Abtei (Südtirol)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abtei
(ital., lad.: Badia)
Wappen von Abtei
Abtei (Südtirol)
Abtei
Abtei
Lage von Abtei in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Pustertal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
3,366/3.396
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
1,76 % deutsch
4,17 % italienisch
94,07 % ladinisch
Koordinaten 46° 37′ N, 11° 54′ O46.61666666666711.91315Koordinaten: 46° 37′ N, 11° 54′ O
Meereshöhe: 1.193–3064 m s.l.m. (Zentrum: 1315 m s.l.m.)
Fläche: 82,94 km²
Dauersiedlungsraum: 11,4 km²
Fraktionen: Abtei, St. Kassian, Stern
Nachbargemeinden: Cortina d’Ampezzo, Corvara, Enneberg, Livinallongo del Col di Lana, St. Martin in Thurn, Wengen, Wolkenstein
Postleitzahl: 39036
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021006
Steuernummer: 81006190219
Politik
Bürgermeister (2009): Giacomo Frenademetz (Lista Nos pur Os - Lista Badia)

Abtei (ladinisch und italienisch Badia) ist eine Gemeinde in Südtirol (Italien). Sie gehört neben Corvara, Enneberg, St. Martin in Thurn und Wengen zu den fünf mehrheitlich ladinischsprachigen Gemeinden des Gadertals.

Geografie[Bearbeiten]

Blick über das Abteital zu den Bergen der Fanesgruppe

Abtei nimmt den Hauptteil des südlichen, oberen Gadertals (ladinisch Val Badia) ein, das in diesem Abschnitt auch Abteital genannt wird und von Gebirgsmassiven der Dolomiten umringt ist. Das insgesamt 82,94 km² große Gemeindegebiet umfasst im Osten und Süden Teile der Fanesgruppe, die im Naturpark Fanes-Sennes-Prags unter Schutz gestellt sind, und im Westen Teile der Puezgruppe, die zum Naturpark Puez-Geisler gehören. Zu den bedeutendsten Bergen Abteis zählen der Heiligkreuzkofel (2907 m s.l.m., Sas dla Crusc), die Lavarela (3055 m), die Cunturines-Spitze (3064 m, Piz dles Cunturines), die Cima Scotoni (2874 m) und der Sassongher (2665 m).

Die wichtigsten dörflichen Siedlungen der Gemeinde Abtei, die ansonsten durch zahlreiche kleinere Weiler (ladinisch viles) charakterisiert ist, sind:

  • der Hauptort Abtei (ladinisch und italienisch Badia) in einer Talweitung im Norden des Gemeindegebiets, bestehend aus den Dörfern Pedratsches (1300–1370 m, Pedraces) westlich der Gader und St. Leonhard (1300–1390 m, ladinisch San Linêrt, italienisch San Leonardo) östlich der Gader,
  • Stern (1390–1520 m, ladinisch La Ila, italienisch La Villa) ungefähr im Zentrum des Gemeindegebiets, wo sich das Gadertal in einen südöstlichen und einen südwestlichen Ast teilt,
  • St. Kassian (1510–1570 m, ladinisch San Ćiascian, italienisch San Cassiano) im südöstlichen Seitenast des Gadertals.

Ganzjährig erreichbar ist die Gemeinde von Norden her, wo Abtei an Wengen (La Val) grenzt, über die Talstraße, die im Pustertal in der Gegend von Bruneck ihren Anfang nimmt. Außerdem bestehen drei Passstraßen, deren Öffnung jedoch von der Schneelage abhängig ist. In südöstlicher Richtung verbindet der Valparolapass (2192 m, Ju de Valparola) Abtei mit Cortina d’Ampezzo (Anpezo) und dem Agordino; im südwestlichen Seitenast des Gadertals befindet sich die Gemeinde Corvara, von wo aus die Straße über den Campolongopass (1875 m, Ju de Ćiaulunch) nach Arabba (Rèba) führt und jene über das Grödner Joch (2121 m, Ju de Frara) nach Gröden (Gherdëina).

Geschichte[Bearbeiten]

Erdrutsch vom 14. Dezember 2012: Überreste im Sommer 2013

Der Ortsname erklärt sich aus den ausgedehnten Besitzungen, die die Benediktinerinnen-Abtei Sonnenburg hier seit dem 12. Jahrhundert besaß und verwaltete.

Abtei gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Enneberg und war Teil des Bezirks Bruneck.

Am 14. Dezember 2012 zerstörte ein Erdrutsch vom Ausmaß von etwa zwei Hektar zwischen St. Kassian und St. Leonhard drei Häuser.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wallfahrtsorte sind das Geburtshaus des Heiligen Josef Freinademetz und die Heilig-Kreuz-Kirche.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohner[Bearbeiten]

Die Gemeinde Abtei hat 3358 Einwohner (amtliche Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2009). Das Bevölkerungswachstum beträgt 1,05 Prozent. Die Geburtenziffer beträgt 11,6, die Sterbeziffer 5,1. Das Bevölkerungswachstum setzt sich demnach aus 0,66 Prozent natürlichem Bevölkerungswachstum und 0,39 Prozent Wanderungssaldo zusammen (2009).

51,25 Prozent der Bevölkerung sind weiblich, 48,75 Prozent sind männlich. In Bezug auf den Familienstand sind 50,13 Prozent der Einwohner ledig, 44,25 Prozent sind verheiratet, 4,84 Prozent verwitwet und 0,78 Prozent geschieden (31. Dezember 2009).

Volkszählung
2011[1]
Volkszählung
2001
Volkszählung
1991
Volkszählung
1981
Volkszählung
1971
Einwohnerzahl 3.388 3.015 2.722 2.575 2.271
Haushalte 1.137 949 753 629 501
Durchschnittl. Haushaltsgröße 3,0 3,2 3,6 4,1 4,5

Sprachgruppen[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 erklärten 93,4 Prozent der Einwohner ihre Zugehörigkeit oder Zuordnung zur ladinischen Sprachgruppe. Damit ist Abtei eine der acht überwiegend ladinischsprachigen Gemeinden Südtirols.

Sprachgruppe Volkszählung
2011
Volkszählung
2001
Volkszählung
1991
Volkszählung
1981
Volkszählung
1971
Ladinisch 94,07 % 93,43 % 95,55 % 96,25 % 97,14 %
Italienisch 4,17 % 3,88 % 2,07 % 1,91 % 1,41 %
Deutsch 1,76 % 2,69 % 2,38 % 1,84 % 1,45 %

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wie auch in den anderen ladinischen Gemeinden Südtirols ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig. Etwa 69 Prozent der Bevölkerung sind im Dienstleistungssektor tätig, etwa 21 Prozent im produzierenden Gewerbe (vor allem Baubranche und Handwerk). Landwirtschaft wird noch von 10 Prozent der Einwohner betrieben, jedoch zum größeren Teil als Nebenerwerb.

Sport[Bearbeiten]

Jeweils Mitte Dezember finden auf der zur Fraktion Stern gehörenden Piste Gran Risa ein Slalom-Rennen des Alpinen Skiweltcups statt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Micurà de Rü (1789–1847), geb. in Rü, St. Kassian, ladinischer Sprachwissenschaftler
  • Josef Freinademetz (1852–1908) geb. in Oies, katholischer Heiliger, Chinamissionar

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abtei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen Abtei 2011 (PDF; 514 kB) auf provinz.bz.it