Abou-Chaker-Clan

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Der Abou-Chaker-Clan (auch Abou-Chaker-Familie) ist die Bezeichnung für einen palästinensisch-libanesischen Clan. Bis zu 300 Mitglieder der Großfamilie wohnen nach Schätzung der Polizei in Berlin, der Großteil davon in Neukölln.[1] Der Clan weist Eigenschaften der organisierten Kriminalität auf. Seine Mitglieder betreiben Schutzgelderpressungen, Drogen- und Waffenhandel oder sind im Rotlichtmilieu aktiv.

Kriminalität[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 wurden zahlreiche Wohnungen des Clans durchsucht und Waffen beschlagnahmt.[2] Es wurde von Kontakten zum Bremer Miri-Clan und zahlreichen Ablegern im ganzen Bundesgebiet berichtet.[3]

2010 war Mohammed „Momo“ Abou-Chaker Drahtzieher beim so genannten „Pokerraub“ im Berliner Grand Hyatt Hotel.[4] Er wurde zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.[5] Seit Mitte 2013 ist Mohammad Abou-Chaker Freigänger im offenen Vollzug.[3] Dem ältesten Bruder, Abdallah Abou-Chaker, ist als Intensivtäter ein eigener Sachbearbeiter bei der Polizei zugeordnet.[3]

2012 berichtete Spiegel TV über einen Prozess gegen eine Reihe von Mitgliedern des Clans. Überschattet wurden dabei die Dreharbeiten durch massive Einschüchterungsversuche von Seiten der Clanmitglieder im Flur des Gerichtsgebäudes.[6]

Im April 2013 wurde über den Stern bekannt,[7][8] dass der Rapper Bushido und das Clan-Mitglied Arafat Abou-Chaker sich wechselseitig Generalvollmachten über ihr gesamtes Vermögen erteilt haben.[9][10] Der Rapper Kay One war ebenfalls Mitglied des Clans, verließ diesen jedoch Anfang 2013. Seinen Angaben nach wurde er seitdem Ziel von Morddrohungen und stand zeitweise unter Polizeischutz.[11]

Die Berliner Staatsanwaltschaft ordnet die Aktivitäten der männlichen Mitglieder der Organisierten Kriminalität zu. Mafiöse Strukturen seien „eindeutig vorhanden und gerichtlich festgestellt worden“. „Sie begehen Straftaten im Bereich der Gewaltkriminalität“.[3] Der Anwalt Stefan Conen verteidigt den Clan: „Die Neuköllner Abou-Chakers sind nie als Intensivtäter geführt worden, sie wurden nur intensiv verfolgt.“[12]

Filmauftritt[Bearbeiten]

In dem Film Zeiten ändern dich, der von der Autobiografie Bushidos inspiriert ist und der kurze Zeit vor dem Pokerraub Premiere hatte, spielt Moritz Bleibtreu Arafat Abou-Chaker, als Statist tritt Mohammed Abou-Chaker selbst neben anderen Clanmitgliedern auf.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.henri-nannen-preis.de/sites/default/files/downloads/hnp2014_bushido_und_die_mafia_hnp-website.pdf
  2. http://www.berliner-zeitung.de/archiv/mehrere-verdaechtige-verhaftet---zahlreiche-wohnungen-und-klubs-durchsucht-polizei-zerschlaegt-kriminellen-familienclan,10810590,10326676.html
  3. a b c d e Bushido und die Mafia: Brisante Polizeiakten über den Araber-Clan. In: Spiegel TV Magazin. 21. April 2013, abgerufen am 8. April 2014.
  4.  Hannes Heine: Mutmaßlicher Initiator des Pokerraubs festgenommen. In: Tagesspiegel. 28. Mai 2010
  5. http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1863429/Pokerraub-Hohe-Strafe-fuer-den-Mann-im-Hintergrund.html
  6. Attacke auf Gerichtsflur: "Sag mir, wo Du wohnst!" - SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 9. Juni 2013.
  7. http://www.stern.de/kultur/musik/stern-exklusiv-bushido-gibt-mafia-clan-generalvollmacht-1998192.html
  8. http://www.spiegel.de/panorama/leute/skandalrapper-bushido-soll-engen-kontakt-zu-kriminellem-clan-haben-a-894959.html
  9. http://www.sueddeutsche.de/panorama/organisierte-kriminalitaet-in-berlin-bushido-soll-enge-verbindung-zu-mafia-clan-haben-1.1651809
  10. http://www.zeit.de/2013/26/rapper-bushido-abou-chaker/seite-2
  11. http://www.focus.de/kultur/musik/ich-wurde-abgezockt-rapper-kay-one-rechnet-mit-ex-kumpel-bushido-ab_aid_1125004.html
  12. Yassin Musharbash: Brüder im Geiste - DZ Nr. 26/2013