Abfangjäger

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Ein Abfangjäger ist ein auf die Verfolgung, Abdrängung und Vernichtung unbekannter oder feindlicher Luftfahrzeuge spezialisiertes Jagdflugzeug.

Eine sowjetische Su-27 Flanker und eine US-amerikanische F-16A Fighting Falcon im August 1990

Aufgaben[Bearbeiten]

In Friedenszeiten[Bearbeiten]

In Friedenszeiten stehen auf Luftwaffenstützpunkten Alarmrotten (zwei Flugzeuge) in ständiger Bereitschaft, um auf plötzlich auftretende potentielle Bedrohungen des Luftraums (heute weniger durch feindliche Militärflugzeuge als durch Terroristen und Flugzeugentführer) schnell reagieren zu können. Auch Begleitflüge von beschädigten Flugzeugen zur Landung gehören zu ihrem Aufgabenbereich. Ihre Ausrüstung besteht aus einer gemischten Bewaffnung aus radargelenkten Luft-Luft-Raketen mittlerer Reichweite, wärmesuchenden IR-Raketen für Kurzstrecken und Außentanks mit zusätzlichem Treibstoff, um möglichst schnell ihr Ziel zu erreichen und verdächtige Flugzeuge entweder aus dem eigenen hoheitlichen Luftraum hinaus oder bis zur Landung auf einem Flughafen eskortieren zu können. Sollte es zum Kampf kommen, werden die Außentanks abgeworfen, um eine höhere Wendigkeit der Jäger zu erreichen.

Der Befehl zum Waffeneinsatz in Friedenszeiten ist in den meisten Ländern dem Verteidigungsminister oder einem ranghohen Militär vorbehalten, die im Fall der Fälle kurzfristig über das Aufsteigen der Abfangjäger und die Lage informiert werden. In Deutschland ist dies nach dem neuen Luftsicherheitsgesetz der Verteidigungsminister oder sein Stellvertreter, der Außenminister. Diese dürfen in Deutschland jedoch nicht den Abschuss eines Passagierflugzeuges befehlen, da die dabei zwangsläufige Tötung unschuldiger Flugpassagiere zur Rettung anderer Personen am Boden dem Grundgesetz widerspricht.

Die deutsche Luftwaffe kann spätestens 15 Minuten nach einer Alarmierung Flugzeuge in der Luft haben. Dazu sind zwei mit Eurofighter Typhoon ausgestattete Alarmrotten beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg an der Donau (südlicher Teil Deutschlands bis zum Main) und bei der Taktischen Luftwaffengruppe „Richthofen“ in Wittmund (Ostfriesland) (nördlicher Teil Deutschlands) stationiert (bis 2013: McDonnell F-4). Im Falle eines tatsächlichen Alarms wird ihr Einsatz vom Luftlagezentrum der Bundeswehr in Kalkar aus geführt, wo alle Informationen zusammenlaufen. Etwa einmal pro Woche müssen in Deutschland tatsächlich Abfangjäger aufsteigen, weil Merkwürdigkeiten am Luftlagebild auftreten, beispielsweise nicht angemeldete Flugbewegungen oder ungeplante Kursabweichungen.

Das österreichische Bundesheer hat als Alarmrotte zwei Eurofighter in Zeltweg in Bereitschaft.

In Kriegszeiten[Bearbeiten]

In Kriegszeiten ändert sich die Aufgabe der Abfangjäger dahingehend, dass sie anfliegende feindliche Bomber und deren Begleitjäger möglichst bekämpfen sollen, bevor diese ihr Ziel erreichen und Schaden anrichten können.

Liste von Abfangjägern[Bearbeiten]

Die F-14A Tomcat, ein ehemaliger Abfangjäger der US-Marine

Konstruktiv kann man unter den Abfangjägern zwei Grundtypen unterscheiden:

Durch Fortschritte in der Luftfahrzeugtechnik und Aerodynamik ist es heute möglich, ein in beiden Aufgabenbereichen gutes Flugzeug zu bauen, ohne bei der Leistung Abstriche machen zu müssen, so dass heute fast nur noch letztere Typen und kaum noch reine Abfangjäger gebaut werden.

Dedizierte Abfangjäger[Bearbeiten]

Abfang- und Luftüberlegenheitsjäger[Bearbeiten]

MiG-23

Abfangjäger und Mehrzweck-Jagdbomber[Bearbeiten]

Ein Eurofighter der deutschen Luftwaffe

Siehe auch[Bearbeiten]