Ablaufberg

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Schematische Darstellung eines Ablaufberges (A: Berggleise, B: Ablaufberg, X: Brechpunkt, C: Weichenzone, D: Talgleise)
Ablaufberg im Bahnhof Itzehoe
Symbol für Bergverbot an Eisenbahnwagen. Dieser Wagen darf nicht über den Ablaufberg fahren.

Der Ablaufberg (auch Ablaufrücken, Ablaufhügel, Eselsrücken oder seltener Rangierberg, in Österreich Rollberg) ist ein in der Regel künstlich angelegter Hügel, über den ein Gleis verläuft. In größeren Ablaufanlagen sind oft auch zwei Berggleise vorhanden. Ablaufberge dienen dem Ablaufenlassen oder Abdrücken von Güterwagen, die auf diese Weise nach ihren Bestimmungsorten sortiert werden. Sie sind in Rangierbahnhöfen sowie einigen Güter-, Werks- oder Hafenbahnhöfen zu finden.

Die zu rangierenden Wagen werden von einer Rangierlokomotive auf den Ablaufberg hinaufgefahren und auf dessen Spitze an den erforderlichen Stellen entkuppelt. Sie rollen dann, einzeln oder in kleinen zusammengekuppelten Gruppen und angetrieben durch die Schwerkraft, selbständig das Gefälle hinab und gelangen so, nach ihren Bestimmungsbahnhöfen geordnet, auf die Richtungsgleise der Richtungsgruppe. Sie werden (in mechanisierten Rangierbahnhöfen nach dem Vorbremsen mithilfe einer Gleisbremse) im Zielgleis entweder mit Hemmschuhen aufgefangen und angehalten oder von einer selbsttätigen Förderanlage übernommen und kuppelreif an stehende Fahrzeuge herangeführt.

Die Höhe eines Ablaufberges kann ungefähr aus dem Rollwiderstand der Wagen, insbesondere dem Krümmungswiderstand in den Verteilweichen und Bogen ermittelt werden. Typisch sind Höhen um 2 m, das Gefälle zu den Richtungsgleisen hin beträgt 30 bis 60 Promille.

Die früher üblichen Gleitlager verschlechterten die Laufeigenschaften der Wagen vor allem bei starker Kälte merklich. Der Grund hierfür war in erster Linie die Tatsache, dass das Öl in den Gleitachslagern in der kalten Jahreszeit wesentlich zäher war und die Wagen deshalb einen höheren Rollwiderstand besaßen. Zum Ausgleich wurden früher vielfach zwei Ablaufberge nebeneinander angelegt, wobei der Sommerberg bei warmem Wetter und der ungefähr 0,5–0,8 m höhere Winterberg bei kalter Witterung verwendet wurde.

Das Ablaufen der Wagen auf dem Ablaufberg wird durch das Abdrücksignal geregelt, was in modernen automatisierten Rangierbahnhöfen jedoch entbehrlich geworden ist.

Als Schlechtläufer werden Eisenbahnwagen bezeichnet, die beim Rangieren über einen Ablaufberg nur eine vergleichsweise geringe Geschwindigkeit erreichen und somit vor dem vorgesehenen Ziel stehenbleiben.