Abermals krähte der Hahn

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Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte ist ein kirchengeschichtliches Werk des Autors Karlheinz Deschner.

Titel[Bearbeiten]

mittelalterliche Darstellung der Verleugnung des Petrus

Der Titel des Buchs geht auf eine Stelle aus dem Markusevangelium zurück, in der Jesus zu Petrus sagt: „Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ (Mk. 14,30)

Weiter heißt es dann im griechischen Originaltext: Καὶ εὐθὺς ἐκ δευτέρου ἀλέκτωρ ἐφώνησεν. - Kai euthys ek deuterou alektōr ephonēsen. – „Und abermals krähte der Hahn.“ (Mk. 14,72)

Inhalt[Bearbeiten]

Das 1962 erschienene Werk, das sich kritisch mit dem Christentum auseinandersetzt, ist nach Darstellung des Autors „von einem Laien für Laien geschrieben“. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet die Darstellung der Entwicklung der antiken Kirche. Diese wird ergänzt durch kritische Betrachtungen zur Rolle vor allem der katholischen Kirche im Mittelalter und in der Neuzeit. Das Werk ist in vier Bücher unterteilt. Ein ausführlicher Anmerkungsteil ist beigefügt. Hier werden die Quellen zu mehr als 4000 Textstellen im Buch benannt, die Liste der benutzten Sekundärliteratur umfasst mehr als 700 Titel.

Erstes Buch: Die Evangelien und ihr Umkreis[Bearbeiten]

Die Geschichtlichkeit Jesu wird untersucht, ebenso die Frage nach der Entstehungsgeschichte der Evangelien. Hierzu werden verschiedene historische Quellen herangezogen, die die zahlreichen frühgeschichtlichen „Umdeutungen“ der biblischen Texte belegen sollen. Es werden vergleichende Betrachtungen zu Buddha, Asklepios u.a. angestellt.

Einleitend weist Deschner darauf hin, dass kirchliche Kräfte über die Jahrhunderte ein Interesse daran gehabt hätten, dass die Laien vom Originaltext der Bibel ferngehalten würden und führt zwei Belege an.

Die Synode von Toulouse bestimmte im Jahr 1229:

„Die Laien dürfen die Bücher des Alten und Neuen Testaments nicht besitzen.“

In einem kirchlichen Gutachten unter Papst Julius III. (1550–1555) heißt es:

„Endlich ist unter allen Ratschlägen, die wir zur Zeit geben können, der wichtigste, mit allen Kräften dahin zu streben, daß niemand auch das geringste aus dem Evangelium vorzüglich in der Volkssprache zu lesen erlaubt ist und werde.“

Zweites Buch: Paulus[Bearbeiten]

In diesem Buch geht der Autor den Polarisationen in der christlichen Urgemeinde sowie dem tatsächlichen und dem vermeintlichen Wirken des Paulus nach. Zur Rolle der Frau und zu den Anfängen des Zölibates gibt es in diesem Abschnitt eigene Kapitel.

Drittes Buch: Der Frühkatholizismus[Bearbeiten]

Vom Autor werden die Gründe für die frühchristliche Expansion untersucht sowie die Einrichtung erster christlicher Ämter und die Anfänge des Papsttums. Der Entstehung des Heiligenkultes aus der Märtyrer-Verehrung im 3. Jahrhundert wird in diesem Abschnitt ebenso nachgegangen wie dem Marienkult.

Viertes Buch: Die siegende Kirche[Bearbeiten]

In diesem Buch wird die Auseinandersetzung der katholischen Kirche mit Juden, Heiden und Ketzern anhand zahlreicher historischer Belege dargestellt. Der Stellung der katholischen Kirche zum Krieg ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Buchausgaben[Bearbeiten]

  • Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte von den Anfängen bis zu Pius XII.. Verlag H.E. Günther, Stuttgart 1962
  • Abermals krähte der Hahn. Eine Demaskierung des Christentums von den Evangelisten bis zu den Faschisten. Rowohlt, Reinbek 1972, ISBN 3-499-16788-3
  • Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte von den Evangelisten bis zu den Faschisten. Econ-Verlag, Düsseldorf-Wien 1980, ISBN 3-430-12064-0
  • Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte. Econ-Verlag, Düsseldorf-Wien 1986, ISBN 3-430-12059-4
  • Abermals krähte der Hahn. Moewig, Rastatt 1987, ISBN 3-8118-3266-2
  • Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte. Goldmann, München 1996, ISBN 3-442-72025-7
  • Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte. Edition Enfer, Lahnstein 2010, ISBN 978-3-941960-06-0

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]