Abstatt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Abstatt
Abstatt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Abstatt hervorgehoben
49.0666666666679.3241Koordinaten: 49° 4′ N, 9° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Gemeindeverwal-
tungsverband:
„Schozach-Bottwartal“
Höhe: 241 m ü. NHN
Fläche: 9,66 km²
Einwohner: 4531 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 469 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74232
Vorwahl: 07062
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 001
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 30
74232 Abstatt
Webpräsenz: www.abstatt.de
Bürgermeister: Klaus Zenth
Lage der Gemeinde Abstatt im Landkreis Heilbronn
Abstatt Abstatt Bad Friedrichshall Bad Rappenau Bad Wimpfen Beilstein Beilstein Beilstein Brackenheim Cleebronn Eberstadt Ellhofen Ellhofen Eppingen Erlenbach Flein Gemmingen Güglingen Gundelsheim Hardthausen am Kocher Heilbronn Ilsfeld Ittlingen Jagsthausen Jagsthausen Kirchardt Langenbrettach Lauffen am Neckar Lauffen am Neckar Lehrensteinsfeld Leingarten Löwenstein Löwenstein Löwenstein Massenbachhausen Möckmühl Neckarsulm Neckarwestheim Neudenau Neuenstadt am Kocher Nordheim Obersulm Oedheim Offenau Pfaffenhofen Roigheim Schwaigern Siegelsbach Talheim Untereisesheim Untergruppenbach Weinsberg Widdern Wüstenrot ZaberfeldKarte
Über dieses Bild

Abstatt ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg (Deutschland) und gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Abstatt liegt im Süden des Landkreises Heilbronn im Tal der Schozach. Die Stadt Heilbronn ist etwa 10 Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernt. Abstatt hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Neckarbecken.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarstädte und -gemeinden Abstatts sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): Ilsfeld, Untergruppenbach, die Stadt Lauffen am Neckar (Exklave Stadtwald Etzlenswenden) und die Stadt Beilstein, die alle zum Landkreis Heilbronn gehören. Zusammen mit Beilstein, Ilsfeld und Untergruppenbach bildet Abstatt den Gemeindeverwaltungsverband „Schozach-Bottwartal“ mit Sitz in Ilsfeld.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Abstatt gehören außer Abstatt selbst noch der Weiler Happenbach, der bis 1. April 1934 eine eigene Teilgemeinde bildete, und die Wohnplätze Vohenlohe und Burg Wildeck.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Abstatt wurde im Jahr 1293 erstmals urkundlich erwähnt. 1490 gelangte der Ort durch Kauf an Ludwig von Bayern-Pfalz, einen Sohn des Kurfürsten Friedrich I. des Siegreichen von der Pfalz, der ihn der Grafschaft Löwenstein zuschlug, die er bereits 1488 erhalten hatte. 1510 wurde Abstatt württembergisch. Der Ort Vohenlohe und der württembergische Teil von Happenbach wurden danach von Abstatt aus mitverwaltet. Ab 1806 bildete Abstatt mit Vohenlohe, Wildeck und Happenbach zunächst ein eigenes Patrimonialamt. Gemeinsam mit Vohenlohe und Wildeck kam Abstatt 1810 zum Oberamt Besigheim, Happenbach kam dagegen zum Oberamt Heilbronn. 1842 kamen auch Abstatt, Vohenlohe und Wildeck zum Oberamt Heilbronn, das 1938 zum Landkreis Heilbronn wurde.

1933 wurden 833 Einwohner gezählt, 1939 waren es 807.[4] Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Gemeinde landwirtschaftlich geprägt, später wurde sie zum typischen Wohngebiet im Einzugsbereich von Heilbronn.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus von Abstatt

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1988–2011: Rüdiger Braun
  • seit September 2011: Klaus Zenth

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat Abstatts hat nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 14 Sitze. Er setzt sich wie folgt zusammen:[5]

Gemeinderat 2009
CDU 37,9 % –9,0 Pp. 6 Sitze –1
SPD 24,6 % +0,2 Pp. 3 Sitze ±0
FWG 21,9 % –6,8 Pp. 3 Sitze –1
FDP 15,6 % +15,6 Pp. 2 Sitze +2

Die Wahlbeteiligung lag bei 57,0 %; 3,9 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2004.

