Abu Dhabi

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أبو ظبي (arab.)

Abu Dhabi
Landesflagge
Flagge von Abu Dhabi
Basisdaten
Emirat: Abu Dhabi
Geographische Lage: 24° 27' 01" N, 54° 23' 24" O Koordinaten: 24° 27' 01" N, 54° 23' 24" O
Einwohner: 1.465.431 (Ber. 2007)
Fläche: 67.340 km²
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km²
Zeitzone: UTC +4 Std.
Postleitzahl: nicht in Gebrauch
Vorwahl: (+971) 2
Skyline Abu Dhabis (2004)
Skyline Abu Dhabis (2004)

Abu Dhabi (arabisch أبو ظبيAbū Ẓabī „Vater der Gazelle“) ist die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Stadt Abu Dhabi

Mit knapp 2,5 Millionen Einwohnern, von denen rund 80 % Einwanderer sind, ist der Großraum Abu Dhabi noch vor Dubai City die größte städtische Ansammlung der sieben Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Die engere Stadt mit heute 900.000 Einwohnern befindet sich auf einer 70 Quadratkilometer großen Insel, die durch die Mussafa- und al-Maqtaa-Brücke mit dem Festland verbunden ist. Die Hauptinsel ist von einigen künstlich erweiterten oder neu aufgespülten Inseln umgeben, die z.Z. erst zum Teil bebaut sind.

An der zum Meer zugewandten Seite befindet sich die Corniche, an der seit 2003 weiter Land gewonnen wurde. Am Nordende der Corniche befindet sich ein ca. 1 km breiter und 5 km langer Streifen, den man als Stadtzentrum ("Downtown") betrachten kann, da sich dort - oft in markanten Hochhäusern - die Hauptbüros der Unternehmen, Einkaufs- und Handelsgebäude, Behördenbauten und Hotels befinden.

Bis in die 1960er Jahre bestand die Stadt noch aus einfachen Bauten, teilweise ohne Elektrizität und Kanalisation. Der Beginn der Förderung des Erdöls änderte diese Umstände schlagartig, Abu Dhabi wurde mit einem schachbrettartigen Masterplan ausgebaut zu einer modernen Metropole. Die Stadt Abu Dhabi versucht auch in Konkurrenz zu Dubai City ihren internationalen Bekanntheitsgrad auszubauen. Als Antwort auf das Hotel Burj Al Arab in Dubai wurde ein staatliches 7-Sterne-de-luxe-Hotel Anfang 2005 eröffnet, das Emirates Palace Hotel.

Abu Dhabi hat seit 1981 einen neuen internationalen Flughafen, den Abu Dhabi International Airport. Er befindet sich 30 km außerhalb der Stadt auf dem Festland an der Hauptautobahn zwischen Abu Dhabi und Dubai. Die gleichen Architekten, die für das Design des Pariser Charles-de-Gaulle-Flughafens verantwortlich waren, haben den Flughafen entworfen. Der bis dahin genutzte al-Batin-Flughafen, der sich auf der Abu-Dhabi-Insel befindet, wird heute ausschließlich vom Militär genutzt. Das Emirat selbst hat noch einen weiteren internationalen Flughafen in der Oasenstadt al-Ain, der jedoch im Fernverkehr nur von einer britischen TUI-Tochter angeflogen wird.

Ab 2009 wird in Abu Dhabi ein Grand Prix zur Formel-1-Weltmeisterschaft auf einem 5,8 Kilometer langen Kurs ausgetragen.

[Bearbeiten] Emirat Abu Dhabi

Satellitenbild Abu Dhabis (März 2003)
Satellitenbild Abu Dhabis (März 2003)
Verwaltungsgliederung des Emirates
Bezirk Verwaltungssitz
Abu-Dhabi-Stadt Abu-Dhabi-Stadt
Ostbezirk al-Ain
Westbezirk Zayid-Stadt

Nach der Fortschreibung der Ergebnisse der letzten Volkszählung im Dezember 2005 hat das Emirat Abu Dhabi im Juni 2006 2.563.212 Einwohner, wovon jedoch 1.606.079 Gastarbeiter sind. Nach verlässlichen Schätzungen besitzt das Emirat 5 % der Weltgas- und 10 % der Weltrohölreserven. Sein wirtschaftliches Einkommen ist für die nächsten Jahrzehnte gesichert, aber weitere Projekte für Devisenzufluss, wie beispielsweise Tourismus oder Freihandel, werden nur langsam vorangetrieben. Eine zentrale Rolle bei den Bemühungen zur Ansiedlung von Industriebetrieben und der Förderung von neuen Technologien spielt die sogenannte Abu Dhabi Investment Authority (ADIA).

