Abgaswärmetauscher

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Dieser Artikel beschreibt Abgaswärmetauscher in Heizungsanlagen. Zu Abgaswärmetauschern in Kraftwerken und Industrieanlagen siehe Abhitzedampferzeuger.

Ein Abgaswärmetauscher, auch AWT genannt, dient der Rückgewinnung von Abwärme aus Abgasen bestehender Verbrennungsöfen, die mit Holz, Öl oder anderen Brennstoffen betrieben werden. Er stellt eine Anlagenkomponente einer Zentralheizung dar. Diese Heiztechnik wird Brennwertheizung genannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Funktionsweise

Der Einbau eines AWT an Heizungs- und Industrieanlagen ermöglicht, die im Heizungsrauch befindliche Wärmeenergie für die Anhebung der Heizungsrücklauftemperatur zu nutzen. Diese Wärme, welche ansonsten ungenutzt bliebe, wirkt sich direkt reduzierend auf den Energieverbrauch für die Wärmeaufbereitung aus, dadurch wird, je nach Anlage, weniger Erdöl, Erdgas oder Holz benötigt um das Wasser aufzuwärmen. Den ersten Teil der Aufbereitung übernimmt nun die Abgaswärme denn die zum Schornstein abgehende Wärme wird über ein Register geleitet, somit wird ein Teil der Wärmeenergie wieder dem Kesselwasser zugeführt.

[Bearbeiten] Brennwerttechnik

Der große Vorteil einer Brennwertheizung ist die zusätzliche Nutzung der Wärmeenergie in den Abgasen. Die durch die Verbrennung entstehenden Heizgase werden durch den Wärmetauscher geführt und erhitzen dabei das Heizwasser, das in Gegenrichtung des Abgases durch den AWT fließt. Das kalte Heizwasser, das zuvor seine Wärme über die Fußbodenheizung oder die Heizkörper abgegeben hat, entnimmt den Heizgasen die Wärme. Durch diese starke Abkühlung der Gase kommt es zur Kondensation und zur Freisetzung von Wärme, welche ebenso auf das Heizwasser übertragen wird.

Hydraulische Strangschema für eine Heizungsanlage mit einem Heizkreis, Boiler und Abgaswärmetauscher

[Bearbeiten] Technische Anleitung

Der AWT wird zwischen Heizkessel und Kamin eingebaut. Die heißen Rauchgase werden von 120 bis 1200 °C auf 30 bis 60 °C abgekühlt. Die dabei gewonnene Wärmeenergie wird auf das Heizungs- bzw. Brauchwasser übertragen. Durch diese Abkühlung kondensiert der Wasserdampf (bei Erdöl ab 47 °C, bei Erdgas ab 57 °C), was die Wärmeübertragung von Abgas auf Wasser zusätzlich erheblich begünstigt. Gleichzeitig werden verschiedene Schadstoffe aus dem Rauchgas ausgewaschen. Gemäß den kantonalen Vorschriften wird das Kondensat direkt oder via Neutralisationsbox in die Kanalisation eingeleitet. Die kompakte Bauweise des AWT ermöglicht einen nachträglichen Einbau in praktisch jede Heizungsanlage.[1]

[Bearbeiten] Kondensation = Niedrige Abgastemperaturen

Der AWT kühlt die Abgase und führt deren Energie (meist durch Wasser) in einen Heizkreislauf ab. Um eine möglichst große Fläche zu erhalten, die durch das Abgas erhitzt wird, werden die Rohre zur Energieabfuhr meist quer durch das Abgasrohr geführt.

Pro Liter kondensierendem Wasser kann maximal 0,67 kWh (Kondensationswärme) dem Wasserkreislauf der Zentralheizung mitgegeben werden. In der Praxis erfolgt die Abkühlung der Abgase im Kondensator durch den Heizungsrücklauf; um einen möglichst großen Anteil des Verbrennungswassers zu kondensieren, sind daher niedrige Rücklauftemperaturen anzustreben. Die abgekühlten Abgase steigen allerdings meist nicht mehr selbständig im Kamin hoch, was einen Gebläsebrenner oder einen Abgasventilator erforderlich macht. Im Kamin kann zusätzliche Kondensation auftreten.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Aufbau und Wirkungsweise eines Abgaswärmetauschers
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