Abseilen (Fluggerät)

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Beim Fast-Roping gleiten die Einsatzkräfte ohne Sicherung am Seil hinab. Vorteil dieser Variante ist die schnelle Einsatzbereitschaft am Boden da die Personen sich nicht vom Seil trennen müssen.
Die Notwendigkeit eines Seiles pro Person begrenzt die Abseilstärke der Mannschaft beim Speed-Rappeling.
Mitglieder des EOD Zug 222 der USS Theodore Roosevelt während einer SPIE-Übung
Abseilen mittels Seilwinde.
Abseilen in den Alpen im Rahmen einer Bergrettung.

Das Abseilen in der Luftfahrt ist die Verbringung einer Person oder eines Gegenstands von einem Fluggerät auf den Boden durch Abseilen.

Abseilarten[Bearbeiten]

Das Abseilen geschieht in der Regel von einem Hubschrauber aus. In ziviler Nutzung werden Personen passiv durch eine Seilwinde abgeseilt, sie werden gewinscht. Bei Einsätzen von polizeilichen oder militärischen Spezialeinheiten werden Personen hingegen zusätzlich aktiv abgeseilt, um schnell einen Einsatzort zu erreichen, ohne den Hubschrauber landen zu müssen. Hierbei gibt es mehrere Arten des Abseilens, die unterschieden werden müssen.

Grundsätzlich bedürfen alle Absetzarten besonderer Ausbildung, in Deutschland ist die Ausbildung und die Einsatzausbildung stark reglementiert und darf nur von Sondereinsatzkräften betrieben werden, die Auflagen der Berufsgenossenschaft sind sehr restriktiv und engen eine weitreichende Ausbildung somit ein.

Seilwinde[Bearbeiten]

Bei dieser Art wird eine von einem Elektromotor betriebene Winde eingesetzt, die die Person an einem Seil ablässt. Dabei wird der Haken an einen Karabinerhaken am Gürtel der Person oder an der Rettungsschlinge oder am Rettungskorb eingehängt. Im Gegensatz zum Abseilen beim Klettern wird hier die Person passiv abgelassen, d. h. sie wirkt bei dem Vorgang nicht mit. Eingesetzt wird diese Möglichkeit von zivilen sowie militärischen Organisationen beim Search and Rescue (Rettung/Bergung) und bei Hubschrauberversetzungen; dem Transfer von Personal auf See wie auch in unzugänglichem Gelände. Umgekehrt ist auch das Hochhieven von Personen oder Gerät mit der Seilwinde möglich.

Fast-Roping[Bearbeiten]

Hierbei werden an einem ausschwenkbaren Galgen dicke Seile abgelassen, an denen die Einsatzkräfte, einer nach dem anderen – je nach Seillänge können drei bis vier Personen dicht nacheinander am Seil hinabgleiten – ohne weitere Sicherung hinabrutschen. Es handelt sich dabei um Spezialseile, die wegen der großen Reibungswärme auf der Seiloberfläche aus vielen kleinen Seilen verseilt wurden. Die hinabrutschenden Einsatzkräfte tragen besondere Handschuhe oder umwickeln ihre Handschuhe mit Klebeband, das dann als Opferschicht beim Hinabgleiten verbraucht wird. Das Seil wird nach Absetzen des letzten Mannes abgeworfen. So können aus einem Black Hawk in etwa 30 Sekunden 14 Mann aus beiden Türen abgesetzt werden.

Diese Art zum Verbringen der Einsatzkräfte wird besonders beim Entern von Schiffen durch die Marine eingesetzt. Indem der Hubschrauber nicht landen muss, ist dieser kürzer einem möglichen Angriff ausgesetzt und behält gleichzeitig seine Manövrierfähigkeit während des Abseilvorganges. Diesen Umstand machen sich auch die Landstreitkräfte beim Absetzen von Truppen in bebautem Gelände zu nutze. Nachteil dieser Verbringung ist das Absetzen ohne Sicherung.

Speed-Rappelling[Bearbeiten]

Mit einem speziellen Abseilgerät, welches einhändig bedienbar ist, setzt sich jede Person mit einem eigenen normalen Kletterseil mit 10 bis 12 mm Durchmesser aus dem Helikopter ab. Das ablaufende Seil kann hierbei in einem Leinenbeutel am Bein des Abseilenden geführt werden, um ein Verheddern zu verhindern. Diese Art des Abseilen ermöglicht das gleichzeitige Absetzen von mindestens sechs Einsatzkräften. Nach der Landung müssen sich die Personen vom Seil trennen, die Seile werden dann vom Hubschrauber abgeworfen.

Wie auch das Fast-Roping ermöglicht das Speed-Rappelling eine Zeitersparnis gegenüber einer Landung und ermöglicht auch Zugang zu Orten an denen ein Hubschrauber nicht landen kann. Die Nachteile der geringen Abseilstärke der Einsatzkräfte wird durch mehr Sicherheit und der Möglichkeit eines Waffeneinsatzes am Seil ausgeglichen.

Special Patrol Insertion/Extraction[Bearbeiten]

Das als SPIE-rig (rig englisch für Ausrüstung) bezeichnete System ist eine Weiterentwicklung des Rappelling durch die US-Armee. Es dient wie das Fast-Roping und das Speed-Rappelling dem schnellen Anlanden aber auch Abholen von Einsatzkräften an unzugänglichen Stellen. Die Soldaten hängen bei diesem Verfahren während des Fluges an einem rund 30 Meter langen Seil, das am Hubschrauber oder Tiltrotorflugzeug befestigt ist.[1][2] Zivil ist dies mit einer Taubergung vergleichbar.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abseilen (Fluggerät) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. USMC Vorschrift: FMFM 7-40 Helicopter Rope Suspension Training (HRST) Operations
  2. Marine Corps Order 3500.42B. Department of the Navy, 1. Oktober 2012, abgerufen am 19. Oktober 2013 (PDF; 774 KB, englisch, Marine Corps Anweisung aus dem Jahr 2012 zur Abseilausbildung aus dem Hubschrauber).