Abstrakte Kunst

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Frank Stella - Memantra (2005)

Abstrakte Kunst (auch gegenstandslose Kunst) ist eine Kunstrichtung, die mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts (um 1910) begann, als die ersten Maler sich immer weiter von der Wiedergabe oder Interpretation der realen Welt in ihrer Malerei entfernten. Unter die Bezeichnung fallen sowohl „abstrakt-abstrahierende“ wie „abstrakt-gegenstandslose“ Werke. Erstere abstrahieren vom Gegenstand, letztere bedienen sich autonom der malerischen Mittel ohne jeden Gegenstandsbezug.[1] In der Verbreitung der Fotografie wird eine der Ursachen für das Entstehen der abstrakten Kunst gesehen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Anfänge und Wegbereiter

Als erste Künstlerin, die abstrakte Bilder malte, gilt nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im April 1911 Hilma af Klint (1862–1944). Nach einer Serie kleinformatiger Bilder im November 1906 schuf sie ihr erstes großformatiges Bild im Jahr 1907.[2]

Zu den Wegbereitern der abstrakten Malerei gehören der französische Maler Francis Picabia (1879–1953) und der Russe Wassily Kandinsky (1866–1944), der sein erstes abstraktes Bild eigenen Angaben zufolge im Jahr 1910 malte. Heute geht man aber davon aus, dass Kandinsky dieses Bild vordatiert hat, vermutlich malte er es erst 1913.[3] Programmatisch legte Kandinsky mit seiner 1910 verfassten Schrift: Über das Geistige in der Kunst die theoretische Grundlage für die neue Richtung in der Malerei.

Erst später setzte sich in der skulpturalen und plastischen Kunst die Stilrichtung der abstrakten Kunst durch. Als ihre frühen Vertreter gelten der ukrainische Bildhauer Alexander Archipenko, der russische Konstruktivist El Lissitzky und der englische Bildhauer Henry Moore.

[Bearbeiten] Parallele in der Musik

Die Künstler der Abstraktion bewegten sich parallel zur Musik dieser Zeit. Dort wurde mit der dissonanten Freisetzung des Klangwertes der Einzeltöne und der Entfernung von der Melodie, etwas Vergleichbares zur Freisetzung des Farbtons vom Gegenstand geschaffen.

[Bearbeiten] Stilrichtungen

Seit ihren Anfängen hat Abstrakte Kunst in immer neuen Varianten, Stilrichtungen und Zusammenhängen weltweit ihren Platz in der Kunstszene behauptet. Zu ihren wichtigsten Stilrichtungen gehören der Konstruktivismus und Suprematismus, die geometrische Abstraktion, der Abstrakte Expressionismus, das Informel und die Analytische Malerei.

[Bearbeiten] Künstler (Auswahl)

Robert Delaunay: Simultaneous Contrasts-Sun and Moon, 1912–1913, Öl auf Leinwand, Museum of Modern Art, New York
Adolf Hölzel: Abstraktion II, 1915/16

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Susanne Anna (Hrsg.): Die Informellen - von Pollock zu Schumacher. Hatje Cantz, Ostfildern 1999.
  • Dietmar Elger: Abstrakte Kunst. Taschen, Köln 2008.
  • Barbara Hess: Abstrakter Expressionismus. Taschen, Köln 2005.
  • Bettina Ruhrberg / Karl Ruhrberg: Im Zeichen der Abstraktion. Zur westdeutschen Kunst 1945-1960. In: Ferdinand Ullrich (Hrsg.): Kunst des Westens. Deutsche Kunst 1945-1960. (Katalog der Kunstausstellung der Ruhrfestspiele Recklinghausen 1996). Wienand Verlag, Köln 1996.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Abstract art – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Vgl. Nicola Carola Heuwinkel: Entgrenzte Malerei. Art Informel in Deutschland. Kehrer Verlag, Heidelberg/Berlin 2010, S. 22f.
  2. Vgl. Julia Voss: Die Thronstürmerin. In: FAZ. 16. April 2011, Nr. 90, S. 31.
  3. Vgl. Dietmar Elger: Abstrakte Kunst. Taschen, Köln 2008, S. 28.
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