Abigail Williams

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Dieser Artikel behandelt die Person Abigail Williams. Für die US-amerikanische Metal-Band gleichen Namens siehe Abigail Williams (Band).
Protokoll von Abigail Williams' Aussage gegen George Jacobs, jr.
Reverend Samuel Parris (1653–1720)
Tituba, eine der ersten Beschuldigten der Salemer Hexenprozesse
(Illustration von 1878)

Abigail Williams (* 12. Juli 1680 – 1699) spielte eine wichtige Rolle bei den Hexenverfolgungen von Salem im Jahre 1692. Die elfjährige Abigail und ihre neunjährige Cousine Betty Parris waren der Anlass für die Hexenverfolgung.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Abigail Williams war Waise, nachdem sie ihre Eltern bei einem Zusammenstoß mit Indianern verloren hatte. Sie lebte im Haus ihres Onkels, dem Erweckungsprediger Samuel Parris. Ihr Onkel Parris stammt aus London[1] und emigrierte in den frühen 1660ern mit seiner Familie aus religiösen Gründen. Nach seinem Studium in Harvard und trat nach dem Tod seines Vaters sein Erbe in Barbados, eine Zuckerplantage an. Dort kaufte er die karibische Sklavin Tituba. Nachdem 1680 ein Hurrikan seine Plantage zerstört hatte, verkaufte er etwas Land, kehrte nach Boston zurück und nahm Tituba mit. Er heiratete Elizabeth Eldridge,[2] mit der er drei Kinder namens Thomas Parris, Elizabeth „Betty“ Parris (1682 – 1760) und Susannah Parris hatte. Die Einkünfte aus seinem Handel und der Plantage genügten nicht und er sah sich nach einer Pfarrstelle um. 1689 wurde er zum Pfarrer der streng puritanischen Gemeinde von Salem ernannt. Der Schwerpunkt seiner Predigten lag auf dem Kampf zwischen Gottes auserwähltem Volk und dem Satan. Zwischen Parris und seiner Gemeinde gab es Spannungen, so eine Diskussion darüber ob Parris Gehalt bezahlt werden soll. Diese Spannungen führten unter anderem zu der Hexenverfolgung, deren ersten Betroffenen seine Tochter und seine Nichte waren.[3]

Im Winter 1691/1692 begannen Abigail Williams und Betty Parris sich auffällig zu verhalten. Gemäss dem Augenzeugen Reverend Deodat Lawson, Parris Amtsvorgänger, hatten die beiden Kinder Anfälle, bei denen sie mit den Armen rudernd durch die Zimmer rannten, sich unter Stühle duckten, versuchten den Kamin hochzuklettern, seltsam sprachen und sich ihre Körper unnatürlich verrenkten. Die Dorfbevölkerung von Salem war beunruhigt. Abigail wurde von den Nachbarn beschuldigt, ihre Cousine zu verhexen. Der Arzt William Griggs diagnostizierte nach eingehender Untersuchung und dem Ausschluss aller damals bekannten psychischen Störungen, dass die Mädchen vom Teufel besessen sind.[4] Die Mädchen schienen von der unsichtbaren Hand des Teufels verrenkt zu werden. Abigail und Elisabeth bestätigten dies, indem sie schilderten, wie sie durch unsichtbare Hände gequält würden.

Es ist jedoch möglich, dass eine Lebensmittelvergiftung mit Mutterkorn vorlag, dass die Kinder bei ihren Voodoo-Spielen, an denen Tituba beteiligt war, zu sich genommen haben könnten.[5]

Hexenprozess[Bearbeiten]

Parris griff den Verdacht auf Hexerei auf und meinte, dass die Stadt von Satan besetzt worden sei. Ein Heer von kleinen Teufeln stehe bereit, in die neue Siedlung einzudringen. Elisabeth berichtete, dass Satan versucht habe, sich ihr zu nähern. Da sie ihn abgewiesen habe, schicke er nun seine Handlanger, die Hexen.

Um den Angriff Satans abzuwehren, sollten die Hexen identifiziert und benannt werden.[6] Betty und Abigail wurden bedrängt, Namen von Personen zu nennen, die die Mädchen verhext hatten. Sie beschuldigten zunächst die drei Frauen Sarah Good, Sarah Osborne und Tituba. Sarah Good war eine stadtbekannte Bettlerin, Tochter eines französischen Gastwirts; ihr wurden häufige Selbstgespräche nachgesagt. Sarah Osborne war eine bettlägerige ältere Frau, die die Kinder ihres ersten Mannes um ihr Erbe gebracht haben sollte, indem sie es ihrem neuen Mann geschenkt hatte.[7][8] Tituba berichtete von Hexenversammlungen und behauptete, einige Namen im Buche Satans gesehen zu haben.

