Abentheuer

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Abentheuer
Abentheuer
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Abentheuer hervorgehoben
49.6497222222227.1038888888889421Koordinaten: 49° 39′ N, 7° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Birkenfeld
Verbandsgemeinde: Birkenfeld
Höhe: 421 m ü. NHN
Fläche: 6,12 km²
Einwohner: 451 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55767
Vorwahl: 06782
Kfz-Kennzeichen: BIR
Gemeindeschlüssel: 07 1 34 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Schneewiesenstraße 21
55765 Birkenfeld
Webpräsenz: www.abentheuer.de
Ortsbürgermeister: Klaus Goldt
Lage der Ortsgemeinde Abentheuer im Landkreis Birkenfeld
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Über dieses Bild

Abentheuer ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Birkenfeld an. Abentheuer ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt am Traunbach im Schwarzwälder Hochwald im Hunsrück. Am Ortsrand startet die Trauntalschleife, prämierter Wanderweg des Saar-Hunsrück-Steigs. 71,5 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet. Im Norden befindet sich Börfink, im Osten Buhlenberg und im Süden Brücken.

Zu Abentheuer gehören auch die Wohnplätze Arthenberg und Hujetsägemühle.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Abentheuer ist Anfang des 20. Jahrhunderts aus den beiden ehemals getrennten Ortsteilen Leyen und Abentheuer bzw. Abentheuerhütte zusammengewachsen. Leyen, das im Südosten des heutigen Ortes am Traunbach lag, wurde erstmals 1367 erwähnt. Das nördlich davon gelegene Abentheuer lässt sich frühestens 1580 nachweisen. Beide Orte trugen bis zum 18. Jahrhundert noch unterschiedliche Namen.

Das Gebiet der heutigen Gemeinde gehörte landesherrlich zur Grafschaft Sponheim. Der Traunbach fungierte als Grenze zwischen dem hunolsteinischen, ab 1598 zweibrückischen Amt Achtelsbach im Westen und dem sponheimischen Amt Birkenfeld im Osten. Im Laufe seiner Geschichte gehörte der Ort entweder der Pfarrei in Achtelsbach oder der Pfarrei in Birkenfeld an – heute zur Pfarrei Brücken.

Ab Mitte des 16. Jahrhunderts begann in Abentheuer die Verarbeitung von Eisen, zunächst aus den Gruben in Buhlenberg und Elchweiler, später aus Thalfang und Schwarzenbach. 1763 ging die Abentheuerer Hütte nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Besitz der Unternehmerfamilie Stumm über, die bereits über andere Hütten und Hammerwerke in der Region verfügte. Nach diesem Wechsel stieg die Produktion in Abentheuer deutlich an, seit 1770 stellte man vor allem Gusseisenwaren aus importiertem Roheisen her. 1835 wurde die Abentheuerer Hütte an die Gebrüder Böcking vererbt. Nach 1870 wurde der Betrieb infolge des Übergangs vom Holzkohlen- zum Koks-Hochofenbetrieb und vom Frischfeuer- zum Puddelofenbetrieb mehr und mehr eingeschränkt und 1875 wurde die Fertigung eingestellt. Die Besitzer siedelten zur Halbergerhütte an die Saar.

Im späten 17. Jahrhundert siedelte sich östlich des Ortes im bewaldeten Tal der Traun die Hujetssägemühle an. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aus ihr eine Möbelfabrik mit mehreren Produktionsgebäuden, die in den 1960er-Jahren aufgegeben wurde, und ein heute nicht mehr betriebenes Gasthaus.

Im Jahre 1797 beging der als Schinderhannes bekanntgewordene Räuber Johannes Bückler in Abentheuer einen Pferdediebstahl.

Helene Kahn, geborene Marx, wurde 1864 in Abentheuer geboren. Sie wohnte in Abentheuer bis sie unmittelbar nach der sogenannten "Machtergreifung" der Nationalsozialisten im Jahr 1933 nach Frankreich emigrierte. Helene Kahn wurde am 3. November 1942 vom Sammellager Drancy ins KZ Auschwitz deportiert und ermordet. Sie ist die einzige Person jüdischer Herkunft aus Abentheuer, die von den Nazis deportiert und ermordet wurde.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Abentheuer, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 228
1835 450
1871 398
1905 339
1939 331
1950 390
Jahr Einwohner
1961 413
1970 419
1987 398
1997 507
2005 470
2012 451

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Abentheuer besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Gemeinde hatte seit 1857 folgende Gemeindevorsteher und Ortsbürgermeister:

  1. Gustav Adolf Böcking (11. Juni 1857 bis 31. Oktober 1891)
  2. von Hammerstein (25. April 1892 bis 21. April 1914)
  3. Wilhelm Antes (29. September 1914 bis 13. August 1919)
  4. Karl Mersch (13. August 1919 bis 10. Januar 1923)
  5. Kurt Böcking (25. Februar 1923 bis 23. Oktober 1964, während seines Kriegseinsatzes vom 25. April 1940 bis 19. März 1945 wurde er von Karl Mersch vertreten)
  6. Richard Spreier (4. Dezember 1964 bis 10. Juni 1972)
  7. Günther Jörg (1926-2011), (Amtsinhaber vom 17. Juni 1972 bis 17. August 1999)
  8. Klaus Goldt (seit dem 17. August 1999, zuletzt bei der Wahl am 9. Juni 2009 mit 81,4 % bestätigt)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über zu zwei Reihen rot-silbern geschachtem Schildfuß in Grün ein konischer silberner Gusstiegel, begleitet von zwei zugeneigten (schräg und gegenschräg gestellten) goldenen Roggenähren.“

Das Wappen der Gemeinde Abentheuer wurde 1965 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium genehmigt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmäler in Abentheuer stehen die in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragenen Kulturdenkmäler. Auf der Gemarkung der Gemeinde sind zudem mehrere Bäume und Felsformationen als Naturdenkmale ausgewiesen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Osten verläuft die Bundesstraße 41 und im Süden die Bundesautobahn 62. In Neubrücke ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Klaus Rüter (* 1940), ehemaliger Staatssekretär der Landesregierung Rheinland-Pfalz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abentheuer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 18 (PDF; 2,3 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen