Abischag

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Abischag war im Alten Testament eine Frau, die David, den König von Israel, in seinen letzten Lebenswochen pflegte.

Abischag war ein Mädchen, das aus der kleinen Ortschaft Schunem, nördlich von Jerusalem, stammte. Als die Höflinge von David überall nach einem Mädchen suchten, das David pflegen konnte, fanden sie Abischag. Diese, laut 1. Buch der Könige ein „schönes“ Mädchen, diente bis zu Davids Tod für den alternden Herrscher, hatte aber keine geschlechtliche Beziehung mit ihm (1 Kön 1,4 EU). Der für diese Form der Pflege beziehungsweise „Therapie“ gebräuchliche Begriff „Sunamitismus“, leitet sich von Abischag von Sunem ab. Dem Talmud zufolge (Synhedrin, fol 22a) erlaubten die geistlichen Beistände des Königs zwar ein „Beisammensein“ mit Abischag, nicht aber eine Scheidung von einer seiner anderen Frauen, um sie zu heiraten.

Nach dessen Ableben begehrte Davids Sohn Adonija Abischag und erbat sie sich zur Frau. Doch Salomo, der rechtmäßige Herrscher Israels, ließ den Konkurrenten um den Thron – seinen eigenen Halbbruder – von Benaja ermorden (1 Kön 2,17–25 EU).

Danach findet Abischag in der Bibel keine Erwähnung. Katholische Kommentatoren loben Davids Enthaltsamkeit, die wie gleichfalls eine pro-forma-Ehe mit seiner Pflegerin, Voraussetzung dafür gewesen sei, dass sein Sohn Salomon Abischag habe heiraten dürfen.

Verfilmungen[Bearbeiten]

In Die Bibel – Salomon von 1997 wurde Abischag durch die Italienerin Maria Grazia Cucinotta dargestellt, in Salomon und die Königin von Saba von 1959 durch die ebenfalls aus Italien stammende Marisa Pavan.

Dramatische Verarbeitung[Bearbeiten]

Ein Drama in einem Vorspiel und drei Aufzügen verfasste Gerdt von Bassewitz über dieses Thema mit dem Titel Die Sunamitin. Es erschien in Buchform in Leipzig 1912 beim Ernst Rowohlt Verlag und war das erste von drei David-Dramen des Verfassers. Bassewitz erhielt für das Stück mit Arno Holz und Frank Wedekind zusammen den Preis, den die Kölner literarische Gesellschaft für „ernst zu nehmende Autoren“ in jenem Jahre zum ersten Mal ausgesetzt hatte. Die Uraufführung fand im Winter dieses Jahres in Köln statt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. entnommen dem Nachlass Franz Brümmer, online

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abischag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien