Abtei Oelenberg

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Abtei Notre-Dame d'Oelenberg, 2006
Blick in den Innenraum

Die Abtei Notre-Dame d’Oelenberg ist ein Kloster in der Gemeinde Reiningue in der Nähe von Mülhausen im französischen Département Haut-Rhin. Sie ist seit dem 11. Jahrhundert ein geistliches Zentrum im Elsass und wird heute von Trappistenmönchen bewohnt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1046 gründete Heilwig von Dagsburg, Gräfin von Eghisheim und Mutter der Papstes Leo IX., ein Augustiner-Chorherren-Priorat. Leo IX. weihte die Kirche im Jahr 1049. Im Jahr 1626 wurde die Abtei von Jesuiten aus Freiburg im Breisgau übernommen, und von 1774 bis zur Französischen Revolution von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg genutzt. Seit 1825 wird das Kloster von Trappistenmönchen bewohnt. 1862 wurde von Mönchen des Klosters die Abtei Mariawald bei Heimbach (Eifel) gegründet, 1925 kam es zu einer Tochtergründung im Stift Engelszell bei Engelhartszell (Österreich).

Zur Abtei gehörten am Ende des Jahres 2011 zehn Mönche, drei Novizen, zwei Postulanten und ein Oblat.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Abteigebäude zeigen in Gemäuer und Ausstattung noch Reste der jahrhundertealten Geschichte. Die Abteikirche weist romanische (12. Jahrhundert), spätgotische (1486) und barocke (1755) Bauteile auf und ist ausgestattet mit Werken aus dem 12. Jahrhundert (Prozessionskreuz), 14. Jahrhundert (Kruzifix), 15. Jahrhundert (Marienstatue) und 18. Jahrhundert (Marienstatue).

In den drei Kapellen St. Michael, St. Leo und Mont des Oliviers (Ölberg) befinden sich Bauteile aus dem 12. Jahrhundert und aus dem Jahre 1486, sowie ein Gemälde und drei Reliquienschreine, die aus dem während der Französischen Revolution aufgelösten Kloster Lützel stammen.

Die Orgel der Abteikirche wurde 1951 von dem Orgelbauer Georg Schwenkedel erbaut. Sie ersetzte ein Instrument, das 1904 von den Orgelbauern Martin et Joseph Rinckenbach erbaut worden war, und bereits bei einem Bombardement im Jahre 1915 zerstört worden war. Das Instrument hat 22 klingende Register (und zwei Transmissionen) auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind elektrisch.[2]

I Grand Orgue C–g3
1. Bourdon 16'
2. Montre 8'
3. Flûte à cheminée 8'
4. Salicional 8'
5. Prestant 4'
6. Flûte 2'
7. Fourniture IV 11/3'
II Recit expressif C–g3
8. Cor de nuit 8'
9. Gemshorn 8'
10. Gambe douce 8'
11. Voix céleste 8'
12. Flûte 4'
13. Nasard 22/3'
14. Doublette 2'
15. Tierce 13/5'
16. Cymbale III 1'
17. Trompette 8'
18. Basson/Hautbois 8'
Trémolo
Pédale C–f1
19. Soubasse 16'
20. Bourdon (= Nr. 1) 16'
21. Flûte 8'
22. Bourdon (= Nr. 2) 8'
23. Basse 4'
24. Bombarde douce 16'
  • Koppeln: I/I (als Superoktavkoppel), II/I (auch als Sub- und Superoktavkoppeln), I/P, II/P (auch als Superoktavkoppel)

Äbte der Trappisten[Bearbeiten]

  • Eugène Bonomme de Laprade, 1795 Titularprior, 1808 – 15. Juni 1816 Abt
  • Pierre Klausener, 10. November 1832 – 28. Juni 1850
  • Ephrem van der Meulen, 1. August 1850 – 1. März 1884
  • André Zucktriegel, 31. März 1884 – 14. September 1889 († 19. Februar 1893)
  • François Strunk, 27. September 1889 – 1. Januar 1912
  • Pierre II. Wacker, 29. Januar 1912 – 15. November 1949
  • Robert Laverdure, 15. Dezember 1949 – 22. Juni 1951
  • Bernard Benz, 17. Juli 1951 – 12. September 1954
  • Paul Offtinger, Sup. ad nutum 20. September 1954 – 20. September 1957
  • François Rubrecht, Sup. ad nutum 24. September 1957 – 20. Juni 1959, Abt 20. Juni 1959 – 6. Juni 1971
  • Stanislas Nicot, 2. Juli 1971 – 27. Juli 1980
  • Eugène Manning, Sup. ad nutum 30. Juli 1980 – 14. Februar 1981, Abt 14. Februar 1981 – 6. April 1987
  • Alphonse van den Broucke, Sup. ad nutum April 1987 – 27. Dezember 1989
  • Simon Carrère, Sup. ad nutum 22. Januar 1990 – 26. Januar 1991, Abt 26. Januar 1991 – 1. Juli 2003
  • Antonio Lépore, Sup. ad nutum 1. Juli 2003 – 8. Juni 2004, Abt seit 8. Juni 2004 [3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Hecker: Ein Besuch bei den Trappisten auf Oelenberg i. E. Reise-Erinnerung. Wörishofen 1904
  • Manfred Krebs: Die Nekrologfragmente des Chorherrenstiftes Oelenberg. (In: Zeitschrift fur die Geschichte des Oberrheins. Neue Folge, Band 53, Verlag G. Braun, Karlsruhe (Baden) 1940, S. 241-255)
  • Karl Schadelbauer: Die Urkunden des Klosters Ölenberg im Elsaß von 1188 bis 1565. (= Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Innsbruck. II. Reihe: Innsbrucker Archivnotizen zur Geschichte der Österreichischen Vorlande. Heft 5, Innsbruck 1966)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abbaye Notre-Dame d'Oelenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiques Moines Monks Monjes 31/12/2011 Downloads | Current Statistics. Website O.C.S.O. - Order of Cistercians of the Strict Observance (engl., franz.) (.pdf-Datei). Abgerufen am 30. November 2012.
  2. Nähere Informationen zur Orgel
  3. Eintrag im Ordenslexikon Liste:Äbte von Ölenberg von ORDEN online, Stand vom 21. März 2010

47.7460277777787.2133694444444Koordinaten: 47° 44′ 46″ N, 7° 12′ 48″ O