Abolitionismus (Prostitution)

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Als Abolitionismus wird in der Geschichte der Frauenbewegung eine soziale Bewegung genannt, die auf die Abschaffung der staatlich kontrollierten Prostitution hin arbeitete.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Gründerin der abolitionistischen Bewegung wird die englische Frauenrechtlerin Josephine Butler genannt, die sich in einer leidenschaftlichen und langjährigen Kampagne gegen die Contagious Diseases Acts wendete. Diese Erlasse verfügten, dass Prostituierte sich medizinischen Zwangsuntersuchungen zu unterziehen hatten und hatten zum Ziel, auf diese Weise die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten zu verhindern. Die männlichen Kunden der Prostituierten blieben dagegen unbehelligt. Viele Frauen sahen in diesen Erlassen sowie ähnlichen Gesetzgebungen in anderen Ländern die bestehende sexuelle Doppelmoral zementiert, die Männern einen anderen Handlungsfreiraum als Frauen zubilligte.

Der Name „Abolitionismus“ ist eine bewusste Anlehnung an die US-amerikanische Antisklaverei-Bewegung: Butler wandte sich gegen die rechtliche und sexuelle Versklavung der Frauen, die ihrer Ansicht nach in der Prostitution und dem „weißen Sklavinnenhandel“ (Menschenhandel) ihren Höhepunkt fand.

Inspiriert von Josephine Butler und die von ihr geleitete Ladies’ National Organisation entstanden auch in vielen anderen Ländern so genannte Sittlichkeitsvereine. Während Josephine Butler jedoch libertinäre Ansichten vertrat und der Meinung war, dass eine Frau sich dafür entscheiden könne, körperliche Dienstleistungen zu verkaufen, unterstützten diese Organisationen die Beibehaltung der Strafbarkeit der Prostitution, vertraten überwiegend einen sehr strengen Moralkodex und forderten ein für beide Geschlechter gleichermaßen geltendes Keuschheitsgebot.

Schweiz[Bearbeiten]

1875 wurde in Genf die Fédération abolitionniste internationale (FAI) gegründet.

Abolitionistische Verbände der Schweiz[Bearbeiten]

Wichtige Aktivistinnen[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Deutsche Vertreter des Abolitionismus sind unter anderem Anna Pappritz, Minna Cauer, Katharina Scheven, Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann

Literatur[Bearbeiten]

Petra Schmackpfeffer. 3. Kapitel. Das Verhältnis der alten deutschen Frauenbewegung zur Prostitution. In: Dies. Frauenbewegung und Prostitution. Über das Verhältnis der alten und neuen deutschen Frauenbewegung zur Prostitution. Oldenburg 1989.