Abersee (Gemeinde Sankt Gilgen)

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Abersee (Rotte)
Abersee (Gemeinde Sankt Gilgen) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Salzburg-Umgebung (SL), Salzburg
Pol. Gemeinde Sankt Gilgen  (KG Gschwand)
Ortschaft Gschwand
Koordinaten 47° 44′ 0″ N, 13° 25′ 46″ O47.7332513.429472222222543Koordinaten: 47° 44′ 0″ N, 13° 25′ 46″ Of1
Höhe 543 m ü. A.
Postleitzahl 5342f1f0
Vorwahl +43/06227f1
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Winkl-Ried-Gschwand (50330 001)
Bild
Wolfgangsee mit Schafberg, links die Zinkenbach-Schwemm als Halbinsel des Sees mit dem Ort Abersee ganz links am Bergfuß. Gegenüber Sankt Wolfgang, vorn Strobl.
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; SAGIS

Abersee, bis Ende 1979 unter dem Namen Zinkenbach, ist ein Ort im Nordosten des österreichischen Bundeslandes Salzburg und liegt im Bezirk Salzburg-Umgebung. Er ist Teil der am Wolfgangsee gelegenen Gemeinden Sankt Gilgen und Strobl und gehört zur Region Salzkammergut. Neben der Landwirtschaft ist der Fremdenverkehr von wirtschaftlicher Bedeutung. Der Ort ist auch bekannt für die früher dort angesiedelte Zinkenbacher Malerkolonie.

Geografie[Bearbeiten]

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Name Abersee geht bis ins Frühmittelalter zurück und ist urkundlich schon 788 als „Abriani lacus“ erstmals als Bezeichnung für den Wolfgangsee belegt.[1] Der Name hat sich in der Folge auf die gesamte Region des Wolfgangsees übertragen. Noch heute wird der Wolfgangsee gelegentlich als „Abersee“ bezeichnet, und ein Heimatmuseum in Strobl trägt den Namen Aberseer Heimathaus,[2] welches aber nicht im Ort Abersee liegt. Für diesen wurde bis Ende 1979 der Name Zinkenbach verwendet, eine Übertragung vom gleichnamigen Bach, der vom südwestlich gelegenen Hohen Zinken (1764 m ü. A.) herabfließt. Mit Jahresbeginn 1980 wurde der Ort in Abersee umbenannt.

Der Name Abersee wird auch für den gesamten Siedlungsraum entlang des Zinkenbaches von Abersee bis zu seiner Mündung in den Wolfgangsee gebraucht, mithin für eine Strecke von rund 2,3 km, die die Ortslage Langgassen und den Ort Reith mit einschließt.[3]

Lage[Bearbeiten]

Abersee liegt am Südufer des Wolfgangsees auf einem ebenen Schwemmkegel des Zinkenbaches, der durch den Ort fließt und die Grenze zwischen den Gemeinden St. Gilgen und Strobl bildet. Der kleinere Teil im Süden bis Südosten des Siedlungsraums liegt im Gemeindegebiet von Strobl. Auf der Höhe von Abersee hat der Wolfgangsee seine schmalste Stelle. Die Südseite des Ortes wird begrenzt durch die Nordostabdachung der Osterhorngruppe, namentlich den Breitenberg (1260 m47.71527777777813.3886111111111260), einem Vorberg des Königsberger Horns.

Der nördliche, zu St. Gilgen gehörende Teil von Abersee liegt in der Katastralgemeinde und gleichnamigen Ortschaft Gschwand, der südliche kleinere Teil in der zu Strobl gehörenden Katastralgemeinde und ebenfalls gleichnamigen Ortschaft Gschwendt. Nachbarorte sind:

Brunn Reith
Nachbargemeinden Langgassen
Gschwendt

Geschichte[Bearbeiten]

1874 wurde in Zinkenbach eine einklassige Volksschule gegründet, die zu Anfang etwa 50 Schüler besuchten. Als Unterrichtsstätte und Klassenzimmer fungierte am Beginn das Tanzlokal in der örtlichen Mühle. Erst ein Jahr später wurde ein neu erbautes Schulhaus eröffnet.

Zwischen 1927 und 1938 siedelten sich in Abersee, zu jener Zeit noch „Zinkenbach“ genannt, mehrere österreichische Künstler, hauptsächlich aus Wien an, so etwa Ludwig Heinrich Jungnickel, Franz von Zülow, Josef Dobrowsky, Georg Ehrlich und Leo Delitz.[4] Heute erinnert das Museum Zinkenbacher Malerkolonie an diese Zeit.

