Abel Bonnard

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Abel Bonnard 1933

Abel Bonnard (* 19. Dezember 1883 in Poitiers; † 31. Mai 1968 in Madrid[1]) war ein französischer Dichter und Romanschriftsteller. Seine frühe Erziehung begann in Marseille mit Sekundärstudien am Lycée Louis-Le-Grand in Paris. Als Literaturstudent war er ein Absolvent der École du Louvre und ein Mitglied der École française de Rome.

Leben[Bearbeiten]

Politisch gesehen war er ein Anhänger von Charles Maurras, und seine Ansichten entwickelten sich in den 1930er Jahren Richtung Faschismus. Er war Minister für Nationalerziehung unter dem Vichy-Regime (1942–1944). Der nationalistische politische Satiriker Jean Galtier-Boissière gab ihm den Spitznamen „la Gestapette“, was ein Portmanteau von Gestapo und "tapette", ein umgangssprachlicher Begriff für einen Homosexuellen, darstellte.[2] Dieser Name, sowie die Zuschreibung von seiner angeblichen sexuellen Orientierung wurden in der Folge breit bekannt.[3]

Er war eines der vier Mitglieder der Académie française, die nach dem Zweiten Weltkrieg wegen Kollaboration mit Deutschland vom Institut ausgeschlossen wurden. In Abwesenheit wurde er wegen seiner Tätigkeiten in Kriegszeiten zum Tode verurteilt. Er flüchtete nach Spanien; dort wurde ihm unter der Regierung Franco Asyl gewährt. 1960 kehrte er nach Frankreich zurück, um dort seinem Wiederaufnahmeverfahren beizuwohnen. Er wurde zu einer symbolischen Strafe von 10 Jahren Verbannung ab 1945 verurteilt. Er war jedoch mit dem Schuldspruch unzufrieden und kehrte nach Spanien zurück, wo er für den Rest seines Lebens lebte.

Werke[Bearbeiten]

  • 1906 Les Familiers
  • 1908 Les Histoires
  • 1908 Les Royautés
  • 1913 La Vie et l’Amour
  • 1914 Le Palais Palmacamini
  • 1918 La France et ses morts
  • 1924 Notes de voyage: En Chine (1920–1921), 2 vol.
  • 1926 Éloge de l’ignorance
  • 1926 La vie amoureuse d’Henri Beyle
  • 1927 L’Enfance
  • 1928 L’Amitié
  • 1928 L’Argent
  • 1929 Saint François d’Assise
  • 1931 Rome
  • 1936 Le drame du présent: Les Modérés
  • 1937 Savoir aimer
  • 1939 L’Amour et l’Amitié
  • 1941 Pensées dans l’action
  • 1992 Ce monde et moi

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.munzinger.de/search/portrait/Abel+Bonnard/0/8274.html
  2. Olivier Mathieu, Abel Bonnard, une aventure inachevée, Mercure, 1988, p. 188.
  3. Jean-François Louette, Valéry et Sartre, in Bulletin des études valéryennes, éd. L’Harmattan, 2002, p. 105, on line