Acamprosat
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| Strukturformel | |||||||||
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| Allgemeines | |||||||||
| Freiname | Acamprosat | ||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel |
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| CAS-Nummer |
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| PubChem | 71158 | ||||||||
| ATC-Code | |||||||||
| DrugBank | DB00659 | ||||||||
| Kurzbeschreibung | Acamprosat Calcium ist ein weißes, fast geruchloses Pulver | ||||||||
| Arzneistoffangaben | |||||||||
| Wirkstoffklasse |
Adjuvantes Therapeutikum zur Alkoholentwöhnung |
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| Fertigpräparate |
Campral® (D, CH, A) |
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| Verschreibungspflichtig: Ja | |||||||||
| Eigenschaften | |||||||||
| Molare Masse | |||||||||
| Schmelzpunkt | |||||||||
| Löslichkeit |
löslich in Wasser, praktisch unlöslich in absolutem Ethanol und Dichlormethan (Acamprosat·Calzium) |
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| Sicherheitshinweise | |||||||||
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| LD50 | |||||||||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||||
Acamprosat ist ein Arzneistoff, der in Form seines Calciumsalzes verwendet wird. Als Fertigarzneimittel ist Acamprosat-Calcium unter dem Namen Campral® im Handel, das der Unterstützung der Alkoholentwöhnung in der Behandlung der Alkoholkrankheit dient. Die auch als Acetylhomotaurin bezeichnete Substanz ist verwandt mit den im Gehirn aktiven Neurotransmitter-Aminosäuren γ-Aminobuttersäure (GABA), Glutamat und Taurin. Acamprosat dämpft eine durch den Botenstoff Glutamat ausgelöste Übererregbarkeit des Gehirns, indem es die Rezeptoren der Nervenzellen besetzt und dadurch das Andocken von Glutamatmolekülen verhindert.[4]
Da Alkoholkranke besonders viel Glutamat im Gehirn aufweisen (der Grund ist unklar), wird Acamprosat in der (ambulanten) Therapie der Alkoholkrankheit eingesetzt, um die Lust auf Alkohol zu reduzieren. Nicht jeder Alkoholkranke reagiert jedoch auf Acamprosat. Acamprosat ist nicht geeignet zur Behandlung der Symptome eines Alkoholentzugs.[5]
Eine Studie mit 300 Probanden über die Acamprosat-Wirksamkeit beim ambulanten Entzug ist an der Universität Düsseldorf in Arbeit. Die Ergebnisse sollen Ende 2006 der Öffentlichkeit präsentiert werden (Stand: Januar 2006).
Campral wird von der Merck KGaA hergestellt und vertrieben. In den USA ist Forest Laboratories der Vertriebspartner. 1999 bekam Campral den Galenus-von-Pergamon-Preis.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Entwicklungsgeschichte
1984 wurde Acamprosat von dem kleinen französischen Unternehmen Meram zur Therapie von Epileptikern und Alkoholabhängigen entwickelt. Bereits 1987 erhielt Meram eine vorläufige Zulassung für die Substanz in Frankreich. 1989 hat das Unternehmen den Wirkstoff auf den dortigen Markt gebracht. Für die Vorbereitung zur EU-weiten Zulassung hat die französische Firma Lipha (ein Tochterunternehmen der Merck KGaA) die Substanz übernommen und zwölf placebokontrollierte Multicenterstudien mit insgesamt etwa 4000 Patienten durchgeführt. Im Dezember 1995 erfolgte die Zulassung von Campral in Deutschland. Mitte März 1996 brachte Lipha ein Acamprosat-haltiges Arzneimittel als Campral® auf den Deutschen Markt. Im Juli 2004 wurde Campral® in den USA „zur Aufrechterhaltung der Alkoholabstinenz bei alkoholabhängigen Patienten zugelassen, die zu Beginn der Behandlung bereits alkoholabstinent sind“.[6]
[Bearbeiten] Anti-Craving
Acamprosat wird als Anti-Craving-Substanz beim Alkoholentzug verwendet. Der Patient sollte bereits vor Einnahme etwa 5 Tage abstinent sein. Die gleichzeitige Einnahme von Acamprosat und Alkohol verändert weder die Pharmakokinetik von Acamprosat noch die des Alkohols.[5]
[Bearbeiten] Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen sind Durchfall (Diarrhöe), Blähungen (Flatulenz), Übelkeit und Erbrechen, Juckreiz und Hautausschlag.[5] Acamprosat beeinflusst die Fahrtüchtigkeit nicht, ein Suchtpotential ist nicht bekannt.
[Bearbeiten] Wechselwirkungen
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Alkohol sind nicht zu erwarten.
[Bearbeiten] Ärztliche Verordnung
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Acamprosat wird, hauptsächlich wegen der aktuellen Gesetzeslage, in Deutschland (Stand Januar 2009 → Budgetierung) sehr zögerlich eingesetzt.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage, 2006, S. 4, ISBN 978-0-911910-00-1.
- ↑ Datenblatt für Acamprosate calcium – Sigma-Aldrich 20.02.2008
- ↑ Thieme Chemistry (Hrsg.): RÖMPP Online - Version 3.1. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart 2008.
- ↑ Artikel in der Ärztezeitung über Acamprosat 2005
- ↑ a b c Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels) Campral® von Merck (Schweiz) AG - Stand: Juli 2007
- ↑ Finanznachrichten.de vom 30. Juli 2004 [1]
[Bearbeiten] Literatur
- Bernhard van Treeck: Drogen- und Sucht-Lexikon. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3896025422
[Bearbeiten] Weblinks
- Internetpräsenz für Campral in den USA
- Der diskrete Weg aus der Sucht, Berliner Zeitung vom 18. Januar 2006
- Kolja Jahnke:Die Wirkung von Acamprosat auf die Hinweisreizreaktivität abstinenter Alkoholabhängiger Inaugural-Dissertation der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br., vorgelegt 2008
- für Neben- und Wechselwirkungen siehe Seite 13 der Arzneiverordnung in der Praxis ~ Ausgabe 1/2000 März
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