Abendlied

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Gedichttypus. Das gleichnamige Gedicht von Matthias Claudius findet sich unter Abendlied (Matthias Claudius).

Das Abendlied ist ein Gedichttypus aus dem Motivkreis „Beendigung des Tages, Abend, Eintritt der Nacht“. Abendlieder sind häufig von einem besinnlichen, ruhigen, gelegentlich auch traurigen Ton gestimmt. Themen von Abendliedern sind neben den abendspezifischen Naturschönheiten wie Dämmerung, Mond und Sterne Reflexionen über das menschliche Leben, Bitte an Gott um Vergebung und den Segen für die Nacht, die häufig als Bedrohung empfunden wird. Gelegentlich finden sich auch Analogien des Tagesabends mit dem Lebensabend. Als eigenständige poetische Gattung wird das Abendlied ab dem Zeitalter der Reformation angesehen, obwohl es ältere (antike und christliche) Vorläufer hat. Ursprünglich stammen Abendlieder aus dem Kontext geistlicher Gesänge und können als religiöse Dichtungen angesehen werden;[1] dennoch fanden mit der Zeit zunehmend volkstümliche Elemente Eingang in diese Gedichtform. Spätere Vertreter, wie etwa das Abendlied von Matthias Claudius, setzten diesen Kontrast zwischen religiösen und säkularen Traditionen teilweise gezielt als Stilmittel ein.[2]

Abendlieder wurden oft vertont, die einfacheren Texte fanden als Gute-Nacht-Lieder Verbreitung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bekannte Abendlieder

[Bearbeiten] Parodien

  • "Abendlied des Kammervirtuosen" von Erich Kästner ("Du meine neunte Sinfonie!")


Besonders häufig wurde das bekannte Abendlied von Matthias Claudius "Der Mond ist aufgegangen" (1779), welches er selbst nach Paul Gerhardts "Nun ruhen alle Wälder" (1647 oder 1648) verfasste, parodiert.

z.B.:

  • "Variation auf „Abendlied“ von Matthias Claudius" (1961) von Peter Rühmkorf

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Belege

  1. Werner Ross: Abendlieder. Wandlungen lyrischer Technik und lyrischen Ausdruckswillens, in: Germanisch-Romanische Monatsschrift. N. F. 5 (1955), S. 307
  2. Reiner Marx: Unberührte Natur, christliche Hoffnung und menschliche Angst – Die Lehre des Hausvaters in Claudius' Abendlied, in: Gedichte und Interpretationen, Bd. 2: Aufklärung und Sturm und Drang, Reclam: Stuttgart (1984), S. 342f.
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge