Ableton Live

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Ableton Live
Livelogo.png
Ableton Live Screenshot.png
Screenshot von Ableton Live 8
Basisdaten
Entwickler Ableton AG
Aktuelle Version 9.1
(20. November 2013)
Betriebssystem Mac OS X, Windows
Kategorie Digital Audio Workstation
Lizenz proprietär
Deutschsprachig ja
Ableton

Ableton Live ist ein für Windows und Mac OS X verfügbarer Sequenzer der Berliner Softwarefirma Ableton und ein Werkzeug zur Musikproduktion, das sich sowohl an die Zielgruppe Live-Musiker/DJs richtet, die ihre Musik in Echtzeit auf der Bühne darbieten, als auch an Produzenten, die mit Hilfe dieser Software musikalische Arrangements erstellen möchten.

Die Hauptstärken von Live liegen in der Echtzeitbearbeitung von Audioquellen (Samples), die je nach Belieben im Tempo und unabhängig davon in der Tonhöhe geändert (Time-Stretching), mit Effekten moduliert oder mit internen Instrumenten zusammengemischt werden können. Ebenso lassen sich Audioquellen in Echtzeit aufnehmen und virtuelle Instrumente oder Effekte (VST, ReWire etc.) ansteuern. Darüber hinaus ist Live in der Lage, MIDI-Geräte in die Performance einzubinden. Somit erlaubt Live das Komponieren / Improvisieren von Musik in Echtzeit, wobei die Software auch über so genannte MIDI-Controller (z. B. Tastatur, MIDI-Keyboard, Mischpult etc.) gesteuert werden kann. Die Fernsteuerung über MIDI erlaubt Musikern verschiedene Manipulationen zur selben Zeit, während dieses Feature mit einer Maus eher eingeschränkt ist. Für die MIDI-Steuerung wurde von Ableton in Kooperation mit Akai eine eigens auf Live abgestimmte Serie von MIDI-Controllern entworfen. Unter Anderem den APC20, APC40 und den APC80 (Eigenbau aus einem APC20 und einem APC40). Als Sequenzer kann Live auch bei Aufnahmen im Studio verwendet werden, wobei es durch eine intuitive Bedienung eine schnellere Bearbeitung ermöglicht.

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

Ab Version 5 verfügt Ableton Live über eine Funktion mit der Bezeichnung „Clip Freeze“, die dazu dient, die CPU-Auslastung zu reduzieren. Eingefrorene Tracks können nicht bearbeitet werden, belasten aber auch die CPU nicht mehr sonderlich. Des Weiteren wird eine Vielzahl an neuen und qualitativ hochwertigen Effekten (sechs neue/22 insgesamt) mitgeliefert. Die Effekte Phaser, Flanger, Auto Pan, Saturator, Arpeggiator und Beat Repeat sind seit der Version 5 fester Bestandteil von Live. Neben WAV- und AIFF- wird nun auch der Import von MP3-Dateien unterstützt.

Mit Live 5.2 integrierte Ableton die native Unterstützung für Intel basierte Apple Macintosh-Computer.

Ab Version 6 halten weitere Verbesserungen Einzug. Neben dem neuen Instrument „Sampler“, dem Effekt „Dynamic Tube“ und der Erweiterung vorhandener Instrumente und Effekte, ist Live nun auch in der Lage, eingefrorene Tracks zu bearbeiten, ohne sie vorher aufzutauen („Deep Freeze“). Live 6 bietet die Möglichkeit, eingebaute und externe Instrumente und Effekte nicht nur in den sogenannten Device-Groups zusammenzufassen, sondern zusätzlich auch in virtuellen Racks zu organisieren und dadurch zentral zu kontrollieren. Unter den angekündigten Neuerungen befinden sich unter anderem: Multi-CPU/Multi-Core Unterstützung, die Möglichkeit, Filme im QuickTime-Format zu importieren und somit zu vertonen, Tonspuren in einzelne Dateien zu exportieren und die direkte Unterstützung zahlreicher MIDI-Controller. Version 6 wird auf Wunsch mit einer umfangreichen Bibliothek gesampelter Instrumentenklänge, die so genannte Essential Instrument Collection (EIC), ausgeliefert.

Im November 2007 erschien die Version 7, am 2. April 2009 die Version 8. Version 8 bietet Verbesserungen im Warping, eine neue Groove-Funktion, die Möglichkeit, Spuren zu Gruppen zusammenzufassen, die neuen Effekte Vocoder, Looper, Limiter, Multiband Dynamics, Overdrive und Frequency Shifter sowie viele weitere kleinere Änderungen. Weiterhin ist ein Werkzeug für Online-Zusammenarbeit integriert, aber noch nicht freigeschaltet (im geschlossenen Beta-Test). In der Suite oder gegen Aufpreis gibt es das neue virtuelle Instrument Collision für perkussive Klänge und die Sample-Library Latin Percussion.

Die Benutzeroberfläche von Live wurde in verschiedenen Sprachen lokalisiert, darunter befindet sich auch eine deutsche Version.

Seit Version 8.2.6 ist Live kompatibel zum Mac OS X 10.7 Lion-Betriebssystem und unterstützt die Controller-Serie „Impulse“ von Novation. Anfang April 2012 wurde Version 8.3 veröffentlicht; ab dieser Version aktualisiert sich das Programm automatisch. Audiodateien können nun direkt aus dem Programm auf einen eigenen SoundCloud-Account hochgeladen werden. Mit dem Update auf 8.3.1 wurde die Kompatibilität zum OS X 10.8-Betriebssystem berücksichtigt.[1]

Version 9 bringt vor allem die Unterstützung des hauseigenen Hardwarecontrollers Push, die Möglichkeit Clip-Automationskurven aufzunehmen, einen überarbeiteten Browser, den neuen Glue Compressor und die Möglichkeit, Audio-Clips in MIDI umzuwandeln.

Literatur[Bearbeiten]

  • Björn Torwellen: Ableton Live Profi Guide. Know-How für Produktion und Performance. PPV Medien, Bergkirchen 2009, ISBN 978-3-937841-91-5.
  • Daryl Wise: Djing with Ableton Live. Skill Pack. Course Technology, s. l. 2006, ISBN 1-59863-253-1.
  • Uwe G. Hoenig: Ableton Live in der Praxis. Kreatives Audio-Sequencing leicht gemacht. Live-Performance und Studio-Arbeit Technik, Praxis, Tipps & Tricks. 2. Auflage. PPV Medien, Bergkirchen 2006, ISBN 3-932275-79-9.
  • Martin DeLaney: Ableton Live 5. Tips and Tricks. PC Publishing, Thetford 2006, ISBN 1-870775-09-0.
  • Chad Carrier: Ableton Live 5 power! The comprehensive guide. Thomson Course Technology, Boston MA 2006, ISBN 1-59200-975-1.
  • David Hill, Jr., Chad Carrier: Ableton Live 4 Power! Course Technology PTR, Boston MA 2004, ISBN 1-59200-531-4.
  • David Hill, Jr.: Ableton Live 2 Power! Muska & Lipman Publishing, Boston MA 2003, ISBN 0-585-49541-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ableton – Live 8 Release Notes. Ableton, abgerufen am 6. Oktober 2012.