Die Autobahnen sind gut ausgebaut (zwei- bis vierspurig pro Fahrtrichtung), nachts nahezu vollständig beleuchtet und durch Dattelpalmen und Sträucher begrünt. Dies ist bemerkenswert, weil dafür riesige Mengen an Trinkwasser aus Meerwasser (Desalinationsprozess) gewonnen werden müssen. Das Emirat besteht, mit Ausnahme der Städte und einem kleinen Felsgebiet bei Al Ain vollständig aus Sandwüste. Die anderen Emirate, wie Dubai, legen außerhalb der Stadt keinen Wert auf diesen Luxus.

Es existiert kein Verbundnetz der Kraftwerke mit den anderen Emiraten (Inselnetz), dennoch ist die Stromversorgungssicherheit im Emirat Abu Dhabi sehr hoch. Derzeit befindet sich ein Stromverbund der Länder Kuwait, Saudi-Arabien, Katar und den VAE im Bau bzw. in Planung. Die Leitungsführung erfolgt entlang der Golfküste.

Die meisten Kraftwerke sind kombinierte GuD-Kraftwerke mit Auskoppelung des Prozessdampfes an eine Entsalzungsanlage zur Trinkwassergewinnung. Allerdings macht man sich in letzter Zeit Gedanken darüber, dass durch die hohe Anzahl der Entsalzungsanlagen die Salzkonzentration des Persischen Golfes in etwa 10 Jahren soweit steigen könnte, dass keine Trinkwassergewinnung mehr möglich sein wird. Für diesen Fall könnte mit einer Fernleitung ins Emirat Fudschaira auf das Wasser des arabischen Meeres zurückgegriffen werden.

Weitere wichtige Ortschaften und Städte im Emirat sind:

[Bearbeiten] Geschichte von Abu Dhabi

Das Emirat wurde 1791 als Siedlung nahe einer Süßwasserquelle vom Beduinenstamm der Bani Yas unter Schachbut bin Dhiyab gegründet, nachdem sie von seinem Vater Dhiyab bin Isa entdeckt worden war. Sie verlegten ihren Hauptsitz nach Abu Dhabi. Grund war die zunehmende Expansion der Wahhabiten aus dem Nadschd, die sich auch gegen die Beduinen an der Golfküste richtete. 1833 löste sich Dubai unter dem Clan der Al Maktum vom Emirat Abu Dhabi.

Unter Scheich Zayed bin Chalifa (1855–1908) begann der Aufstieg des Emirats. Ihm gelang die Wahrung der Souveränität gegenüber dem britischen Machtanspruch. Abu Dhabi entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum des Perlenhandels. Die nach seinem Tod ausbrechenden Machtkämpfe wurden erst unter Scheich Schachbut (1928–1966) beendet. Allerdings brach 1930 mit der Einführung der japanischen Zuchtperlen die Perlenfischerei als wichtiges wirtschaftliches Standbein für das Land zusammen. Erst mit Beginn der Erdölförderung und der Ablösung Shakhbouts durch seinen Bruder Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan (1966–2004) konnte sich die Wirtschaft des Emirates wieder entwickeln.

Am 2. Dezember 1971 entlässt Großbritannien die ehemaligen Trucial States, zu denen auch Abu Dhabi gehört, in die Unabhängigkeit. Unter Führung des Emirates Abu Dhabi werden die Vereinigten Arabischen Emirate aus den ehemaligen Trucial States Abu Dhabi, Dubai, Schardscha, Adschman, Umm al-Qaiwain und Fudschaira gegründet. Am 10. Februar 1972 tritt dann auch Ra’s al-Chaima als siebter und letzter ehemaliger Trucial State der Föderation bei.

