Abwärts (Band)

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Abwärts
Abwärts-2006.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Punk/New Wave
Gründung 1979
Neugründung 1987, 1995, 2004
Website http://www.abwaerts.com/
Gründungsmitglieder
Frank Z.
Gesang, Geige
Margita Haberland (1979-1981)
FM Einheit (1979-1982, 1988-1990)
Axel Dill (1979-1984)
Jocko Ono (1979)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Frank Z.
Gitarre u.a.
Rodrigo González (seit 2004)
Bass
Björn Werra (seit 2009)
Schlagzeug
Martin "Dog" Kessler (seit 2004)
Ehemalige Mitglieder
Bass
Gibo Kellersmann (1980)
Bass
Mark Chung (1980-1982)
Gitarre, Bass
Peter Horn (1987-1989)
H. Siewert (1987)
Gitarre
Elf (1988-1995)
Gitarre, Bass
Uwe Bastiansen (1988-1992)
Blank Fontana (1988)
Bass
Jochen Hansen (1990-1995)
Schlagzeug
Frank Seele (1991-1994)
Schlagzeug
Marcel Zürcher (1995)
Bass
Thomas Zabel (2004-2006)
Bass
Stevie Rocket (2007-2009)

Abwärts ist eine Punkband aus Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bandgeschichte

[Bearbeiten] 1979 bis 1984

Die Band wurde Ende 1979 von Frank Ziegert alias Frank Z. (Gesang, Gitarre) ins Leben gerufen. Zur Urbesetzung gehörten unter anderem noch Margita Haberland, FM Einheit sowie Axel Dill. Mitte 1980 stieß noch Mark Chung als festes Mitglied dazu. Abwärts verstanden es, die Aggressivität des Punk mit der Experimentierfreude der New Wave zu verbinden.

Ihren ersten Auftritt hatten Abwärts auf dem legendären „Geräusche für die 80er“-Festival (Ende 1979), wo sie unter anderem eine Punkversion der Caprifischer boten. Anfang 1980 erschien ihre Debütsingle, auf der sich mit Computerstaat ein erster Indie-Hit befand, der auch heute noch einer der bekanntesten und beliebtesten Songs der Band ist. Ende 1980 erschien das Debütalbum AmokKoma, von dem über 20.000 Einheiten verkauft wurden. Da die Gruppe jedoch von ihrer damaligen Indieplattenfirma kein Geld sah, unterschrieb man für das nächste Album bei einem Majorlabel.

Während eines Punkfestivals lernte FM Einheit die damals noch als Duo auftretenden Einstürzenden Neubauten kennen und schloss sich ihnen Anfang 1981 an. Ende 1981 begann auch Marc Chung bei ihnen mitzuwirken. Das führte zu einer Doppelbelastung, weil die beiden Musiker Touren und Aufnahmen mit zwei verschiedenen Bands koordinieren mussten. Ohne Margita Haberland entstand mit Der Westen ist einsam das zweite Abwärts-Album. Harry Rag von der Gruppe S.Y.P.H. schrieb seinerzeit in der Musikzeitschrift Sounds:

„Eine zeitlose LP, deren Format in den letzten 20 Jahren deutscher Musikgeschichte ihresgleichen sucht.“

, Frank Apunkt Schneider resümierte 2007

„Die zweite LP taumelt in zeitgenössische Verdunkelungsästhetik (Killing Joke, Theatre Of Hate), hat aber noch diese gewisse Kante, die sie herausragen lässt ..[1]

Mittlerweile waren viele der Untergrund-Bands der NDW durch massenkompatible, kommerzielle Acts verdrängt worden. Auch bei Abwärts konnte das breite Publikum mit den experimentellen, teils düsteren Klängen der Gruppe nichts anfangen. Das Album war zwar kein Flop, aber zu dem von der Firma „Phonogram“ - sie vermarktete die Platte mit einer großen Werbekampagne - wohl erwarteten Top-Seller à la Ideal oder DAF entwickelte sich Der Westen ist einsam nicht. Von dem Titel Beim ersten Mal tut's immer weh wurde auch ein Videoclip produziert.

Die folgende EP Beirut, Holiday Inn enthielt eine neue Version von Beim ersten Mal tut's immer weh. Eine weitere „Phonogram“-Veröffentlichung scheiterte jedoch wegen Streitigkeiten mit dem Produzenten. Einheit und Chung verabschiedeten sich aus der Band und konzentrierten sich ganz auf die Einstürzenden Neubauten. Zum Duo geschrumpft entstand 1984 noch die eher ruhige, New-Wave-orientierte Maxi Olympia auf dem Totenkopf-Label, bevor Frank Z. die Band vorerst auflöste.

Rodrigo González als Abwärts-Gitarrist 2009

[Bearbeiten] 1987 bis 1998

Nach 3 Jahren Pause überraschte Frank Z. mit dem Comebackalbum Abwärts, auf dem er ähnliche Töne wie in Olympia anschlug. Zum Hit wurde dabei Alkohol, eine Ballade über eine zerbrochene Beziehung. Für die anstehende Tour stellte Frank Z. eine neue Band zusammen, der unter anderem auch Michael „Elf“ Mayer (Slime), Uwe Bastiansen sowie FM Einheit angehörten. Die Live-Auftritte führten Frank Z. wieder zum Punk, und so fielen die nächsten Alben wieder deutlich härter aus, wobei Abwärts Punk mit Metalelementen mischten. Während Abwärts textlich eher persönlich gehalten war und mehr eine Selbstreflexion darstellte, kehrte Frank Z. mit Ich seh die Schiffe... und Comic-Krieg zu politischen Themen zurück, wobei er meist mit sarkastischem Spott arbeitete. Großer kommerzieller Erfolg war der Band nicht beschieden. Etwas Aufmerksamkeit erregte die Single Sonderzug zur Endstation, auf der Abwärts 1990 die Einheitseuphorie auf die Schippe nahmen. Der kommerzielle Misserfolg führte dann auch zum ständigen Label-Wechsel bei der Gruppe. Das folgende Album Herzlich willkommen im Irrenhaus fiel deutlich härter aus als die Vorgänger und wurde live ausgiebig betourt so als Vorband von Bad Religion.

Einen letzten Versuch, kommerziell erfolgreich zu sein, stellt das Album Hurra dar, das mit dem Singletitel Die Reise einen radiotauglichen Song enthielt. Andere Titel wie Küss mich oder Zonenzombie überraschten wieder mit Härte. Daneben gab es Neuaufnahmen der älteren Klassiker Unfall und Die Zeit, sowie ein Cover-Version von DAF Ich & die Wirklichkeit.

Nach dem an klassischem Deutschpunk orientierten V 8-Album, das von Kritik und Publikum als eher enttäuschend eingestuft wurde, löste Frank Z. die Gruppe wegen Meinungsverschiedenheiten auf.

1998 folgte ein kaum beachtetes, ebenfalls stark punk-orientiertes Soloalbum von Frank Z., welches zum einen Neuaufnahmen diverser Abwärtssongs und zum anderen komplett neue Songs bietet, die textlich gesehen untypisch für eine Abwärtsplatte klingen. Der Punksong Sonntags im Zoo wurde 1999 von den Toten Hosen für ihr Album Unsterblich gecovert und ebenfalls 2001 auf deren Live DVD En Missión Del Senor veröffentlicht. Ebenfalls 1999 coverten Die Toten Hosen den Abwärts-Song Schiffe für den Sampler Pop 2000 / Das gibt’s nur einmal. Seit den frühen 1980er Jahren, als Die Toten Hosen noch als Vorband für Abwärts spielten, verbindet beide Bands eine Freundschaft. Anfang der 1990er Jahre erschienen die Abwärts-Platten Schiffe und Comik-Krieg auf dem DTH-Label „Totenkopf“.

Schneider resümierte die Phase seit der ersten Auflösung bis ca. 2006 bitter

„Frank Z führte Abwärts lange weiter, u.a. in Richtung Pathos-Rock, ohne es hinzukriegen, total peinlich zu werden, worum er sich aber nach Kräften bemühte.[1]

[Bearbeiten] Seit 2004

2004 überredete der Ärzte-Bassist Rodrigo González Frank Z. zu einem erneuten Comeback. Daraus entstand schließlich das Album Nuprop. Kleine Electro-Einsprengsel deuten zwar neue Wege an, jedoch litt das Album etwas unter einer schlechten Produktion. Nach der „Karstadt-Tour“ im Oktober 2004 folgten noch drei Zusatzkonzerte unter anderem als Gäste der Beatsteaks im Kölner Palladium. Im März 2006 erschien eine Best-of-CD mit 40 Titeln. Im Sommer 2006 spielten Abwärts zusammen mit Fehlfarben auf diversen Festivals.