Am 29. Februar 1692 wurden die drei Frauen wegen Hexerei gefangen genommen.[9] Sie wurden alle drei schuldig gesprochen, wobei nur Tituba die Hexerei gestand. Da die anderen beiden Frauen nicht gestanden, wurde Sarah Good gehängt und Sarah Osborne starb im Gefängnis. Auch das neugeborene Baby von Sarah Good starb im Gefängnis. Tituba wurde nach einem Jahr aus dem Gefängnis entlassen, nachdem ein Unbekannter die dafür notwendigen Gebühren bezahlt hatte.[10] Im Verlauf der Hexenverfolgung in Salem wurden 150 Menschen angeklagt.

Nach dem Ende der Hexenprozesse lief Abigail aus Salem und dem Haus ihres Onkels fort.

Wirkung[Bearbeiten]

Die Figur der Abigail Williams ist die Hauptperson in dem Theaterstück Hexenjagd von Arthur Miller aus dem Jahr 1953. Das Drama basiert auf den Abläufen, die sich im Jahre 1692 in Salem laut der Überlieferung abspielten. Obwohl das Stück auf den Fakten der Hexenprozesse beruht, ist es historisch nicht ganz korrekt. Aus dramatischen Gründen ist die Figur Abigail Williams ungefähr 17 Jahre alt und hat eine Affaire mit John Proctor, der im Zuge der Hexenprozesse angeklagt wurde. Die echte Abigail war jedoch ein Kind und lebte mehr als 18 km von der Farm Proctors entfernt. Zu jener Zeit war das eine so grosse Entfernung, dass eine Beziehung zwischen den Beiden fast unmöglich gewesen wäre.

In dem Kinderbuch Tituba of Salem Village von Ann Petry aus dem Jahr 1956 kommt die Figur Abigail Williams vor.

Der Spielfilm Die Hexen von Salem (französisch Les sorcières de Salem), einer belgisch-ostdeutschen Koproduktion von 1957, basiert auf dem Theaterstück Hexenjagd von Arthur Miller. Das Drehbuch schrieb Jean-Paul Sartre. Abigail Williams wird von Mylène Demongeot dargestellt.

Abigail Williams ist eine Figur in dem Roman von Maryse Condé Ich, Tituba, die schwarze Hexe von Salem. (1986, englisch Tituba: Black Witch of Salem, ISBN 978-3426080740).

In dem Film Hexenjagd von 1996, der ebenfalls auf dem Theaterstück von Arthur Miller basiert, spielt Winona Ryder die Hauptfigur Abigail Williams.

Eine Metal-Band (Death Metal und Black Metal), die sich 2004 in Phoenix (Arizona) gegründet hat, nennt sich Abigail Williams.

In dem US-amerikanischen Fantasy-Abenteuerfilm Duell der Magier (2010, Originaltitel The Sorcerer’s Apprentice) tritt Nicole Ehinger als Abigail Williams in einer kleinen Nebenrolle auf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Larry Gragg: A Quest for Security, S. 1–2. Abgerufen am 9. November 2011. 
  2. Larry Gragg: A Quest for Security, S. 14–32. Abgerufen am 9. November 2011. 
  3. Starkey Marion L: The Devil in Massachusetts, S. 26–28. Abgerufen am 9. November 2011. 
  4. Boyer and Stephen Nissenbaum, Salem Possessed: The Social Origins of Witchcraft. Cambridge: Harvard University Press, 1974. Print. (pp. 2–3).
  5. Ergotism: The Satan Loosed in Salem? (PDF; 1,3 MB) – Linnda R. Caporael, Science, vol. 192, April 1976
  6. Rube Blix Hagen: Dei europeiske trolldomsprosessane. Oslo 2007, ISBN 978-82-521-7016-0, S. 70–80. S. 72.
  7. Elaine G Breslaw: Reluctant Witch of Salem: Devilish Indians and Puritan Fantasies. New York, University Press, 1996
  8. Veta Smith Tucker: Purloined Identity: The Racial Metamorphosis of Tituba of Salem Village. Journal of Black Studies, März 2000)
  9. Boyer and Stephen Nissenbaum, Salem Possessed: The Social Origins of Witchcraft. Cambridge: Harvard University Press, 1974. Print. (p. 3).
  10. Games, Alison. Witchcraft in Early North America. Plymouth: Rowman & Littlefield Publishers, Inc., 2010. Print. (p. 176).

Weblinks[Bearbeiten]