Abu Hassan

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Werkdaten
Titel: Abu Hassan
Form: Singspiel
Originalsprache: Deutsch
Musik: Carl Maria von Weber
Libretto: Franz Carl Hiemer nach Antoine Gallands Le dormeur éveillé
Uraufführung: 4. Juni 1811
Ort der Uraufführung: Residenztheater München
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Personen
  • Abu Hassan, Günstling des Kalifen (Tenor)
  • Fatime, seine Ehefrau (Sopran)
  • Omar, ein Geldwechsler (Bass)
  • Mesrur, Vertrauter des Kalifen (Sprechrolle)
  • Zemrud, Zobeides Zofe (Sprechrolle)
  • Kalif Harun al Raschid (Sprechrolle)
  • Zobeide, seine Gattin (Sprechrolle)
  • weiters noch das Gefolge des Kalifen und die Gläubiger von Abu Hassan

Abu Hassan, Jähns Werkverzeichnis J. 106, ist ein Singspiel in einem Akt von Carl Maria von Weber. Das Libretto stammt von Franz Carl Hiemer nach einer Geschichte aus „Tausendundeine Nacht“. Weber hat die Komposition im August 1810 mit dem Chor der Gläubiger begonnen, was nicht zufällig angesichts seiner privaten, finanziellen Situation erscheint. Mit Abschluss der Ouverture war das Singspiel dann am 12. Januar 1811 fertig. Allerdings fügte Weber später noch zwei Nummern hinzu (im Jahre 1813 und 1822). In dieser erweiterten Form ist Abu Hassan heute bekannt. Unter Webers musikalischer Leitung wurde das Werk erfolgreich am 4. Juni 1811 im Münchner Residenztheater (dem heutigen Cuvilliés-Theater) uraufgeführt.

"Türkische Opern" waren damals sehr beliebt: Abbé Voglers Kaufmann von Smyrna und Mozarts Die Entführung aus dem Serail, später auch Rossinis Il turco in Italia dokumentieren diese Vorliebe des Opernpublikums, neben zahlreichen anderen Werken dieser Art.

Wie viele Biographen betont haben, braucht Weber, insbesondere wegen der melodiösen Anmut und musikalischen Brillanz dieses Werkes bei Abu Hassan den Vergleich mit Mozart nicht zu scheuen.

Handlung[Bearbeiten]

Die Oper spielt in Bagdad zur Zeit 1001 Nacht. Abu Hassan steckt tief im Schuldensumpf. Die Schar seiner Gläubiger dringt bei ihm in die Wohnung ein, allen voran der Geldwechsler Omar, der die größte Forderung gegen ihn hat. Omar begehrt Hassans hübsche Frau Fatime. Er will Hassans Notlage ausnutzen, um Fatime zu Liebesdiensten zu überreden. Nur scheinbar geht sie auf sein Werben ein und erreicht auf diese Weise einen Zahlungsaufschub. Aber die Schulden bleiben. Da ersinnt Hassan einen aberwitzigen Plan: Weil es üblich ist, dass das Kalifenpaar bei einem Todesfall den Hinterbliebenen eine größere Summe zukommen lässt, um die Bestattungskosten zu bestreiten, schlägt er Fatime vor, dass sie wechselseitig Harun al Raschid und seiner Frau Zobeide eine Nachricht über ihr Ableben zukommen lassen. Fatime findet den Plan großartig.

Gastspiel des Arbeitertheaters Dresdens-Niedersedlitz am 7. Juni 1960 bei den FDGB-Arbeiterfestspielen in Aue (Peter Schreier als Abu Hassan und Erich Siebenschuh als Kalif)

Zunächst scheint alles wie geplant zu laufen. Harun al Raschid und Zobeide können sich jedoch angesichts der widersprüchlichen Nachrichten nicht darauf einigen, wer jetzt nun tatsächlich gestorben sei, Abu Hassan oder Fatime, und wer das Geld für die Bestattung erhalten soll. So machen sie sich zu Hassans Haus auf, um sich persönlich Gewissheit zu verschaffen.

Als das Kalifenpaar die Wohnung betritt, stellen sich Hassan und Fatime tot. Harun al Raschid will wissen, wer von den beiden zuerst verstorben sei, und setzt für die richtige Antwort tausend Golddukaten aus. Überglücklich springt Hassan auf und erbittet die Summe; denn ihn habe zuerst der Tod ereilt. Plötzlich erwachen auch in Fatime wieder die Lebensgeister. Harun al Raschid und Zobeide verzeihen den Schwindlern und lassen ihnen das Geld zukommen.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Noten / Klavierauszug[Bearbeiten]

  • Abu Hassan, WeV C. 6a, Neue Weber-Gesamtausgabe. Reihe Serie VIII Klavierauszüge, 190 Seiten. Herausgeber: Joachim Veit. Redaktion: Frank Ziegler. ISMN: M-00113229-9; Schott Musik International, Mainz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abu Hassan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien