnen A1 und A7.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Jahre 2008 bot Aadorf 2998 Beschäftigten eine Arbeitsstelle. Davon entfielen 150 (5 %) auf den ersten-, 1444 (48 %) auf den zweiten- und 1404 (47 %) auf den dritten Sektor.[4]. Eines der bedeutendsten Unternehmen ist die Griesser AG.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert ist die katholische Kirche St. Alexander. Sie wurde in den Jahren 1863–65 nach Plänen von Joachim Brenner und Johann Christoph Kunkler unter Verwendung des Turmschafts von 1478 neu gebaut. Im Innern sind Glasgemälde von Ferdinand Gehr zu sehen.

Auf dem Gemeindegebiet von Aadorf liegt auch das ehemalige Kloster Tänikon, heute eidgenössische landwirtschaftliche Forschungsanstalt.

Klima[Bearbeiten]

In Strahlungsnächten im Winter wird beim Kloster Tänikon, wo die MeteoSchweiz eine Wetterstation betreibt, oft die tiefste Temperatur im Flachland des Schweizer Mittellands gemessen.[5] Der absolute Tiefstwert war -29,9 °C am 12. Januar 1987.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit sind Streufunde Gräber aus der Bronzezeit. Im 6. bis 8. Jahrhundert wandern die Alemannen in die Region ein. 886 wird die Eigenkirche zu Ahadorf (‚Dorf an der Aha, d. h. an der Lützelmurg‘)[2][3] der Grafen im Linzgau erwähnt, an die um 890 eine Kleriker-Gemeinschaft angegliedert wird, die Udalrich IV. 894 mit ihren Gütern unter die Herrschaft des Abtes von St. Gallen stellte. Nach den Appenzellerkriegen sah sich letzterer genötigt, Aadorf dem Kloster Tänikon zu verkaufen. Später wurde das Kirchengut Eigentum des Klosters Rüti, von dem es später an den Kanton Zürich abgetreten wurde, welcher später die Reformation in Aadorf einführte.[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Knoepfli: Geschichte von Aadorf. 1987.
  • Jens Lieven: Presenti diffidens instabilitati – Zur Frühgeschichte des Monasteriums Aadorf aus adelsgeschichtlicher Sicht, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 122. Jg. 2004, S. 3–21 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aadorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Eugen Nyffenegger, Oskar Bandle et al.: Thurgauer Namenbuch 1.1: Die Siedlungsnamen des Kantons Thurgau (A–I). Huber, Frauenfeld 2003, ISBN 3-7193-1309-3, S. 174f., s. v. Aadorf. Angegebene Lautschrift: ā́dōrf̄, ā́dọ̄rf̄, ā́dof̄, ǭdǝrǝf̄. Vgl. Aadorf unter ortsnamen.ch.
  3. a b Philipp Obrist, Andres Kristol: Aadorf TG (Frauenfeld). In: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 73. Angegebene Lautschrift: [ˈaːdoːrfː, ˈaːdofː], älter [ˈɔːdərəfː].
  4. Statistik Kanton TG: Beschäftigte nach Gemeinden (PDF; 194 kB)
  5. Z.B. Blick.ch: 1. März 2005, Nzz.ch: 28. November 2008, 20min.ch: 12. Januar 2009
  6. Über Aadorf. Grafik der Tiefstrekordwerte. In: www.meteoschweiz.admin.ch. MeteoSchweiz, 15. Januar 2012, abgerufen am 17. Juli 2013.
  7. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 2, Stichwort Aadorf  (Scan der Lexikon-Seite).