Abraham Isaak Kook

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abraham Isaak Kook

Abraham Isaak Kook (Kuck) (* 8. September 1865 in Grīva, heute ein Stadtteil von Daugavpils, Russisches Kaiserreich; † 1. September 1935 in Jerusalem), Mandatsgebiet Palästina hebräisch ‏הרב אברהם יצחק הכהן קוק‎, HaRav Avraham Yitzchak HaCohen Kook, auch unter dem Akronym HaRaIyaH bekannt, war ein jüdischer Gelehrter, aschkenasischer Großrabbiner für Palästina und gilt als einer der geistigen Väter des modernen religiösen Zionismus.

Leben[Bearbeiten]

Abraham Isaak Kook studierte Tora, Talmud und Kabbala in Ludza, Daugavpils und an der berühmten Jeschiwa von Waloschyn (heute in Weißrussland). Von 1895 bis 1904 war er Rabbiner in Bauska. 1904 wanderte er im Rahmen der zweiten Alija nach Palästina ein. Abraham Isaak Kooks Ankunft in Jaffa erfolgte am 13. Mai, als Oberrabbiner von Jaffa und Umgebung ließ er sich in Neve Zeddek nieder.[1]

Als erster aschkenasischer Großrabbiner für Palästina (eine Position, die später von den Großrabbinern Israels übernommen wurde), gründete er die Vereinigung der Großrabbinate von Israel, die Rabbanut, und Israels nationale Rabbinergerichte (Av Bet Din), die mit der israelischen Regierung zusammenarbeiten und für Rechtsangelegenheiten wie Ehe, Scheidung, Konversion und Bildung zuständig sind.

Er arrangierte politische Allianzen zwischen säkularen Zionisten und Anhängern des religiösen Zionismus. Seinem theologischen System zufolge sah er die jugendlichen, säkularen und sogar anti-religiösen, sozialistischen Pioniere, die Chalutzim, als Teil eines großen göttlichen Planes, durch den das Volk Israel aus seinem zweitausendjährigem Exil (hebr. Galut) erlöst würden.

Sein Einfühlungsvermögen für anti-religiöse Juden erregte den Verdacht seiner charedischen Gegner, die teilweise dem alten rabbinischen Establishment angehörten, das seit der Zeit der türkischen Kontrolle über Palästina existierte. Deren Oberhaupt, Rabbiner Joseph Chaim Sonnenfeld, war Rabbiner Kooks größter rabbinischer Rivale.

Rabbiner Kook ist Autor eines weitgefächerten Themenkatalogs von Werken über jüdisches Gedankengut und Mystizismus. Er gründete eine der angesehensten religiösen Schulen Israels, die Jeschiwa Merkas HaRaw Kook in Jerusalem. Gemeinsam mit seinem Sohn Zwi Jehuda Kook gilt Abraham Isaak Kook als geistiger Vater der messianistischen Siedlerbewegung Gusch Emunim.

Er ist der Vater von Zwi Jehuda Kook und der Onkel von Peter Bergson (1915–2001).

Schriften[Bearbeiten]

  • Abraham Isaak HaCohen Kook: Die Lichter der Tora. = Ôrôt hat-tôrā. Herausgegeben von Christoph Schulte und Eveline Goodman-Thau. Übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Timotheus Arndt. Mit einem Nachwort von Joseph Dan. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002515-8 (Jüdische Quellen 4), (hebräisch-deutsch).

Literatur[Bearbeiten]

  • John F. Oppenheimer (Hg.): Lexikon des Judentums, Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 390.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mordecai Naor: Eretz Israel. Das 20. Jahrhundert. Könemann, Köln 1998, ISBN 3-89508-594-4, S. 26

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abraham Isaak Kook – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien