Abdallah al-Ghalib

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Abu Muhammad Abdallah al-Ghalib ibn Muhammad (arabisch ‏أبو محمد عبد الله الغالب بن محمد‎, DMG Abū Muḥammad ʿAbd Allāh al-Ġālib b. Muḥammad; * 1517; † 1574) war zwischen 1557 und 1574 zweiter Sultan der Saadier in Marokko.

Abdallah al-Galib trat 1557 die Nachfolge seines Vaters Muhammad asch-Schaich an, nachdem dieser seit 1549 regierte. Zunächst musste er sich gegen mehrere Thronanwärter durchsetzen, doch konnte er anschließend die Herrschaft der Saadier in Marokko weiter festigen. So wurden durch das Bündnis mit Spanien die Ansprüche der Osmanen abgewehrt. Darüber hinaus wurde auch der englische Seehandel gefördert, um die portugiesische Bedrohung der Küstengebiete abzuwehren. Diese Politik hatte insofern Erfolg, als Portugal 1569 seinen letzten Stützpunkt an der Atlantikküste (außer Tanger) aufgab.

Da das Bündnis mit dem christlichen Spanien und die verweigerte Unterstützung für die Morisken in Andalusien in der Bevölkerung und bei den Rechtsgelehrten auf Ablehnung stieß, bemühte sich Abdallah al-Galib durch einen demonstrativ frommen Lebensstil sowie der Errichtung von Medressen und Moscheen unter anderem in Marrakesch und Fès den religiösen Kreisen im Reich entgegenzukommen. Nachfolger wurde sein Sohn Abu Abdallah, dessen Regentschaft von 1574 bis 1576 andauerte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Haarmann: Geschichte der Arabischen Welt. Herausgegeben von Heinz Halm. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. C. H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47486-1 (Beck's historische Bibliothek).
  • Stephan Ronart, Nandy Ronart: Lexikon der Arabischen Welt. Ein historisch-politisches Nachschlagewerk. Artemis Verlag, Zürich u. a. 1972, ISBN 3-7608-0138-2.