Abercrombie & Fitch

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Abercrombie & Fitch Co
Logo der Abercrombie & Fitch Co.
Rechtsform Corporation
ISIN US0028962076
Gründung 1892
Sitz New Albany, Ohio, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Mike Jeffries (CEO)
Arthur Martinez (Chairman)
Mitarbeiter 85.000 (2011)[1]
Umsatz 4,510 Mrd $ (2012)[2]
Branche Textilien
Website www.abercrombie.com
Geschäft an der New Yorker Fifth Avenue
Filiale auf der Düsseldorfer Königsallee

Die Abercrombie & Fitch Co. [æbɝkɻɒmbi ænd fɪʧ] mit Sitz in New Albany im US-Bundesstaat Ohio ist ein US-amerikanisches Modeunternehmen, zu dem auch Abercrombie kids und die Hollister Co. gehören.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 4. Juni 1892 gründete David T. Abercrombie die Abercrombie Co. mit der Eröffnung eines kleinen Ladens an der South Street in Manhattan (New York). Das Originalgeschäft war Elite-Ausrüster für Sport- und Ausflugswaren und für teure Schrotflinten, Angelruten und Zelte bekannt.[3]

Im Jahr 1900 kaufte der New Yorker Anwalt Ezra Fitch Anteile des wachsenden Unternehmens. 1904 wurde das Unternehmen in Abercrombie & Fitch Co. umbenannt. Im Jahr 1907 verließ David T. Abercrombie das Unternehmen und verkaufte seinen Anteil Ezra Fitch. Im Jahr 1976 beantragte Abercrombie & Fitch Gläubigerschutz unter Chapter 11 und schloss seinen Flagshipstore in Manhattan im Jahr darauf.[4]

Kurze Zeit später wurde der Name wiederbelebt. Ab 1978 war der stillgelegte Firmenname im Besitz der Oshman's Sporting Goods, einer Kette aus Houston. Oshman's betrieb unter dem Namen Abercrombie & Fitch ein auf Jagdbekleidung spezialisiertes Versandgeschäft. Zusätzlich wurden Läden in Beverly Hills, Dallas und New York eröffnet. Im Jahr 1988 verkaufte Oshman's den Firmennamen und seine Tätigkeiten an Limited Brands, eine Kleiderkette aus Columbus (Ohio).[5] Seitdem zielt Abercrombie & Fitch vor allem auf jugendliche Kundschaft. 1996 erfolgte der Börsengang von Abercrombie & Fitch und Limited Brands trennte sich von allen Anteilen an dem Unternehmen.

Im Jahr 1992 wurde Mike Jeffries CEO von Abercrombie & Fitch und übernahm 1998 außerdem den Posten des Chairman. Nach finanziellen Verlusten und Bedenken von Seiten der Aktionäre wurde er im Januar 2014 durch Arthur Martinez als Chairman ersetzt.[6][7]

Unternehmen[Bearbeiten]

Konkurrenz[Bearbeiten]

Die Hauptkonkurrenten von Abercrombie & Fitch sind die teils wesentlich günstigeren Marken Aéropostale und American Eagle Outfitters; die Tochtergesellschaft Abercrombie kids konkurriert mit Aéropostale's P.S. und American Eagle Outfitters's 77kids.

Marken[Bearbeiten]

Zum Unternehmen gehören neben der Hauptmarke Abercrombie & Fitch die Marken Hollister Co., eine etwas günstigere und jugendliche Marke im Surfstil, Gilly Hicks, die Damenunterwäsche vertreibt, sowie Abercrombie kids, spezialisiert auf Kinder. Die Marke Ruehl No.925, die sich auf die erwachsene Zielgruppe spezialisierte, wurde im Januar 2010 eingestellt. Im November 2013 kündigte Abercrombie & Fitch die Schließung von allen Gilly Hicks-Filialen bis zum Ende des ersten Quartals 2014 an. Der Vertrieb der Marke erfolgt in Zukunft über den Onlineshop und Hollister-Filialen.[8]

