Abdallah Frangi

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Abdallah Frangi (2012)

Abdallah Frangi (* 15. November 1943 in Beerscheba) ist ein palästinensischer Diplomat und Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Frangi war Mitbegründer und von 1968 bis 1970 Vorsitzender der Generalunion Palästinensischer Studenten (GUPS) in Europa, die im Zuge des Massakers von München verboten wurde. Frangi selbst wurde als Mitglied dieser Organisation und als Vertreter der PLO bei der Liga der Arabischen Staaten in Bonn (1970–1982) von einem der Münchner Terroristen angerufen, nahm aber nicht ab.[1]

Frangi wurde 1943 in Beerscheba als Sohn eines Großgrundbesitzers geboren. Seine Familie floh 1948 nach Gaza. Nach dem Einmarsch der israelischen Streitkräfte während der Sueskrise 1956 floh die Familie nach Kairo.

Frangi studierte von 1963 bis 1972 Medizin und Politik in Frankfurt am Main und in Algerien. Im Juni 1967 erhielt er in Algerien eine militärische Ausbildung. Im Anschluss wurde er von der Fatah in die israelisch besetzten Gebiete geschickt und am 5. August von den israelischen Streitkräften verhaftet. Nach viermonatiger Haft in der Nähe von Hebron kehrte er nach Frankfurt zurück und setzte sein Studium fort. Von 1993 bis 2005 war er „Generaldelegierter“ der Palästinensischen Autonomiegebiete in Deutschland. In dieser Funktion brachte er durch intensive Beziehungen zu deutschen Politikern, unter anderem zu Hans-Jürgen Wischnewski, Jürgen Möllemann und Joschka Fischer, die Interessenlage des palästinensischen Volkes nachhaltig auf die deutsche politische Bühne.

Seit 1960 ist Frangi Mitglied der Fatah, in deren Revolutionsrat er 1978 gewählt wurde. Von 2007 bis 2009 war er außenpolitischer Sprecher der Fatah. Seit 2009 ist er persönlicher Berater von Präsident Mahmud Abbas in Gaza und seit Juli 2014 vereidigter Gouverneur von Gaza.

Ehrung[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • PLO und Palästina - Vergangenheit und Gegenwart. R. G. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-88323-350-1
  • Der Gesandte: Mein Leben für Palästina. Hinter den Kulissen der Nahost-Politik. Heyne Verlag, München 2011, ISBN 978-3-453-19354-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel, 16. Oktober 1972, S. 102, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891200.html