Abstandsaktive Schutzmaßnahmen

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Unter abstandsaktiven Schutzmaßnahmen (engl. active protection system, kurz APS) versteht man Maßnahmen, um einen Panzer oder ein anderes Fahrzeug vor direkten Treffern zu schützen. Die Bedeutung dieser Systeme wird in Zukunft immer wichtiger, da sie als einzige in der Lage sind, einen Rundumschutz vor modernen Panzerabwehrlenkwaffen oder Hochleistungswuchtgeschossen zu gewährleisten, ohne dass sehr umfangreiche Panzerungen zu unakzeptabel hohen Fahrzeuggewichten führen.

Die abstandsaktiven Schutzmaßnahmen können prinzipiell in zwei Arten eingeteilt werden: Softkill- und Hardkill-Systeme.

Softkill-Systeme[Bearbeiten]

Unter Softkill-Systemen versteht man Abwehrsysteme, die die Bedrohung neutralisieren, ohne sie zu zerstören. Solche Systeme können zum Beispiel Täuschkörper abfeuern, um Zielsysteme zu verwirren, Störsender auf den Angreifer richten, um Elektronik von Raketen und Sprengfallen zu stören, Blendlaser einsetzen, um optische, ultraviolette und infrarote Sucher zu blenden, und die Nebelmittelwurfanlage aktivieren, um das Fahrzeug einzunebeln. Beispiele dafür sind:

Hardkill-Systeme[Bearbeiten]

Hardkillsysteme beabsichtigen, anfliegende Geschosse vor dem Auftreffen zu zerstören. Dabei wird das anfliegende Geschoss (Panzerabwehrlenkwaffe, Granate, Wuchtgeschoss usw.) durch Sensoren, zum Beispiel Radar, geortet. Entscheidet der Computer, dass eine Bedrohung vorliegt, leitet er im Zeitraum von Millisekunden den Bekämpfungsvorgang ein. Das Ziel wird dabei entweder durch Schrapnelle, eine Projektilbildende Ladung oder eine Druckwelle zerstört, je nach Wirkmechanismus. Diese Systeme bilden für Personen im Umkreis des Bekämpfungsvorganges eine Gefahrenzone. Beispiele dafür sind:

  • AMAP-ADS (als Shark mit Thales in Frankreich oder AAC mit Akers in Schweden implementiert)[3]
  • ARENA (1992)
  • AVePS (früher „AWiSS“)[2]
  • DROZD: Das erste abstandsaktive Schutzsystem (1983)
  • Iron Fist [4]
  • Quick Kill [5]
  • Trophy[6]
  • Zaslon (Ukraine)

Fazit[Bearbeiten]

Bereits existierende Panzer wie der T-90 oder Leopard 2 können mit solchen Systemen nachgerüstet werden, um das Schutzniveau zu erhöhen. Der Schützenpanzer Puma und der K2 Black Panther werden von Anfang an mit einem Softkill-System ausgestattet sein.

Es gilt als wahrscheinlich, dass abstandsaktive Schutzmaßnahmen den Panzerbau revolutionieren werden. Bei zukünftigen gepanzerten Plattformen wie zum Beispiel den bemannten Fahrzeugen des Future Combat Systems, dem schwedischen SEP und dem von Nexter und KMW geplanten MSMRAV werden Hardkill-Systeme ein integraler Bestandteil des Schutzkonzeptes sein. Die passive Panzerung schützt hier nur noch vor Minen, Sprengfallen, Maschinenkanonen, den Splittern von Artilleriegranaten und den vom Hardkill-System abgeschossenen Projektilen oder Projektilfragmenten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. EADS-Webseite mit Informationen zum MUSS (engl., abgerufen am 3. Februar 2009)
  2. a b AVePS und DIRCM- System von Diehl BGT Defence (abgerufen am 3. Februar 2009)
  3. IDB Deisenroth Engineering mit Daten zum AMAP-APS (engl., abgerufen am 3. Februar 2009)
  4. IMI-Webseite zum IRON-FIST-System (engl., abgerufen am 3. Februar 2009)
  5. Quick kill auf Defence-Update (engl., abgerufen am 3. Februar 2009)
  6. Rafael-Website zum ASPRO-A (TROPHY)-System (engl., abgerufen am 3. Februar 2009)