Am 1. Januar 1974 führt Abu Dhabi eine Teil-Verstaatlichung der Ölwirtschaft durch. Der Staat Abu Dhabi belässt den produzierenden Gesellschaften 40 %. Am 2. Dezember 1976 wird Scheich Zayid (seit 1971 Präsident der VAE), auf weitere fünf Jahre gewählt und danach alle fünf Jahre bestätigt. Der Golfkooperationsrat (GCC) wird am 25. Mai 1981 in Abu Dhabi gegründet. Am 2. November 2004 stirbt Scheich Zayid bin Sultan Al Nahyan.

[Bearbeiten] Stadtbild von Abu Dhabi City

Skyline Abu Dhabi City vom Fort Qasr Al Hosn aus gesehen
Skyline Abu Dhabi City vom Fort Qasr Al Hosn aus gesehen

Abu Dhabi zählt zu den modernsten Städten weltweit. Daher präsentiert die Stadt überwiegend ein neues Gesicht. Spektakuläre, architektonische Meisterwerke mit arabischen Elementen und großzügig ausgebaute Straßen, von den neuesten Luxusautos befahren, prägen das Stadtbild. Dazwischen sind Spuren aus früheren Jahrhunderten, wie das Fort Qasr al Hosn, traditionelle Gebäude, Wohnpaläste und unzählige Moscheen zu entdecken. Charakteristisch für die Stadt sind die vielen kleinen Geschäfte im Erdgeschoss der Gebäude, die keineswegs von den großen, ultramodernen Shoppingmalls verdrängt werden.

Dadurch, dass die Stadt quasi "im" Wasser auf einer Insel liegt, ist das Meer von fast überall zu sehen und maximal zehn Minuten von jedem Punkt der Innenstadt entfernt. Neu und aufwendig gestaltet wurde die Corniche, die prächtige Küstenstraße an der Skyline der Stadt. Herausragend sind außerdem die zahlreichen Grünflächen in der Stadt. Die breiten Straßen sind mit gepflegten Bäumen und Stauden bepflanzt. Rund 20 Parks, einige mit Seen, sind in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums zu finden. Am Ostring liegt ein Mangrovensumpf, der auch vielen Vögeln einen stadtnahen Lebensraum bietet.

[Bearbeiten] Projektierte Stadtentwicklung bis 2030

Am 14. Mai 2008 hat der Urban Planning Council (Stadtplanungsrat) Abu Dhabis den Rahmenplan für die Stadtentwicklung bis 2030 vorgestellt. Die Kernaussage: von derzeit 900.000 wird die angestrebte "Greater Abu Dhabi City" auf 3,1 Millionen Einwohner wachsen. Um den großen Wohnungsbedarf zu decken, der vor allem von Arbeitsimmigranten nichtarabischer Herkunft ausgeht, muß die heute fast "ausgereizte" City entlastet werden. Dazu bieten sich neben den künstlichen Inseln nur noch die am Festland liegenden Küstenabschnitte mit ihrem unerschöpflichen Hinterland an. Das bisher größte Projekt ist eine 49 Quadratkilometer große "New Khalifa City" 25 km südlich gelegen, die als Bundesdistrikt der Vereinigten Arabischen Emirate eingeplant ist. Diese Entlastungs-City wird in großzüg begrünten Anlagen alle Regierungsstellen und viele Behörden der VAE aufnehmen, sowie diplomatische Vertretungen, Verbände usw. Dazu werden Sport- und Freizeitzentren, eine Universität (vermutlicher Schwerpunkt Wirtschaft), sowie zahlreiche Wohnkomplexe mit dezentralem Einzelhandel und großem Einkaufszentrum entstehen. Die öffentliche Verbindung zwischen den beiden Cities wird eine Linie der geplanten Abu Dhabi Metro herstellen, ebenso wird es eine Linie zum Abu Dhabi International Airport und weiter nach Dubai geben.

Es zeichnet sich schon heute ab, daß nach einigen Jahren der gesamte rund 200 km lange Küstenraum vom Westrand Abu Dhabis über die Emirate Dubai, Sharjah, Ajman bis nach Umm al-Qaiwain eine durchgehende urbane Verdichtungszone bilden wird. Vorsichtig geschätzt dürften um 2030 in dieser Megacity mindestens 12 Millionen Einwohner leben, es könnten bei kontinuierlich anhaltender Zuwanderung auch wesentlich mehr sein. Die hier lebenden arabischen Einwohner haben längst akzeptiert, daß sie in der entstehenden multikulturellen Gesellschaft der VAE eine Minderheit sein werden.

[Bearbeiten] Herrscher

[Bearbeiten] Wirtschaft

Abu Dhabi ist das wohlhabendste Emirat der VAE, sowohl gemessen am Bruttonationaleinkommen als auch am Pro-Kopf-Einkommen. Das Emirat verfügt über 10% der weltweiten Erdölreserven und hält globale Investitionen von mehr als 1 Mrd. US-Dollar. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 63.000 US-Dollar und ist damit das dritthöchste der Welt nach Luxemburg und Norwegen. Abu Dhabi plant 29% aller künftigen Projekte der GCC-Region und spielt in der Weltwirtschaft eine zunehmend wichtige Rolle. Der staatliche Investment-Fonds des Emirats, die Abu Dhabi Investment Authority, ist mit einem Gesamtwert von 875 Millionen US-Dollar der weltgrößte eigenständige Fonds gemessen am Gesamtinvestitionsvolumen.[1]

[Bearbeiten] Gegenwärtige Entwicklung

In den letzten Jahren konzentriert sich das Emirat auf ein wirtschaftliches Diversifizierungsprogramm, um die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren. Die umfangreichen Einnahmen aus dem Rohöl-Export werden investiert, um den Weg für eine vielschichtige, prosperierende, langfristig wachsende Wirtschaft, zu ebnen. Seit dem Jahre 2000 war das durchschnittliche Wirtschaftswachstum mit etwa 8,4% das höchste in der Golfregion. Unter den Nicht-Öl-Branchen wuchs dabei das produzierende Gewerbe mit einem 28,1% am schnellsten, gefolgt vom Bankensektor. Abu Dhabi hat in den letzten Jahren von sehr großen Investitionen profitiert. Große Summen sind in den Bausektor geflossen, aber auch Industrieparks wie die Industrial City of Abu Dhabi (ICAD) und die Khalifa Port and Industrial Zone (KPIZ) brachten substantielle Einnahmen. Zugleich wurde eine Reihe von investitionsfördernden Gesetzen verabschiedet, was das positive Investitionsklima weiter stimulieren dürfte. Abu Dhabi trägt von allen Emiraten die größten Summen zum VAE-Haushalt bei. Für das Jahr 2007 lag der Beitrag bei 7,7 Mrd. US-Dollar, wobei der Bildungssektor die meisten Zuwendungen erhält. In den nächsten Jahren wird die Wirtschaft Abu Dhabis nach Expertenmeinungen in hervorragender Verfassung bleiben. Infrastrukturprojekte wurden zeitnah angegangen und auf kluge Weise Synergien zwischen dem öffentlichen Sektor und der Privatwirtschaft gefördert. Obwohl die Strategie, künftige Nachfrage bereits jetzt mit einer Erhöhung des Angebots zu entgegnen, ein gewisses Risiko in sich birgt, muss beachtet werden, dass das Emirat über eine äußerst hohe Liquidität verfügt, mit denen es Schwerinvestitionen tätigen kann. Außerdem wird erwartet, dass die zweigleisige Strategie - einerseits die Erhöhung der Erdölförderung und andererseits die Vorantreibung der Diversifizierung - sich auszahlen wird. Eine weitere wichtige Frage wird die Geldpolitik des Emirats gegenüber dem US-Dollar sein, an den der VAE-Dirham gekoppelt ist. Für das Jahr 2008 wird ein Rückgang der in den letzten Jahren starken Inflation erwartet. Anstehende Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union und diversen asiatischen Ländern werden einen weiteren Stimulus für die boomende Wirtschaft Abu Dhabis bedeuten.[2]

[Bearbeiten] Finanzmärkte

Trotz einer Korrektur an der Börse Abu Dhabis, dem Abu Dhabi Securities Market, genießen die Banken des Emirats weiterhin ein gesundes Wachstum. Mit der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung wachsen auch die Möglichkeiten für Banken in den Bereichen der Unternehmens- und Handelsfinanzierung sowie im Privatkundengeschäft. Zahlreiche, auch internationale Banken, sind daran interessiert, die Regierung Abu Dhabis in ihrer Diversifizierungsstrategie zu unterstützen, was sich auch in der zunehmenden Präsenz globaler Finanzinstitute widerspiegelt.