Erkennungszeichen[Bearbeiten]

Ein typisches Merkmal von Abercrombie-&-Fitch-Kleidung ist der Elch (engl. „Moose“). Stilbildend sind die Fotoserien von Bruce Weber im Katalog, der das Erscheinungsbild der Marke prägt.[7]

Filialen[Bearbeiten]

Abercrombie & Fitch besaß im August 2012 insgesamt 1055 Filialen, von denen 293 A&F-, 159 abercrombie kids-, 578 Hollister- und 25 Gilly-Hicks-Filialen waren.

In Nordamerika werden Verkaufsgeschäfte in den Vereinigten Staaten einschließlich Puerto Ricos sowie in Kanada unterhalten.

Im Jahr 2007 trat Abercrombie & Fitch mit der Eröffnung eines Flagshipstores in London in den europäischen Markt ein. Mittlerweile betreibt Abercrombie & Fitch in Europa zwölf Filialen in den Städten Brüssel, Kopenhagen, Düsseldorf, Hamburg, München, Paris, Dublin, Mailand, Amsterdam, Madrid, London und Ashford.

Die erste Filiale in Asien wurde am 15. Dezember 2009 in Tokio eröffnet. Abercrombie & Fitch betreibt Verkaufsstellen im asiatischen Raum in Tokio, Fukuoka, Singapur, Hongkong und Seoul.

Vertrieb[Bearbeiten]

Das deutsche Markenrecht schützt die exklusiven Vertriebswege, so dass der Weiterverkauf von Markenprodukten eine Markenverletzung sein kann. Darauf basieren zahlreiche Abmahnungen, mit denen Abercrombie & Fitch in Europa gegen Wiederverkäufer vorging, als die Marke noch nicht selbst auf dem europäischen Markt aktiv war.[9]

Von 1988 bis 2005 verkaufte das Hamburger Unternehmen Peek&Cloppenburg Kleidung unter dem Markennamen Abercrombi & Fitch, stellte den Verkauf aber auf Druck von Abercrombie & Fitch ein.[9]

Im Juni 2013 verkaufte Real Kleidungsstücke von Abercrombie & Fitch und Hollister in seinen Filialen in Deutschland.[10]

Kritik[Bearbeiten]

Abercrombie & Fitch wurde 2003 wegen Rassismus verklagt. 2005 endete das Verfahren und Abercrombie & Fitch zahlte den 10.000 Betroffenen insgesamt 40 Millionen Dollar. Jene Personen sollen bei ihrer Bewerbung benachteiligt worden sein, da seinerzeit bei Abercrombie & Fitch fast ausschließlich Weiße arbeiteten. Zur Einigung gehörten auch die Gleichberechtigung fördernde Vereinbarungen.

Aufgrund einer gerichtlichen Einigung zahlte Abercrombie & Fitch im Jahr 2003 2,2 Millionen Dollar an 11.000 ehemalige Mitarbeiter, die die Kleidung des Unternehmens als Arbeitskleidung kaufen mussten. Die Stundenlöhne der Mitarbeiter lagen deswegen teilweise unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Abercrombie & Fitch verpflichtete sich außerdem dies in Zukunft zu unterlassen.[11]

Im Jahr 2006 geriet die Marke in Kritik, als CEO Mike Jeffries in einem Interview sagte, dass „unsere Mode nur für coole, gut aussehende Personen gedacht ist.“[12] Diese Aussage und die Tatsache, dass die Marke für Frauen nur bis Kleidergröße „L“ beziehungsweise 40 nach europäischer Konfektion verfügbar sind, wurden als diskriminierend aufgefasst.[13] Für männliche Kunden bietet die Marke auch Kleidung in XL und XXL.[14]

Im Londoner Flagshipstore wurde eine Angestellte mit Unterarmprothese von Mitarbeitern des "visual teams", die für ästhetische Angelegenheiten zuständig sind, in das Lager versetzt. Abercrombie & Fitch wurde deswegen zur Zahlung einer Entschädigung verurteilt.[15]

