Abbreviator

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Abbreviatoren (lat.) waren die wichtigsten Beamten der päpstlichen Kanzlei. Sie waren hauptsächlich, seit dem Jahr 1350, für die Anfertigung der Entwürfe zu den päpstlichen Bullen zuständig. Darüber hinaus bearbeiteten sie weithin selbständig einfache Justizsachen. Erstmals genannt sind sie in einer Bulle Benedikts XII. aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Poggio Bracciolini, der 1403 an die Römische Kurie kam, war zeitweilig als Abbreviator tätig. Das von Pius II. gegründete und von Sixtus IV. wiederbelebte Abbreviatorenkolleg löste Papst Pius X. 1908 auf und übertrug die Aufgaben auf die Apostolischen Protonotare.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brigide Schwarz: Die Organisation kurialer Schreiberkollegien von ihrer Entstehung bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts. Niemeyer, Tübingen 1972, ISBN 3-484-80057-7, (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom 37), (Zugleich: Berlin, Freie Univ., phil. Diss. 1969).
  • Brigide Schwarz: Abbreviature officium est assistere vicecancellario in expeditione litterarum apostolicarum. Zur Entwicklung des Abbreviatorenamtes vom Grossen Schisma bis zur Gründung des Vakabilistenkollegs der Abbreviatoren durch Pius II. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Römische Kurie. Kirchliche Finanzen. Vatikanisches Archiv. Studien zu Ehren von Hermann Hoberg. Teil 2. Universitá Gregoriana Editrice, Rom 1979, (Pontificia Universita Gregoriana. Miscellanea historiae pontificiae 46, ZDB-ID 11044-9), S. 789–823.
  • Thomas Frenz: Die Gründung des Abbreviatorenkollegs durch Pius II. und Sixtus IV. In: Miscellanea in onore di Monsignor Martino Giusti, prefetto dell'Archivio segreto vaticano. Band 1. Archivio vaticano, Città del Vaticano 1978, (Collectanea Archivi vaticani 5, ZDB-ID 844509-6), S. 297–329.