Das Diversifizierungsprogramm konzentriert sich auf Industrie, Immobilien und Einzelhandel, vor allem aber auf Tourismus. Die Tourismusbehörden Abu Dhabi Tourism Authority (ADTA) und Tourism and Development Investment Company (TDIC) haben riesige Investitionen getätigt, unter anderm in den Abu Dhabi Louvre und das neu entstehende Guggenheim Museum Abu Dhabi.

[Bearbeiten] Tourismus

Auch Abu Dhabi hat den Tourismus entdeckt. Derzeit befinden sich einige große Hotelprojekte in Bau. Auf der Insel Saadiyat wird eine Museumsstadt und knapp 30 Hotels - davon ein 7-Sterne-Palast - gebaut. Eines der ehrgeizigsten Projekte ist wohl Al-Gurm. Verteilt über mehrere kleine Inseln entsteht ein Tourismusresort mit insgesamt 161 Suiten die sich über eine Mangrovenbucht erstrecken. 2008 eröffnet das Gulf Hotel and Resort, mit Lagunenlandschaft, Kanälen und Seen - ca. 20 km vom Zentrum entfernt. Ebenfalls 2008 soll das Luxusresort Al-Gate eröffnet werden. Im Jahr 2005 wurde das Luxushotel Emirates Palace in Betrieb genommen. Gemanagt wird die Luxusherberge von der deutschen Traditionskette Kempinski.


Weitere große Tourismusprojekte sind der küstennahe Standort Al-Raha, und die Inselprojekte Lulu, YAS und Al Reem Island. Bei allen Projekten werden neben den touristischen Infrastrukturen auch Wohnungen integriert sein und Al-Reem und Al-Raha sollen einmal jeweils über 100.000 Personen beherbergen.

[Bearbeiten] Die Kulturinsel Abu Dhabis

Das Emirat Abu Dhabi hat sich zur Aufgabe gemacht, neben der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung die kulturelle Komponenente stärker zu betonen. Was Kritikern der Planungen zunächst als ein touristisches Marketingprojekt erschien, nimmt Konturen an: Abu Dhabi hat den ernstzunehmenden Ehrgeiz, sich zu einer der Drehscheiben des kulturellen Welterbes quasi hochzukaufen. Die künstliche Insel "Saadiyat" (27 km2, etwa so groß wie Norderney) wurde auserkoren, eine Reihe von Großprojekten zu tragen. Bildende Kunst, Musik und kulturelle Bildung sollen in weltweit einmaliger Konzentration und mit hohem Niveau "installiert" werden. Es wird mehrere Museen für historische und zeitgenössische Kunst geben, eine architektonisch spektakuläre Philharmonie (zunächst?) für Gastorchester, eine Mehrzweckhalle für Opern- und Theateraufführungen und sonstiges Entertainment. Dazu sollen Ausbildungsstätten für Bildende und Darstellende Kunst kommen. Ergänzt wird dieses massive kulturelle Ensemble durch eine bereits innerstädtisch bestehende Kopie(!) einiger kulturbezogener Abteilungen der Pariser Sorbonne.