Im November 2009 wurde Abercrombie & Fitch vom International Labor Rights Forum in die Sweatshop Hall of Shame 2010 aufgenommen.[16] Dem Unternehmen wird vorgeworfen seine Kleidung durch Kinderarbeit auf den Philippinen für einen unmoralisch niedrigen Lohn und unter menschenrechtsverletzenden Arbeitsbedingungen herzustellen.[17]

Im Jahr 2009 wurde Abercrombie & Fitch wegen diskriminierenden Verhaltens zu einer Geldstrafe in Höhe von 115.264 Dollar verurteilt, weil einem autistischen Mädchen die Hilfe durch seine Schwester in der Umkleidekabine untersagt wurde.[18]

Im August 2011 wurde bekannt, dass das Unternehmen Darstellern der Reality-Show Jersey Shore, in der eher wenig gebildete Amerikaner ihr Leben öffentlich machen, Geld dafür geboten hatte, keine Kleidung der Marke mehr zu tragen, da dies rufschädigend sei.[19]

Im April 2013 recherchierte das Verbrauchermagazin Plusminus über die Arbeitsbedingungen in Bangalore (Indien), unter denen für Abercrombie & Fitch hergestellt wird. Als Stoff-Einkäufer getarnt bekamen die Reporter Zutritt zu einem Hersteller, der gemäß eigenen Angaben u. a. für Abercrombie & Fitch produziert. Aufnahmen zeigen, wie Arbeiter ohne Schutzmaßnahmen mit inkorrekt gelagerten Chemikalien arbeiteten und ein unhygienisches Arbeitsumfeld vorherrschte. Laut dem Manager der Textil-Fabrik würden sich die Räume in den Sommermonaten auf über 45 Grad aufheizen. Arbeiter berichteten von Überstunden und ihrem Monatslohn von zirka 10.000 Rupien, was 145 Euro entspricht. Zudem werde den Arbeitern die gewerkschaftliche Organisierung verboten.[20]

Mitte April 2013 hat der TÜV Rheinland im Auftrag von Plusminus Kleidungsstücke von Abercrombie & Fitch untersucht und in einem Produkt krebserzeugendes Benzidin gefunden, in einer Konzentration von über 100 Milligramm pro Kilogramm – mehr als dem Dreifachen des gesetzlichen Höchstwert. Die Kleider waren laut einem Professoren für Toxikologie „nicht verkehrsfähig“ und dürften „nicht verkauft werden“.[20]

Abercrombie & Fitch wurde außerdem kritisiert, weil fehlerhafte Kleidungsstücke nicht sozialen Einrichtungen gespendet, sondern verbrannt werden. Gemäß einem Modeanalysten will Abercrombie & Fitch „den Eindruck vermeiden, dass sich auch arme Leute diese Kleidungsstücke leisten können.“[21] Darauf formierte sich weltweiter Widerstand und in sozialen Netzen riefen User dazu auf, Abercrombie-&-Fitch-Kleidungsstücke an Obdachlose zu verschenken.

Nach Beschwerden von Anwohnern und Passanten musste Abercrombie & Fitch den Parfümduft außerhalb seiner Filialen in München und Hamburg reduzieren.[22][23]

Im Mai 2013 unterzeichneten Abercrombie & Fitch und weitere Unternehmen wie Aldi, H&M und Zara ein Abkommen zu mehr Sicherheit in der Modeproduktion Bangladeschs. Angeregt wurde die Initiative durch den Einsturz eines Fabrikgebäudes mit über 1.100 getöteten Menschen.[24] Das verbindlichen Abkommen sieht Verbesserungen im Brand- und Gebäudeschutz vor.[24]

Außerdem wurde Abercrombie & Fitch wegen des Verkaufes von Push-up-Bikinis für Siebenjährige und String-Tangas für Zehnjährige kritisiert.[25]