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappen Abstatts

Die Blasonierung des Abstatter Wappens lautet: In gespaltenem Schild vorne in Rot ein linksgewendeter goldener Abtsstab, hinten in Gold ein roter Löwe. Die Flagge der Gemeinde ist Rot-Weiß.

Ein Siegel Abstatts aus dem Jahr 1628, als der Ort den Grafen von Löwenstein gehörte, enthält das Löwensteinsche Wappen: einen auf einem Vierberg stehenden gekrönten Löwen. Zunächst nach rechts gewendet, erscheint der Löwe auf Siegeln von 1697 und 1768 nach links gekehrt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war im Schultheißenamtssiegel Abstatts nur noch ein nach links steigender Löwe übrig geblieben. Die Gemeinde bat 1907 die württembergische Archivdirektion um einen Vorschlag für ein neues Wappen. In Unkenntnis der alten Siegel schlug die Archivdirektion das gegenwärtige Wappen vor: einen Abtsstab zur Versinnbildlichung des Ortsnamens, der sich angeblich von Abtsstatt herleitet, und einen Löwen wegen der historischen Beziehungen zur Grafschaft Löwenstein. Da der Abtsstab als konfessionelles Zeichen von Abstatt zunächst abgelehnt wurde, machte die Direktion noch einen zweiten Vorschlag, der neben dem Löwen eine schwarze Hirschstange als Zeichen der Verbindungen zu Württemberg enthielt. Die Gemeinde entschied sich am 21. November 1907 dann doch für den ursprünglichen Vorschlag. Die Flagge wurde der Gemeinde am 5. September 1980 vom Landratsamt des Landkreises Heilbronn verliehen.[6]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Es besteht eine Partnerschaft mit Léhon im Département Côtes-d’Armor in der Bretagne.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg Wildeck
Eine der vielen Katzenfiguren in Abstatt

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Burg Wildeck bei Vohenlohe (auch Schloss Wildeck) wurde im 12. Jahrhundert erbaut und beherbergt heute ein Versuchsgut der Weinsberger Weinbauschule.
  • Die evangelische Stephanuskirche wurde 1766 spätbarock auf den Überresten eines älteren, gotischen Vorgängerbaus errichtet und nach einem Brand 1899 durch Heinrich Dolmetsch neu erbaut.
  • Das alte Rathaus in Abstatt wurde nach 1750 an der Stelle eines abgegangenen alten Schlosses als Amtshaus der Grafen von Löwenstein-Wertheim-Rochefort errichtet. Nach der Mediatisierung der Reichsritterschaft diente das Gebäude als fürstlich-löwensteinisches Patrimonial-Stabsamt, später als Rentamt, nach 1868 als Forstamt. Das Gebäude kam 1906 in den Besitz der Gemeinde Abstatt und wurde danach zum Rathaus umgebaut.[7] Inzwischen wurde es durch einen modernen Anbau erweitert.
  • In Abstatt befinden sich außerdem mehrere historische Fachwerkhäuser. In der Auensteiner Straße wird das Gebäude Nr. 22 auf das 15. oder 16. Jahrhundert datiert, die Nr. 15 ist ein weiteres altes Fachwerkhaus, das 1795 barockisiert wurde.
  • Auf dem Friedhof befindet sich das aus Sandstein gefertigte Grabmal des Grafen Albrecht von Löwenstein (1536–1587). Das Grabmal befand sich einst in der Kirche, wurde später dann neben das Rathaus vor das Tor des Löwensteinischen Amtshauses versetzt und kam 1979 nach Restaurierung an seinen heutigen Standort.[8]

Kunst und Museen[Bearbeiten]

Abstatt verfügt über ein Heimatmuseum. Im Ortskern von Abstatt wurden zahlreiche große, unterschiedlich bunt bemalte Katzenfiguren dauerhaft aufgestellt, die Rällinge. Rälling ist der Utzname der Abstatter und bedeutet so viel wie „unternehmungslustiger Kater auf Brautschau“.[9]