Ein Postamt wurde 1956 eingerichtet und 1986 eine neu errichtete katholische Kirche eingeweiht.

Blick auf Schafberg-Leonsberg-Gruppe von Leitnerbauer (südöstlich von Abersee) nach Norden, Richtung St. Wolfgang

ganz links fern: Almkogelgruppe · links Schafbergstock: Falkensteinerwand (795 m), bewaldet Reinigspitz (1460 m) und Wände des Teufelhauses (1415 m), schräg unterhalb Hochwänd, dahinter Schafbergalm (Anstiegsroute der Schafbergbahn) · mitte links: Schafberggipfel mit Hotel (1782 m) und Grat zur Spinnerin (1725 m), Törlspitz (1589 m), bewaldet mit Felsgipfel Vormauerstein (1450 m), Käferwandl (1320 m) · mitte rechts: Hochtal des Schwarzensees, Bürgl (745 m) am Ostende des Wolfgangsees über Strobl, dahinter Zimnitz/Leonsberg: pyramidenförmig Scheiblingkogel (1428 m), Leonsberg (1745 m), Mitterzinken (1702 m), Gartenzinken (1557 m) · rechts fern: Höllengebirge mit Hohem Schrott (1839 m) · ganz rechts: Osterhorngruppe, Nordabdachung: Füße von Sparber und Rettenkogel sowie Katergebirge mit Katrin (1544 m) und Hainzen (1639 m)

Verkehr[Bearbeiten]

An der Straße von Salzburg nach Bad Ischl, der heutigen Wolfgangsee Straße (B158), die noch heute den Ort passiert, gab es im 19. Jahrhundert bei der Brücke über den Zinkenbach eine Mautstelle. Von 1893 bis zu ihrer Einstellung 1957 befand sich in Abersee eine Haltestelle der Salzkammergut-Lokalbahn. Heute ist der Ort mit Postbussen erreichbar. Eine rund 1,5 km lange Verbindungsstraße nach Reith führt an das Wolfgangseeufer.

Kultur und Soziales[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Museum Zinkenbacher Malerkolonie [5]
  • Das Ausstellungsgebäude Blue Dome ist ein Gebäude mit 1000 m² Ausstellungsfläche und angeschlossener 2500 m² großer Gartenanlage und beschäftigt sich mit dem Phänomen Wasser in interaktiven und informativen Exponaten. Ende Oktober 2007 musste die erst im Juni 2006 eröffnete Wassererlebniswelt wegen mangelnden Besucherinteresses den Betrieb einstellen und Konkurs anmelden. Jetzt nennt sich die Anlage Abarena (gebildet aus Abersee und Arena) und ist für besondere Ausstellungen gedacht. Derzeit wird eine Dinosauriaausstellung gezeigt, wobei im Außenbereich ca. 50 lebensgroße Tiermodelle zu sehen sind.

Vereine[Bearbeiten]

Von den zahlreichen Vereinen und Organisationen von St. Gilgen gelten folgende als eigentliche Aberseer Gruppierungen:

  • Abersee Perchten
  • Die Wale (Freizeitverein)
  • Heimatverein D'Aberseea
  • Jugendchor Abersee
  • Museumsverein Zinkenbacher Malerkolonie
  • Prangerschützen Abersee
  • St.-Konrad-Chor Abersee
  • Theatergruppe Abersee
  • USC Abersee (Sportklub)
  • Wassergenossenschaft Abersee

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Abersee Perchten Show
  • Aberseeer Zeltfest (jährlich gegen Ende Juli)
  • Aberseeer Sommerfest

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Namensgeschichte vgl. Franz Hörburger: Salzburger Ortsnamenbuch, bearbeitet von Ingo Reiffenstein und Leopold Ziller, hrsg. von der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982, S. 154; Leopold Ziller: Aberseer Namenbuch. Flur-, Haus- und Familiennamen des Gerichtsbezirkes St. Gilgen, herausgegeben und verlegt durch die Raiffeisenkasse St. Gilgen, Fuschl, Strobl, St. Gilgen/Fuschl/Strobl 1977, S. 12f.
  2. Aberseer Heimathaus Lipphaus auf www.strobl.at, abgerufen am 18. März 2013.
  3. Ortsplan-Layer im amtlichen Geografischen Informationssystem des Landes Salzburg (SAGIS).
  4. Künstler 1927-1938. Museum Zinkenbacher Malerkolonie, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  5. Website des Museums Zinkenbacher Malerkolonie www.malerkolonie.at