Abbas I. (Persien)
Abbas I. (persisch شاه عباس [ʃɒː æˈbːɔːs], auch Abbas der Große: persisch شاه عباس بزرگ; aserbaidschanisch Shah Abbas Səfəvi; * 27. Januar 1571; † 19. Januar 1629 in Māzandarān) war ein persischer Herrscher aus der Dynastie der Safawiden.
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Geschichte[Bearbeiten]
Er regierte von 1588 bis 1629 als Schah von Persien. An die Macht kam er, nachdem er seinen Vater in einer Palastrevolution gestürzt hatte. Abbas I. pflegte Handelsbeziehungen mit Europa. Gekrönt wurde er im Pavillon Tschehel Sotun in Qazvin. Er empfing an seinem Hof viele Gesandte der europäischen Herrscher und schloss Handelsverträge mit etlichen westeuropäischen Mächten. Zudem er pflegte gute Handelsbeziehungen mit Indien und China: Nach China exportierte er Kobalt für die Porzellanmalerei und bekam im Gegenzug wertvolles Porzellan.
Abbas I. erneuerte im Krieg zwischen den Osmanen und den Usbeken das persische Reich, indem er die Usbeken bei Herat besiegte und sie aus Chorasan vertrieb. 1598 verlegte er seine Hauptstadt von Qazvin nach Isfahan, wo er viele Bauwerke errichten ließ, wie den Meidān-e Emām. Daneben entstanden prachtvolle Gartenanlagen, Boulevards und weitere öffentliche Plätze. Außerdem: Moscheen, Paläste, Karawansereien (eine ist heute das „Hotel Schah Abbas (heute: Abbasi“)), öffentliche Bäder und Koranschulen. Die kosmopolitische Stadt vereinbarte das friedliche Nebeneinander von Muslimen, Juden, Christen und Zoroastriern auf sich. 1599 reformierte Abbas I. seine Armee mit Hilfe der Engländer. Mit dieser neuen Armee konnte er 1603 die Osmanen besiegen und entriss ihnen Aserbaidschan sowie Südostanatolien. Zudem eroberte er die westpersischen Gebiete und den Irak (Mesopotamien) inklusive Bagdad zurück, die Schah Tahmasp I. verloren hatte. 1605 vertrieb er die Osmanen aus Basra und dem südlichen Kurdistan. Den indischen Herrschern des Mogulreiches trotzte er Teile Afghanistans ab.
Als der kurdische Emir Emirhan Lepzerin (dt: Goldarm) die Burg von Dimdim am Urmiasee wiederaufbauen ließ, interpretierte Abbas I. dies als eine Bedrohung seiner Macht und begann einen Feldzug gegen die Kurden. Der Kampf dauerte von 1609 bis 1610, ehe die Burg schließlich gefallen war. Die Kurden wurden daraufhin nach Chorasan deportiert und an ihrer Stelle die Turkmenen angesiedelt.
1615 schlug Abbas I. einen Aufstand der Georgier in Tiflis nieder, wobei mehr als 60.000 Menschen starben und weitere 100.000 vertrieben wurden. Eine Allianz zwischen Osmanen und Tataren wurde 1618 von seinen Truppen ebenfalls geschlagen. 1622 eroberte er schließlich die Insel Hormuz von den Portugiesen zurück. Zu dieser Zeit gründete er die Stadt Bandar Abbas.
Als Abbas I. starb, reichte sein Reich vom Tigris bis zum Indus. Aus Angst, dass er ebenfalls von einem Familienmitglied gestürzt werden würde, ließ er seinen ältesten Sohn Safi Mirza töten und andere Angehörige einsperren. Zu seinem Nachfolger wurde sein Enkel Safi I. ernannt. Gleichwohl begann danach der Untergang der Dynastie. Viele der eroberten Gebiete fielen an die Osmanen zurück, die unmittelbar nach dem Tod des Herrschers wiederkehrten. Mit den Eroberungen fielen die „heiligen Stätten (heilige Schreine)“ an die Osmanen zurück.[1]
Handelsbeziehungen[Bearbeiten]
Abbas I. knüpfte Kontakte zu den europäischen Höfen. Darin lag bereits der Vorteil, dass er Verbündete im Rücken des Osmanischen Reiches wusste. Abbas I. exportierte Seide und Gewürze nach Europa. Mit Hilfe einer Flotte der East India Company vermochte er die Wirtschaftsmacht der Portugiesen von der Insel Hormus zu vertreiben, die seit den Tagen Vasco da Gamas den Seehandel mit Indien vom Persischer Golf aus kontrolliert hatten.[2]
Kunst[Bearbeiten]
Abbas ließ ein neues, kreuzartiges Muster erfinden, das immer an ihn erinnern sollte. Es wurde in Teppichen und Malereien benutzt und er ließ neue Paläste und Moscheen in Isfahan bauen, in deren Malereien sein Muster zu finden ist. Die Kunst seiner Zeit ist sehr filigran und wurde aufgrund des Handels mit Westeuropa, China, Indien und anderen umliegenden Kulturen beeinflusst.
Auf Bildern ist Abbas oft an der außergewöhnlichen Länge seines Schnurrbarts und der extravaganten Tragweise seines Turbans zu erkennen.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
Quellen[Bearbeiten]
- Iran Chamber(englisch)
- R. M. Savory: ABBĀS (I). In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica, Stand: 15. Dezember 1982, eingesehen am 9. Juni 2011 (englisch, inkl. Literaturangaben)
- The Three Brothers, or Travels of Sir Anthony, Sir Robert Sherley, etc. (London, 1823)
- Sir C. R. Markham, General Sketch of the History of Persia (London, 1874)
Literatur[Bearbeiten]
- Hakan Baykal, Vom Perserreich zum Iran, 3000 Jahre Kultur und Geschichte, Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 2007, ISBN 978-3-8062-2035-3
Ismail I. | Tahmasp I. | Ismail II. | Mohammed Khodabānda | Abbas I. | Safi I. | Abbas II. | Safi II. | Sultan Hosein | Tahmasp II. | Abbas III. | Sulaiman II. | Ismail III.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Abbas I. |
| ALTERNATIVNAMEN | Abbas der Große |
| KURZBESCHREIBUNG | persischer Schah |
| GEBURTSDATUM | 27. Januar 1571 |
| STERBEDATUM | 19. Januar 1629 |
| STERBEORT | Māzandarān |