Justiz[Bearbeiten]

Abstatt liegt im Bezirk des Amtsgerichts Heilbronn. Innerhalb der ordentlichen Gerichtsbarkeit sind diesem das Landgericht Heilbronn und das Oberlandesgericht Stuttgart übergeordnet. Für Rechtsstreitigkeiten aus Abstatt sind für die Arbeitsgerichtsbarkeit das Arbeitsgericht Heilbronn und für die Sozialgerichtsbarkeit das Sozialgericht Heilbronn örtlich zuständig; weiterhin gehört Abstatt zum Bezirk des Verwaltungsgerichts Stuttgart.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Abstatt ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Schozachtal im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören. Nach dem Ortsteil Happenbach ist die Rebsorte Happenbach benannt.

Verkehr[Bearbeiten]

Abstatt liegt direkt an der Autobahn A 81 zwischen den Anschlussstellen Ilsfeld und Heilbronn/Untergruppenbach.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Seit 2004 ist die Robert Bosch GmbH mit einem Entwicklungsstandort in Abstatt vertreten, der 2350 Menschen Arbeit gibt (Stand: Juni 2007).[10] Dort sitzt auch das Bosch-Tochterunternehmen Bosch Engineering GmbH. Abstatt ist Hauptsitz des zur SAP gehörenden SAP-Systemhauses Steeb Anwendungssysteme GmbH. Steeb betreut das Mittelstandsgeschäft im SAP-Umfeld.

Panorama des 2004 eröffneten Standortes von Bosch

Das internationale Plattenlabel Massacre Records hat in Abstatt seinen Sitz.

Medien[Bearbeiten]

Über das Geschehen in Abstatt berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe SO, Süd-Ost.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Rund um die Burg Wildeck betreibt die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg in einem Versuchsbetrieb ökologischen Weinbau.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt in Abstatt eine Grundschule und eine Gemeindebücherei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Treffz-Gedenktafel am Alten Rathaus

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Rüdiger Braun (* 1953 oder 1954), Bürgermeister Abstatts von 1988 bis 2011 (verliehen 2011)

In Abstatt geboren[Bearbeiten]

Mit Abstatt verbunden[Bearbeiten]

  • Alexander Bertsch (* 1940), Schriftsteller; lebt in Abstatt
  • Wolfgang Bebber (* 1943), Politiker; 1980–1996 im Gemeinderat von Abstatt
  • Ingo Rust (* 1978), Politiker; wurde 1999 als jüngstes Mitglied in den Gemeinderat von Abstatt gewählt

Eine Gedenktafel am Rathaus erinnert außerdem an die aus Abstatt stammenden:

Literatur[Bearbeiten]

  • Abstatt im Schozachtal. Abstatt, Happenbach, Vohenlohe, Burg Wildeck. Gemeinde Abstatt, Abstatt 2000

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Quellen für den Abschnitt Gemeindegliederung:
    Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 94–95
    Abstatt im Schozachtal (s. Literatur), S. 39
    Hauptsatzung der Gemeinde Abstatt vom 5. September 2008, Abschnitt V., § 10 Ortsteile
  4. Mitteilungen des Württ. Stat. Landesamtes Nr. 4/5 vom 10. Dezember 1940: Ergebnisse der Volks- und Berufszählung am 17. Mai 1939
  5. Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg - abgerufen am 12. Juni 2009
  6. Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
    Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 33
    Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 53
  7. Walter Grube: Barocke Amtshäuser in Baden-Württemberg, Stuttgart 1981, S. 40/41.
  8. Hermann Ehmer: Graf Albrecht von Löwenstein (1536–1587). Jerusalempilger und Kriegsunternehmer, Diplomat und Beamter, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, 72. Jahrgang, Stuttgart 2013, S. 153–197.
  9. Der Rälling in Abstatt bei www.buergerpark.abstatt.de (abgerufen am 8. Mai 2010)
  10. Anja Krezer: Erfolgsgeschichte auf dem Hohbuch-Hügel. In: Heilbronner Stimme vom 30. Juni 2007, S. 34

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abstatt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien