Abblätternder Stäubling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abblätternder Stäubling
2010-08-26 Lycoperdon marginatum Vittad 101122 cropped.jpg

Abblätternder Stäubling (Lycoperdon marginatum)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Champignonverwandte (Agaricaceae)
Gattung: Stäublinge (Lycoperdon)
Art: Abblätternder Stäubling
Wissenschaftlicher Name
Lycoperdon marginatum
Vittad.

Der Abblätternde Stäubling[1] (Lycoperdon marginatum), auch Gi'-i-Wa bzw. Gi'i-Sa-Wa genannt, ist eine Pilzart aus der Familie der Champignonverwandten (Agaricaceae). Der Pilz kommt in Nordamerika und Mexiko vor.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Stacheln blättern im Alter ab und legen die braune Außenhülle frei.
Der unausgereifter Fruchtkörper zeigt im Querschnitt ein weißes Fleisch.

Stäublinge sind saprobiontische Bodenbewohner. Der Pilz wächst auf sandigen Böden und wird bis zu 5 cm groß.[2] Der Fruchtkörper hat eine weiße, braune oder creme Farbe. Unter dem gekammerten Basalteil, der die Sporen samt Capillitium trägt (Gleba) findet sich ein gekammerter, steriler Fruchtkörperteil (Subgleba). Nach der Reife öffnen sich der Pilz am Scheitel mit einem Loch. Die Peridie, das heißt die äußere Abdeckung des Fruchtkörpers, ist doppelt. Die äußere Peridie ist stachelig bis warzig abschuppend.

Fundorte in Deutschland[Bearbeiten]

Im November 2004 wies Hanns Kreisel den Abblätternden Stäubling auf einer geplanten Kiesabbaufläche nach. Dies war der einzige Nachweis dieser Pilzart im Mecklenburg-Vorpommern und der nördlichste Fund in Mitteleuropa.[3] In einer Sandgrube bei Sommerhausen gelang Rudolf Markones im Jahr 2007 ein weiterer Fund.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Einige in Mexiko lebende Indianer verwenden den Pilz bei rituellen Handlungen. Dem Pilz werden psychoaktive Eigenschaften nachgesagt.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • B. van Treeck: Das Drogen- und Suchtlexikon. Bechtermünz, ISBN 3828919375.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. Ludwig, M. Schnittler: Rote Liste der Pflanzen Deutschlands. Bundesamt für Naturschutz, 1996, abgerufen am 18. Februar 2012 (PDF; 766 KB).
  2. Rogers Mushrooms: Lycoperdon marginatum. Rogers Plants Ltd., abgerufen am 18. Februar 2012.
  3. Landesverband Mecklenburg-Vorpommern: Kiesabbau im Naturschutzgebiet „Neuendorfer Wiek“ auf Rügen – Chronologie. Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, 2011, abgerufen am 18. Februar 2012 (PDF; 141 KB).
  4. Rudolf Markones: Bildersammlung von L. marginatum bei Sommerhausen in einer Sandgrube bei Erlach. 18. Juli 2007, abgerufen am 18. Februar 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abblätternder Stäubling (Lycoperdon marginatum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien