Ableitwiderstand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kondensator mit eingebautem Bleederwiderstand, gekennzeichnet durch paralleles Widerstands-Symbol

Ein Ableitwiderstand baut hohe Spannungen kontrolliert ab. Dafür verwendet man hochohmige (100 kΩ – 1 MΩ) Widerstände, die je nach Bedarf in Reihe oder parallel zur Spannungsquelle geschaltet werden. Durch den hohen Widerstand wird ein plötzlicher Stromstoß vermieden und die vorhandene Energie baut sich langsam ab.

Parallelschaltung[Bearbeiten]

Der Ableitwiderstand (englisch bleed = ausbluten als Bleederwiderstand bezeichnet) ist bei elektrischen Kondensatoren wie Leistungskondensatoren oder Entstörkondensatoren in Netzfiltern unabdingbar. Er dient dazu, den Kondensator nach der Abschaltung bzw. bei Nichtbenutzung innerhalb einer bestimmten Zeit auf ungefährliche elektrische Spannungen zu entladen.

Bleederwiderstände sind so bemessen, dass sie die Funktion der Kondensatoren nicht beeinträchtigen, jedoch nach Abschaltung des Gerätes (und möglicherweise dem Öffnen des Gehäuses) deren Entladung innerhalb von üblicherweise maximal 5 Minuten auf eine Spannung von <50 Volt gewährleisten.

Sie sind eine Sicherheitsmaßnahme zur Verhinderung eines Stromschlages bei Reparaturen. Weiterhin verhindern sie die Wiederaufladung von entladenen Kondensatoren aufgrund von in deren Dielektrikum möglicherweise noch vorhandenen Ladungen. Wandern diese Ladungen zu den Elektroden, können Kondensatoren ansonsten auch nach Entladung wieder gefährliche Spannungen annehmen.

Bleederwiderstände können direkt in den Kondensatoren eingebaut sein oder sich im Anschlusskasten oder an den Anschlussklemmen befinden. Kondensatoren mit eingebauten Bleederwiderständen sind meist auf dem Gehäuse mit einem Widerstandssymbol gekennzeichnet. Bleederwiderstände müssen eine ausreichende Spannungsfestigkeit und Verlustleistung besitzen, um im Dauerbetrieb nicht zu versagen.

Leistungskondensatoren für Betrieb an Hochspannung mit Bleederwiderstand sollen vor dem Berühren entladen und dann die Kontakte mit einem niederohmigen Kurzschluss versehen werden. Das Entladen großer Kondensatoren erfolgt über einen Schutzwiderstand ausreichender Spannungs- und Impulsfestigkeit, um Störlichtbögen zu vermeiden. Leistungskondensatoren, die keinen solchen Bleederwiderstand besitzen, müssen kurzgeschlossen gelagert werden.

Reihenschaltung/ ESD[Bearbeiten]

Wird im Rahmen von ESD-Maßnahmen (electro static discharge) vom Ableitwiderstand gesprochen, handelt es sich um eine Reihenschaltung eines ohmschen Widerstandes derselben Größenordnung zur Ableitung gegen Erde. Diese Reihenschaltung erscheint intuitiv erschwerend für den Ladungsabbau. Allerdings ist dieser zögerliche Abbau unabdingbar, um Stromspitzen zu vermeiden. Wäre der Widerstand deutlich kleiner oder ideal 0 Ω, zerstört der Stromimpuls empfindliche Bauteile und -gruppen sicher.

Literatur[Bearbeiten]