Abala (Niger)

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Landgemeinde Abala
Landgemeinde Abala (Niger)
Landgemeinde Abala
Landgemeinde Abala
Koordinaten 14° 56′ N, 3° 26′ O14.9305555555563.4333333333333Koordinaten: 14° 56′ N, 3° 26′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Abala
Einwohner 75.177 (2010)

Abala ist eine Landgemeinde und der Hauptort des Departements Abala in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Abala liegt in der Sahelzone am Dallol Bosso und grenzt im Norden an den Nachbarstaat Mali. Die Nachbargemeinden in Niger sind Tillia im Osten, Sanam im Südosten, Kourfeye Centre im Süden, Filingué im Südwesten und Banibangou im Westen. Das Gemeindegebiet ist in 45 administrative Dörfer, 32 traditionelle Dörfer, 72 Weiler, vier Lager und fünf Wasserstellen gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist Abala, bestehend aus den administrativen Dörfern Abala Arabe I, Abala Arabe II, Abala Guirnazan, Abala Maidagi, Abala Moulela und Abala Toudou.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hauptort Abala wurde 1931 von Zuwanderern aus Filingué gegründet, die ihre ersten Häuser an der Wasserstelle Abalé (Tuareg für „hervorsprudeln“) bauten. Siedler aus Sanam legten 1947 die Dörfer Kourfa und Djakassa an. Das Dorf Tabotakit (übersetzt „zwischen den Dünen“) wurde 1948 und das Dorf Chimbarkawane (übersetzt „junges Nashorn“) 1955 gegründet. Diese und weitere administrative Dörfer waren wiederum Ausgangspunkte für die Anlage umliegender Weiler.[3] Abala erhielt 1964 den Status eines Verwaltungspostens (französisch poste administratif).[4] Die große Dürre von 1968 bis 1976 brachte die weitere Siedlungstätigkeit weitgehend zum Erliegen.[5] Der Ort wurde 2002 wie Kourfeye Centre und Sanam aus dem Kanton Kourfey herausgelöst und zur eigenständigen Landgemeinde. 2009 versuchten Überschwemmungen in zahlreichen Dörfern der Gemeinde materielle Schäden, von denen 7210 Einwohner unmittelbar betroffen waren.[6] Der Verwaltungsposten von Abala wurde 2011 aus dem Departement Filingué herausgelöst und zum Departement Abala erhoben.[7] In der Gemeinde wurde im März 2012 infolge des Konflikts in Nordmali ein Flüchtlingslager eingerichtet. Das Lager beherbergte im Oktober 2013 über 14.000 Menschen, vor allem Tuareg aus der malischen Gemeinde Andéramboukane.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Abala 56.803 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 75.177 Einwohner berechnet.[9] Rund 80 % der Bevölkerung von Abala wurden 2011 in einer Studie der französischen Nichtregierungsorganisation ACTED als arm oder sehr arm eingestuft. Mehr als 81 % der Einwohner hatten keinen Zugang zu Latrinen in der näheren Umgebung.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Übergang der Zone des Agropastoralismus des Südens zur Zone der reinen Weidewirtschaft des Nordens.[11] Durch Abala verläuft die Nationalstraße 25, die den Ort mit den Nachbargemeinden Filingué und Sanam verbindet.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Xavier Bernier: Les consequénces des sécheresses récentes sur le développement agropastoral au nord de Filingué (Niger). Travail d’Etude et de Recherche. Université Joseph Fourier, Grenoble September 1988 (PDF-Datei, abgerufen am 22. Januar 2014).
  •  Tilman Musch: Brunnen und Felder. Territorialität in Westniger (Abala). Köppe, Köln 2012, ISBN 978-3-89645-895-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3.  Xavier Bernier: Les consequénces des sécheresses récentes sur le développement agropastoral au nord de Filingué (Niger). Travail d’Etude et de Recherche. Université Joseph Fourier, Grenoble September 1988, S. 43–44 (PDF-Datei, abgerufen am 22. Januar 2014).
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 275.
  5.  Xavier Bernier: Les consequénces des sécheresses récentes sur le développement agropastoral au nord de Filingué (Niger). Travail d’Etude et de Recherche. Université Joseph Fourier, Grenoble September 1988, S. 48 (PDF-Datei, abgerufen am 22. Januar 2014).
  6. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2009). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 22. September 2009, abgerufen am 31. März 2012.
  7.  Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2014).
  8. Abala Refugee Camp. UNHCR, Oktober 2013, abgerufen am 8. November 2014 (PDF-Datei, englisch).
  9. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  10. Départements de Tillabéri, Ouallam et Filingué, Region of Tillabéri. Evaluation of the Humanitarian Situation. Agence d'aide à la coopération technique et au développement (ACTED), Paris 2011 (Online-Version; PDF; 324 kB).
  11. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.