Abd ar-Rahman II.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Abd ar-Rahman II. (arabischعبد الرحمن بن الحكم‎, DMG ʿAbd ar-Raḥman ibn al-Ḥakam, auch Abd ar-Rahman ibn al-Hakam; * 792; † 852) war vierter Emir von Córdoba (822–852).

[Bearbeiten] Leben

Abd ar-Rahman II. wurde 822 Nachfolger seines Vaters al-Hakam I. und konnte sich während seiner Regierung im Emirat von Córdoba weitgehend der Förderung von Kunst und Kultur widmen (Abbas ibn Firnas). Dabei interessierte sich Abd ar-Rahman II. besonders für Philosophie, Medizin, Astronomie, Dichtung und Musik. Unter ihm wurde auch das persische Hofzeremoniell in Córdoba eingeführt.

Zur Finanzierung der Kulturförderung erfolgte eine Reorganisation der Verwaltung und der Finanzen nach dem Vorbild entsprechender Institutionen bei den Abbasiden. Abd ar-Rahman II. galt auf Grund der blühenden Wirtschaft von Andalusien als der reichste muslimische Herrscher seiner Zeit. Unter ihm wurde Córdoba erheblich ausgebaut und erweitert, wobei auch die Große Mezquita de Córdoba in diese Bauarbeiten mit einbezogen wurde (833–848).

Die Regierungszeit Abd ar-Rahman II. war, von ein paar Kämpfen in den nördlichen Grenzgebieten hauptsächlich gegen Bernhard von Septimanien abgesehen, weitgehend friedlich. Allerdings erfolgte 844 ein Angriff der Normannen auf Lissabon und Sevilla, der aber abgewehrt werden konnte, auch wenn den Normannen vorher die Plünderung von Sevilla gelang. In der Folgezeit wurden deshalb Heer und Flotte verstärkt, um weitere Plünderungen verhindern zu können. Trotz der Raubzüge ist bei den Normannen sogar eine umayyadische Gesandtschaft bezeugt, wobei es wohl um Verhandlungen betreffs des Pelz- und Sklavenhandels ging. Daneben wurden auch die Beziehungen zu den Fürstentümern im Maghreb, besonders zu den Rustamiden ausgebaut.

Allerdings zeichnete sich die folgende Krise des Emirats von Córdoba schon am Ende der Regierung von Abd ar-Rahman II. ab, als die Markgrafschaft Saragossa (842) ihre Unabhängigkeit von Córdoba erlangte.

Nach dem Tod von Abd ar-Rahman II. 852 wurde sein Sohn Muhammad I. (852–886) Emir von Córdoba.

[Bearbeiten] Abd ar-Rahman II. in der islamischen Geschichtsschreibung

Der muslimische Historiker Ibn al-Athir berichtet: „Im Jahr 223 (islamischer Zeitrechnung, 838 n. Chr.) schickte Abd ar-Rahman ibn al-Hakam, der Herr von Andalusien, ein Heer nach Alava und gegen die dortigen Festungen. Sie belagerten Hisn al-Gharat, eroberten es, erbeuteten, was sie dort fanden und töteten die Bewohner. Die Frauen und Kinder versklavten sie und kehrten dann zurück.“.

[Bearbeiten] Literatur

  • Arnold Hottinger: Die Mauren. Arabische Kultur in Spanien, Wilhelm Fink Verlag, München, 1995. ISBN 3-7705-3075-6
  • Stephan Ronart, Nandy Ronart (Hrsg.): Lexikon der Arabischen Welt. Ein historisch-politisches Nachschlagewerk. Artemis Verlag, Düsseldorf 1972, ISBN 3760801382
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen