Academia Brasileira de Letras

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-22.9105357-43.1727458Koordinaten: 22° 54′ 37,93″ S, 43° 10′ 21,88″ W

Die Academia Brasileira de Letras in Rio de Janeiro (2009)

Die Academia Brasileira de Letras (ABL) (deutsch: Brasilianische Akademie der Literatur) ist eine brasilianische Literaturgesellschaft, die Ende des 19. Jahrhunderts von 40 Schriftstellern und Dichtern nach dem Vorbild der französischen Académie française gegründet wurde. Ihr Ziel ist die Pflege der brasilianischen Sprache und Literatur, als Sprachverein ist sie auch höchste Instanz für das brasilianische Portugiesisch. 2014 amtiert Geraldo Holanda Cavalcanti als 51. Präsident.

Geschichte[Bearbeiten]

Machado de Assis und Freunde, spätere Gründungsmitglieder der Akademie, 1890.

Stehend: Rodolfo Amoedo, Artur Azevedo, Inglês de Sousa, Olavo Bilac, José Veríssimo, Sousa Bandeira, Filinto de Almeida, Guimarães Passos, Valentim Magalhães, Rodolfo Bernadelli, Rodrigo Octavio, Heitor Peixoto. Sitzend: João Ribeiro, Machado de Assis, Lúcio de Mendonça, Silva Ramos.

Die Gründung der Gesellschaft erfolgte am 15. Dezember 1896 durch den durch Zuruf gewählten ersten Präsidenten Joaquim Maria Machado de Assis. Nach Annahme der Satzung am 28. Januar 1897 folgte die Errichtung der Akademie am 20. Juli 1897. Sie setzte sich aus 40 Gründungsmitgliedern, Fundador, zusammen. Die Mitglieder behalten diese Position bis zu ihrem Lebensende. Sie wählen ihrerseits weitere 20 internationale, „korrespondierende“ Mitglieder.

Neue Mitglieder werden durch Wahl berufen, wenn einer der nummerierten Sitze, der „cadeiras“, die nach einem Namenspatron, dem Patrono benannt sind, frei wird. Bei offiziellen Anlässen tragen die Mitglieder Uniform mit Schwert, das sogenannte „fardão“. Bis 1977, als die Erzählerin Rachel de Queiroz für den Sitz Nr. 5 gewählt wurde, gab es ausschließlich männliche Mitglieder, heute liegt der Anteil bei 10 % Frauen, davon fungierten Nélida Piñon 1996–1997 und Ana Maria Machado 2012 bis 2013 als Präsidentin.

Das Gebäude „Petit Trianon“[Bearbeiten]

1923 wurde dank der Initiative des Präsidenten der Akademie, Afrânio Peixoto, und des französischen Botschafters, Raymond Conty, das Gebäude des französischen Pavillons der „Exposição do Centenário da Independência do Brasil“, das „Petit Trianon“ („Kleines Trianon“) der Akademie geschenkt. Dieses Gebäude im neoklassizistische Stil ist ein Nachbau des „Petit Trianon“ von Versailles, seinerzeit erbaut zwischen 1762 und 1769 durch den Architekten Ange-Jacques Gabriel.

1932 wurde anlässlich eines Gedenkaktes zum 100. Todestag Goethes auf Anregung von Edgar Roquette-Pinto im Garten des „Petit Trianon“ eine „Goethea“, ein nach Goethe benanntes Malvengewächs, als Symbolpflanze des Humanismus gepflanzt.[1]

In neuerer Zeit eröffnete die Akademie eine der größten öffentlichen Bibliotheken in Rio de Janeiro mit rund 90.000 Bänden und einem großen Medienzentrum.

Die Akademie vergibt jährlich verschiedene Literaturpreise, von denen der Prêmio Machado de Assis der bedeutendste brasilianische Preis ist, der für das Lebenswerk vergeben wird. Er ist mit R$ 100.000 dotiert.[2] Des Weiteren gibt es Preise für Dichtung, Drama, Essay, Kritik oder Kinderliteratur. Ab 2005 wird auch der „Afonso Arino de Melo Franco Preis“ vergeben.

Gegenwärtige Mitglieder der Akademie[Bearbeiten]

Gegenwärtige Mitglieder
Sitz Name seit
1 Ana Maria Machado 2003
2 Tarcísio Padilha 1997
3 Carlos Heitor Cony 2000
4 Carlos Nejar 1988
5 José Murilo de Carvalho 2004
6 Cícero Sandroni 2003
7 Nelson Pereira dos Santos 2006
8 Cleonice Berardinelli 2009
9 Alberto da Costa e Silva 2000
10 Rosiska Darcy de Oliveira 2013
11 Helio Jaguaribe 2005
12 Alfredo Bosi 2003
13 Sérgio Paulo Rouanet 1992
14 Celso Lafer 2006
15 Marco Lucchesi 2011
16 Lygia Fagundes Telles 1985
17 Afonso Arinos de Melo Franco 1999
18 Arnaldo Niskier 1984
19 Antonio Carlos Secchin 2004
20 Murilo Melo Filho 1999
mit Stand: 2013
Sitz Name seit
21 Paulo Coelho 2002
22 Ivo Pitanguy 1990
23 Antônio Torres 2013
24 Sábato Magaldi 1994
25 Alberto Venâncio Filho 1991
26 Marcos Vinicios Vilaça 1985
27 Eduardo Mattos Portella 1981
28 Domício Proença Filho 2006
29 Geraldo Holanda Cavalcanti 2010
30 Nélida Piñon 1989
31 Merval Pereira 2011
32 Ariano Suassuna 1989
33 Evanildo Cavalcante Bechara 2000
34 João Ubaldo Ribeiro 1993
35 Cândido Mendes 1989
36 Fernando Henrique Cardoso 2013
37 Ivan Junqueira 2000
38 José Sarney 1980
39 Marco Maciel 2003
40 Evaristo de Moraes Filho 1984
Gegenwärtige korrespondierende Mitglieder
Sitz Name Land seit
1 Didier Lamaison Frankreich 2009
2 Mário Soares Portugal 1987
3 Urbano Tavares Rodrigues Portugal 1992
4 António Braz Teixeira Portugal 2002
5 Mia Couto Mosambik 1998
6 Arnaldo Saraiva Portugal 2008
7 Joaquim Veríssimo Serrão Portugal 1978
8 Agustin Buzura Rumänien 2001
9 Adriano Moreira Portugal 1975
10 Agustina Bessa-Luís Portugal 1989
11 José Carlos de Vasconcelos Portugal 2012
12 Fred P. Ellison USA 1983
13 Jean d'Ormesson Frankreich 1979
14 Daisaku Ikeda Japan 1992
15 Claude L. Hulet USA 1978
16 Leslie Bethell Vereinigtes Königreich 2010
17 Vitorino Magalhães Godinho Portugal 1976
18 José Vitorino de Pina Martins Portugal 2000
19 Alain Touraine Frankreich 1998
20 Eduardo Lourenço Portugal 2006

Korrespondierende Mitglieder aus Deutschland[Bearbeiten]

Als korrespondierende Mitglieder waren aus Deutschland gewählt: Theodor Mommsen von 1898 bis zu seinem Tod 1903, Hermann Mathias Görgen von 1989 bis zu seinem Tod 1994 und Curt Meyer-Clason seit 1981 bis zu dessen Tod Januar 2012.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Goethea im Petit Trianon der Akademie
  2. Mitteilung der ABL vom 2. Juni 2010 zum Preisträger 2010 Benedito Nunes, abgerufen am 14. November 2010