Aaron Halle-Wolfssohn

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Aaron Halle-Wolfssohn (* 1754 oder 1756, vermutlich in Halle; † 1835 in Fürth) war ein deutsch-jüdischer Autor, Pädagoge und Vertreter der jüdischen Aufklärung.

Leben[Bearbeiten]

Aaron Halle-Wolfssohn verbrachte seine Kindheit und Jugend in Fürth, sein Vater Wolf Halle praktizierte dort als Arzt am jüdischen Krankenhaus. 1785 ging er nach Berlin, wo er die Bekanntschaft des Kreises der Aufklärer um Moses Mendelssohn machte. 1792 war er an der Gründung der Gesellschaft der Freunde beteiligt. Im selben Jahr wechselte er nach Breslau, um an der dortigen Wilhelmsschule, einer säkularen Bildungseinrichtung für jüdische Knaben, als Lehrer zu wirken, und wurde 1804 zu deren Direktor ernannt. Von 1807 bis 1813 war er der Privatlehrer des späteren Komponisten Giacomo Meyerbeer. Seinen Lebensabend verbrachte er wieder in Fürth, wo er im Jahr 1835 verstarb.

Zu Halle-Wolfssohns wichtigsten Werken zählen neben diversen Artikeln in der Zeitschrift Ha-Meassef, als deren Herausgeber er einige Jahre lang fungierte, das Hebräisch-Lehrbuch Abtalion (1790), die Programmschrift Jeschurun (1804), aber auch zwei Komödien.

Werke[Bearbeiten]

  • Abtalion. Berlin: Jüdische Freischule 1790.
  • Leichtßin und Frömmelei. Ein Familien Gemählde in drei Aufsügn. Breslau 1796.
  • Jeschurun, oder unparteyische Beleuchtung der dem Judenthume neuerdings gemachten Vorwürfe. In Briefen. Breslau 1804.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jutta Strauss: Aaron Halle Wolfssohn. Ein Leben in drei Sprachen. In: Anselm Gerhard (Hrsg.): Musik und Ästhetik im Berlin Moses Mendelssohns. Tübingen 1999.
  • Bernhard Klöckner: Halle-Wolfssohn, Aaron: Leichtßin und Frömmelei, ein Familien Gemählde in drei Aufsügn. In: Heide Hollmer, Albert Meier (Hrsg.): Dramenlexikon des 18. Jahrhunderts. München: C. H. Beck 2001. S. 125–126.