Sonstiges[Bearbeiten]

Bekannt wurde Abercrombie & Fitch durch den Howard-Hawks-Film Man's Favorite Sport? (Ein Goldfisch an der Leine) von 1964 mit Rock Hudson und Paula Prentiss in den Hauptrollen. Hudson spielt darin einen Angestellten in der Angelabteilung von Abercrombie & Fitch, der, obwohl er selbst noch nie geangelt hat, erfolgreicher Autor eines Fachbuches über das Angeln ist. Geschickt konnte er dies geheim halten, bis sein Chef (John McGiver) seinen Helden eines Tages zu einem Angelwettbewerb anmeldet, um den Umsatz zu steigern. So nimmt die Komödie ihren Lauf.[26]

Filme[Bearbeiten]

  • Die Wahrheit über Abercrombie & Fitch, BR [1]
  • Abercrombie & Fitch: Krebserzeugende Substanz in Oberteil, ARD [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abercrombie & Fitch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAbercrombie & Fitch Co.: Jahresabschluss 2010. Abgerufen am 3. April 2011 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAbercrombie & Fitch Co.: Jahresabschluss 2013. Abgerufen am 31. Januar 2014 (englisch).
  3. "Abercrombie & Fitch". Fortune magazine. Juli 1939.
  4. A&F Unternehmensgeschichte.
  5. NYTimes — A&F Co.
  6. Frankfurter Allgemeine: Abercrombie-Chef verliert an Macht, abgerufen am 25. Februar 2014
  7. a b New York Magazin: Why Abercrombie Is Losing Its Shirt, abgerufen am 25. Februar 2014
  8. textilwirtschaft.de: Abercrombie schließt alle Gilly Hicks-Filialen
  9. a b C. Schlautmann: „Abercrombie & Fitch säubert deutschen Markt“ Handelsblatt vom 18. Januar 2006
  10. tz.de: Abercrombie & Fitch gibt's jetzt bei "real", abgerufen am 25. März 2014
  11. sfgate.com: Clothier settles dress-code complaint / Abercrombie to pay $2.2 million over workers' 'uniforms'
  12. tagesspiegel.de: Chef der Modemarke Abercrombie & Fitch möchte nur gut aussehende Kunden
  13. 'Since when was a ten plus-size?' Ellen DeGeneres hits back at Abercrombie & Fitch's 'thin and beautiful' customer policy, Daily Mail 17 Mai 2013
  14. Dicke Mädchen unerwünscht, Süddeutsche 10. Mai 2013
  15. klagsverband.at: Abercrombie & Fitch wegen Belästigung zu Entschädigung verurteilt
  16. Sweatshop Hall of Shame 2010 (PDF; 130 kB)
  17. Sam Biastre: IHS Child Slave Labor News :: Abercrombie and Fitch Child Labor, November 2010, Zugriff am 1. Januar 2012
  18. bizeps.or.at: Abermalige Verurteilung von Abercrombie & Fitch
  19. handelszeitung.ch: Kultmarke Abercrombie & Fitch im Shitstorm
  20. a b Das Erste.de: Abercrombie & Fitch - Plusminus (Version im Webarchiv Archive.today), 18. Juni 2013
  21. Sam Biastre: Die Zeit: Abercrombie nur für Junge und Schlanke, vom 16. Mai 2013
  22. merkur-online.de: Abercrombie & Fitch: Stadt stoppt "Beduftung"
  23. abendblatt.de: Behörde: Modemarke muss Duftwolke verkleinern
  24. a b Bangladesch: Modeproduzenten verpflichten sich zu mehr Sicherheit. In: Die Zeit, 16. Mai 2013. Abgerufen am 21. Juni 2013. 
  25. abcnews.go.com: Padded Bikini Top For 7-Year-Olds Draws Parents' Ire
  26. Internet movie database (IMDb): Man's Favorite Sport?, Zugriff am 30. Mai 2012