So wollen z.B. die französische Regierung und das Emirat Ende 2012 einen „Mini-Louvre“ auf Saadijat eröffnen. Ein Kooperationsvertrag wurde am 7. März 2007 unterzeichnet. Bis gegen 2019 sollen - von Jean Nouvel entworfen - 6000 Quadratmeter Dauerausstellungsfläche zusammen kommen. Das Scheichtum, das einen jährlichen Ankaufsetat von 40 Millionen Euro plante, soll einer „Agence Internationale des musées de France“ 165 Millionen zahlen - und jährlich für 15 Jahre 13 Millionen Euro für Wechselausstellungen in einer 2000-Quadratmeter-Galerie. Als Gegenleistung werden französische Museen Wechselausstellungen veranstalten und auch weitere Exponate leihen (zunächst 300, dann weniger mit zunehmendem eigenem Bestand für je Objekt höchstens 2 Jahre). Und: 30 Jahre lang darf sich das neue Museum „Louvre“ nennen. - Insgesamt bekommt der in Paris 400 Millionen Euro. Die von dem Geld neu errichteten Säle im Pariser Louvre erhalten den Namen des gestorbenen Emirs von Abu Dhabi, Zayed Bin Sultan Al Nayan, und dies zeitlich unbegrenzt.

Seit Monaten protestieren Museumsdirektoren, Konservatoren und Kunsthistoriker offensiv gegen die Kommerzialisierung der Museumsarbeit und den „Ausverkauf der französischen Museen“, so Jean Clair, ehemaliger Direktor des Pariser Picasso-Museums und einer der wichtigsten Theoretiker der zeitgenössischen Kunst. Organisiert wurde u. a. eine Unterschriftensammlung gegen das Projekt. Die Eröffnung in Abu Dhabi ist für 2012/13 geplant.

Die Insel wird seit 2006 infrastrukturell erschlossen. Eine 1500 m lange 10spurige Straßenbrücke vom Hafen Mina Zayed aus auf Saadiyat führend wird 2009 eröffnet. Die staatliche Baubehörde hat Arbeiten für Hauptstraßen, weitere Brücken, Parks und Hafenanlagen vergeben. Ansonsten sind private Investoren aufgerufen, ihre Baufelder im Rahmen des Masterplans zu nutzen. Der rein kulturell genutzte Teil der Insel ist mit 2,7 km2 klein im Vergleich zu den Marineeinrichtungen (4,4 km2), den Parkanlagen (6,0 km2), den beiden Strandregionen (7,0 km2) und den "Wetlands", d.h. naturbelassenen Mangroveflächen (5,23 km2).

[Bearbeiten] Projekt Nachhaltigkeit

Als Reaktion auf die zur Neige gehenden Erdöl- und Erdgasvorräte stellt sich das Emirat vorausschauend auf die Zeit danach ein. Ab 2008 wird westlich vom Internationalen Flughafen die Ökostadt Masdar gebaut. Die international geplante möglichst autarke Großsiedlung für ca. 50.000 Bewohner wird vollständig auf erneuerbare Energien setzen und als Kern eine neue Universität beherbergen, die sich als erste Hochschule der Welt völlig dem Thema Nachhaltigkeit widmen soll.

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Fernverkehr

Der Abu Dhabi International Airport ist der wichtigste Flughafen des Emirates Abu Dhabi und zugleich Drehkreuz und Heimatbasis von Etihad Airways. Abu Dhabi wird von rund 20 Fluggesellschaften angeflogen. Der Flughafen wird stufenweise bis 2010 für 20 Millionen Passagiere ausgebaut. Derzeit befindet sich ein neues Terminal im Bau.

Abu Dhabi ist durch ein gut ausgebautes Autobahn- und Straßennetz mit den wichtigsten Städten sowie den Liwa-Oasen verbunden. Außerdem führt eine Autobahn durch Saudi-Arabien bis nach Doha, der Hauptstadt von Katar.

[Bearbeiten] Nahverkehr

Abu Dhabi plant den Bau der Abu Dhabi Metro mit einer Ringlinie mit 19 Stationen. Später soll eine Metro bis zur Grenze des Emirates Dubai führen und mit der roten Linie der Dubai Metro verbunden werden. Taxis mit Taxameter sind billig und überall im Stadtgebiet leicht zu finden.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. [1]
  2. [2]

[Bearbeiten] Literatur

  • Hans Peter Schneider Döll: Traumland Alptraum - Im Namen Allahs. Books on Demand, 2002;
  • Ayne-Marie Leitch u.a.: Abu Dhabi Explorer. The Complete Resident's Guide. Explorer Group, 2006;

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary
 Wiktionary: Abu Dhabi – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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