Frank Z., 2009

Anfang November startete die teils sehr gut besuchte „Breaking-News“-Tour, die jedoch aus Krankheitsgründen von Frank Z. vorzeitig abgebrochen werden musste. Das neue Album „Rom“ erschien Anfang Juni 2007. Vorab gab es jedoch zwei neue Songs als kostenlosen Download, die auch auf der Tour 2006 zum Einsatz kamen. Rom wurde in der Besetzung Z., González und Kessler eingespielt. Das Album enthält auch einen ca. 50-minütigen Multimediapart für den PC von einem Livekonzert vom 15. September 2006, das in Hamburg mitgeschnitten wurde.

Martin Kessler, 2009

Bei dem Label „Cargo Records“ erschien am 8. Juni 2007 das neue Album ROM, das Rod und Frank Z. in Rods Berliner Studio produzierten. Zudem veröffentlichten Abwärts auf ihrer Homepage eine Video – Trilogie mit den Songs Lucky Fucky, Spürst du nicht den Trieb und Rom. Im August 2007 gingen Abwärts mit einer weiteren Umbesetzung erneut auf Tour. Den E-Bass spielte bei dieser Tour Stefan Bühler aka Rocket, hauptberuflich der E-Gitarrist bei The Boss Hoss, der bereits bei der vergangenen Tour für einige Konzerte eingesprungen war.

Am 4. Oktober 2008 erschien die DVD Glam Slam! auf Rodrec/Cargo Records. Diese besteht aus einem Mitschnitt des 2007er-Livekonzertes im Berliner SO 36, aus alten Videoclips und einer Dokumentation mit Interviews. Danach ging Abwärts auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

[Bearbeiten] Diskografie

[Bearbeiten] Alben

  • 1980: Abwärts Live - das Rip Off Tape (Live & Gold), MC-Fantape mit Liveaufnahmen
  • 1981: Amok Koma
  • 1982: Der Westen ist einsam
  • 1988: Abwärts
  • 1990: Ich seh die Schiffe den Fluss herunterfahren
  • 1991: Comic-Krieg
  • 1993: Herzlich willkommen im Irrenhaus
  • 1994: Hurra
  • 1995: V8
  • 2004: NuProp
  • 2006: Breaking News - 40 Hits von Anfang bis heute, Doppelalbum
  • 2007: Rom, inkl. Konzertvideo aus Hamburg 2006 für den PC
  • 2009: Sei auch dabei - live 2009, kostenloses Download-Livealbum
  • 2011: Europa Safe

[Bearbeiten] Singles

  • 1980: Computerstaat, EP
  • 1981: Roboter in der Nacht/Für Mutti,
  • 1982: Beirut Holiday Inn, 7" Single/12" Maxi
  • 1984: Olympia, 12" Maxi
  • 1987: Alkohol,
  • 1988: Mehr Alkohol, 12" EP '88/Mini-CD '94
  • 1989: Die Zeit, 7" Single/12" Maxi/Maxi-CD
  • 1990: Sonderzug zur Endstation, 7" Single/12" Maxi/Maxi-CD
  • 1991: Vorsicht!, Promo-CD
  • 1994: Die Reise
  • 1995: Abwärts /Rausch/Bronx Boys, Promo Split-EP
  • 2004: Terror-Beat, 7" EP/Promo Maxi-CD in DVD-Hülle
  • 2006: Millionenkiller / Trieb, mp3-Download
  • 2009: Sei auch dabei 12" EP/mp3-Download
  • 2011: Traumhochzeit, mp3-Download

[Bearbeiten] Videos/DVDs

  • 2004: Terror-Beat, Promo-VHS
  • 2008: Glam Slam! [DVD]

[Bearbeiten] Soloalbum von Frank Z.

  • 1998: Alcohol, Tobacco & Firearms [LP/CD]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Frank Apunkt Schneider: Als die Welt noch unterging – Von Punk zu NDW, S. 242, 2007, ISBN 3-931555-88-7

[Bearbeiten] Literatur

  • Diedrich Diederichsen (Hrsg.): Staccato - Musik und Leben (1982)
  • B. Hahn, H. Schindler: Punk - Die zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt (1983)
  • Albrecht Koch: Angriff aufs Schlaraffenland (1987)
  • Jürgen Teipel: Verschwende Deine Jugend – Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave. 11. Auflage. Suhrkamp, 2007, ISBN 978-3-5183-9771-8.
  • „Breaking News“-Booklet (Enthält eine 32-seitige, ausführliche Geschichte der Band in der Darstellung von Frank Z.) (2006)

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Abwärts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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