Aartalsperre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aartalsperre
Die Aartalsperre von Niederweidbach aus gesehen
Die Aartalsperre von Niederweidbach aus gesehen
Lage: Lahn-Dill-Kreis
Zuflüsse: Aar, Stadterbach, Wilsbach, Weidbach und Meerbach
Abflüsse: Aar
Größere Orte in der Nähe: Bischoffen, Niederweidbach
Aartalsperre (Hessen)
Aartalsperre
Koordinaten 50° 41′ 50″ N, 8° 28′ 30″ O50.6972222222228.475Koordinaten: 50° 41′ 50″ N, 8° 28′ 30″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1984–1991
Höhe über Talsohle: 14 m
Höhe über Gründungssohle: 15 m
Höhe der Bauwerkskrone: 272,5 m ü. NN
Bauwerksvolumen: 90.000 m³
Kronenlänge: 270 m
Kronenbreite: 6 m
Böschungsneigung luftseitig: 1:2
Böschungsneigung wasserseitig: 1:1,8
Kraftwerksleistung: 0,25 MW
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 270 m ü. NN
Wasseroberfläche 57 ha (93,5 ha bei max. Füllung beide Seen zusammen)dep1
Speicherraum 4,085 Mio. m³
Einzugsgebiet 60,5 km²
Bemessungshochwasser: 75 m³/s
Aartalsperre-Lageplan.jpg
Lageplan der Aartalsperre

Die Aartalsperre liegt im oberen Aartal im Lahn-Dill-Kreis in der Gemeinde Bischoffen und Hohenahr etwa 15 km nordwestlich von Gießen in Hessen. Auch direkt am See liegen Ahrdt und Mudersbach, beide gehören der Gemeinde Hohenahr an. Die Talsperre staut seit 1991 die Aar auf, einen linken Nebenfluss der Dill im Gladenbacher Bergland. Zuflüsse zum Stauraum sind: Stadterbach, Wilsbach (zum Vorbecken), Weidbach und Meerbach (zum Hauptbecken).

Nutzung[Bearbeiten]

Die Talsperre dient hauptsächlich dem Hochwasserschutz für Aar und Dill. Im Winter ist die Talsperre mit 1,33 Millionen m³ gefüllt, im Sommer sind es 1,84 Millionen m³. Weitere Nutzungen sind Niedrigwasseraufhöhung, Stromerzeugung, Fischerei und Freizeiterholung. Damit soll die Talsperre auch die Region wirtschaftlich beleben. Der See wurde 1992 als Badesee freigegeben.

Betreiber ist der Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises bzw. der Wasserverband „Dillgebiet“.

Hauptdamm

Hauptdamm[Bearbeiten]

Der Staudamm der Aartalsperre ist ein Steinschüttdamm aus Grauwacke- und Plattenschiefer-Gestein. Im Taltiefsten hat der Damm eine Höhe von rund 14 m.

Grundablass

Entnahmeeinrichtungen[Bearbeiten]

Das Grundablassbauwerk mit der Hochwasserentlastung wurde in den Hauptdamm integriert. Das Wasser kann durch vier Rohre mit unterschiedlichen Durchmessern entnommen werden. Außerdem ist hier auch die Turbine zur Stromerzeugung untergebracht, über die auch die Wasserabgabe der Talsperre gesteuert wird.

Wasserkraftanlage[Bearbeiten]

In der Wasserkraftanlage ist eine Durchströmturbine für kleinere Wassermengen bis 4 m³/s eingebaut. Ihre maximale Leistung ist 250 kW. Der Strom wird nicht den ganzen Tag über erzeugt, sondern nur zu Zeiten des Spitzenbedarfs. Das sich aufstauende Wasser wird so schwallweise abgelassen, wodurch der Wasserspiegel schwanken kann.

Der Stausee im abgelassenen Zustand

Stausee[Bearbeiten]

Der Stausee ist relativ flach und hat eine große Oberfläche. Deswegen wurde das Hauptbecken und die Vorsperre in einigen Bereichen vertieft, damit das Wasser überall mindestens 1,20 bis 1,50 m tief ist, um einer Eutrophierung, das heißt einem biologischen „Umkippen“ des Wassers, vorzubeugen. Außerdem wurden alle oberhalb der Talsperre liegenden Orte an die Kanalisation angeschlossen, die das Abwasser um die Talsperre herum zur gleichzeitig erbauten Kläranlage bei Bischoffen führt.

Der See als Segel- und Angelrevier
Aartalsperre, südöstlicher Teil
Aartalsperre, westlicher Teil

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten]

Auf einer Gesamtfläche von 82 ha bieten sich viele Freizeitmöglichkeiten. Es gibt Liegewiesen und einen Sandstrand zum Baden, weiterhin einen Segel- und Surfclub und gute Möglichkeiten für Angler.

Ein ausgebauter Weg für Fußgänger, Jogger, Inlineskater und Radfahrer führt um den See herum. Im Sommer wird der See durch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bewacht.

Vorsperre

Vorsperre[Bearbeiten]

Die Vorsperre hat ganzjährig einen Dauerstau, der 2–3 m über dem schwankenden Wasserstand der Hauptsperre liegt. Da die Hauptsperre unter anderem auch fischereilich genutzt wird und die Fische nicht in das Naturschutzgebiet Vorsperre wandern sollten, wurde auf einen Fischaufstieg von der Haupt- in die Vorsperre verzichtet.

Zwei zusätzliche Gebiete mussten eingedeicht werden, um die Ortschaften Ahrdt und Mudersbach vor Überflutungen zu schützen. Der eine Damm ist ca. 730 m lang und etwa 6,50 m hoch, der andere etwa 490 m lang und 2,5 m hoch.

Naturschutzgebiet

Naturschutz[Bearbeiten]

Die Vorsperre steht unter Naturschutz. Durch den Bau von 21 Inseln mit unterschiedlichem Aufbau und Oberflächengestaltung wurde ein einzigartiges Naturschutzgebiet geschaffen, das von zahlreichen seltenen Vogelarten bevölkert wird. Auch um die Vorsperre herum führt ein Wanderweg, von dem aus man die vielen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aartalsperre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]