Abteilung Presse und Funkspruch

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Der Stab Bundesrat Abteilung Presse und Funkspruch (Stab BR APF; französisch Etat-major du Conseil fédéral Division Presse et Radio, EM CF DIPRA; italienisch Stato maggiore del Consiglio federale Divisione Stampa e Radio, SM CF DISTRA) war ein Instrument der Schweizer Regierung zur Information der Bevölkerung in ausserordentlichen Lagen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die APF wurde 1939 gegründet. Auf Antrag des Oberbefehlshabers der Schweizer Armee, General Henri Guisan, wurde sie per 1. Februar 1942 dem Justiz- und Polizeidepartement unterstellt, damit die Armee nicht in die von der APF ebenfalls ausgeübten Zensuraktivitäten involviert wurde.

Nachdem Ende der 1980er Jahre die Sektion Zensur aufgehoben wurde, wechselte die APF im Jahr 2000 in das Verteidigungsdepartement, unterstand aber weiterhin nicht dem Kommando der Armee.

Die APF, auch bekannt unter der Bezeichnung Armeestabsgruppe 500, und das seit 1997 dazugehörende Informationsregiment 1, wurden per 31. Dezember 2004 aufgelöst.

Mittel[Bearbeiten]

Organisation und Mittel der APF änderten sich im Laufe der Zeit:

Bis im Jahr 1965 gab es den Kriegspressezug, eine auf Eisenbahnwagen installierte Druckerei.

Der APF stand ausserdem die VRK/UKW77-Sendeinfrastruktur zur Verfügung (Versorgung mit Radioprogrammen in Kriegszeiten). Diese Sender sind so stark, dass sie von der Bevölkerung auch in modernen Schutzräumen empfangen werden können. Sie sollen im Rahmen des Projektes IBBK-Radio (Information der Bevölkerung durch den Bund in Krisenlagen mit Radio) beibehalten werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Bollmann, Roy Oppenheim (Hrsg.): Die Stimme, die durch Beton geht. Baden: buag, 2004. ISBN 978-3-85545-135-7
  • Christoph Graf: Zensurakten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges: Eine Analyse des Bestandes E 4450, Presse und Funkspruch 1939–1945. Bern: Schweizerisches Bundesarchiv, 1979.
  • Stefan A. Keller: Im Gebiet des Unneutralen: Schweizerische Buchzensur im Zweiten Weltkrieg zwischen Nationalsozialismus und Geistiger Landesverteidigung. Zürich: Chronos, 2009. ISBN 978-3-0340-0976-8.