Abklatsch (Drucktechnik)

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Als Abklatsch wird im Buchdruck ein Reproduktionsverfahren zur schnellen Erstellung von Vorabzügen und Korrekturfahnen bezeichnet.

Beim Abklatsch wird der Abzug nicht mit einer Druckerpresse erstellt, sondern das zu bedruckende Material wird auf das mit Druckerschwärze eingefärbte Klischee gelegt und mit der Bürste abgeklopft, wobei die Farbe auf den Druckbogen „abgeklatscht“ wird.

In der Druckersprache wird der Begriff auch allgemein für ungewollte Abdrucke von noch nicht getrockneter Farbe verwendet. So entstehen zum Beispiel spiegelverkehrte Abklatsche in Tiefdruckmaschinen durch fehlendes Papier. Hierbei wird das Druckbild auf die Anpresswalze übertragen, so dass der nächste Papierbogen sowohl vom Druckzylinder als auch von der Anpresswalze bedruckt wird.
Der gleiche Effekt tritt auch in anderen Druckverfahren auf, wenn aus Papiermangel auf den Aufzug oder den Gegendruck gedruckt wird.

In der künstlerischen Druckerei wird mit dem Abklatschverfahren eine besondere Form der Monotypie bezeichnet. Dabei wird mit einmalig gestalteten Druckformen gearbeitet, die auf Papier abgeklatscht oder umgedruckt werden. Das besondere an der Technik ist die Verwendung von leicht spaltbarer und meist wässriger Farbe sowie wenig Druck. Speziell für diese Technik wird sogenanntes Abklatschpapier (besonders saugfähig und naßreissfest) angeboten.

Auch Zeichnungen wurden oft „abgeklatscht“, von Künstlern selbst (im 17. Jahrhundert z. B. Guercino), in späterer Zeit aber auch als einfaches Reproduktionsverfahren. Im Englischen als counterproof bezeichnet, im Französischen als contre-épreuve.