Accept

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Dieser Artikel behandelt die Band Accept. Für ihr Debüt-Album siehe Accept (Album).
Accept
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Accept live 2013, v.l.n.r.: Peter Baltes, Herman Frank, Wolf Hoffmann, Stefan Schwarzmann, Mark Tornillo
Accept live 2013, v.l.n.r.: Peter Baltes, Herman Frank, Wolf Hoffmann, Stefan Schwarzmann, Mark Tornillo
Allgemeine Informationen
Genre(s) Heavy Metal, True Metal
Gründung 1971
Auflösung 1989, 1997, 2005
Neugründung 1992, 2004, 2009
Aktuelle Besetzung
Mark Tornillo (seit 2009)
Wolf Hoffmann (seit 1976)
Gitarre
Herman Frank (1982–1984, seit 2004)
Peter Baltes (seit 1976)
Stefan Schwarzmann (1994–1995, seit 2004)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Udo Dirkschneider (1971–1986, 1992–2005)
Gesang
Rob Armitage (1987)
Gitarre
Stergios Katsiprounas (1988–1992)
Gesang
David Reece (1988–1989)
Gitarre
Michael Wagener (1971–?)
Gitarre
Jan Koemmet (1981–1982)
Gitarre
Gerhard Wahl (1976–1978)
Gitarre
Jörg Fischer (1978–1981, 1984-1989)
Bass
Dieter Rubach (?–1976)
Schlagzeug
Birke Hoe (1971–?)
Schlagzeug
Frank Friedrich (1972–1978)
Schlagzeug
Stefan Kaufmann (1978–1994)
Schlagzeug
Ken Mary (1989)
Schlagzeug
Michael Cartellone (1996)

Accept ist eine deutsche Heavy-Metal-Band, die in Solingen gegründet wurde und in den 1980er Jahren neben den Scorpions zu den international bekanntesten Gruppen der deutschen Rock-Szene zählte. Accept gilt heute als Wegbereiter des deutschen Heavy Metals. Mehrere Tribut-Alben und Cover-Versionen von etablierten Bands wie Amon Amarth, Dimmu Borgir, HammerFall, Darkane, Rage oder Grave Digger unterstreichen dies.

Geschichte[Bearbeiten]

1971–1980: Die frühen Jahre[Bearbeiten]

Accept entstand aus der 1968 von Udo Dirkschneider gegründeten Band X, die sich 1971 in Accept umbenannte, einem Albumtitel der Chicken Shack. Dazu gehörten neben Sänger Dirkschneider die Gitarristen Michael Wagener und Gerhard Wahl, der Schlagzeuger Stefan Thimm und der Bassist Rainer Bickehoer. Nachdem Stefan Thimm die Band kurze Zeit später verließ, wurde Frank Friedrich sein Nachfolger. Mit dem Austausch von Bassist Rainer Bickehoer gegen Dieter Rubach und Hinzunahme des zweiten Gitarristen Hansi Heitzer bestand die erste Formation, die sich auch bald regional einen Namen machte. Ab 1976 entstand eine feste Formation mit dem Einstieg von Gitarrist Wolf Hoffmann und Bassist Peter Baltes. Michael Wagener erlernte den Beruf des Toningenieurs, zog in die Vereinigten Staaten und ergriff den Beruf des Musikproduzenten. In dieser Funktion arbeitete er später auch wieder mit Accept zusammen. Peter Baltes löste 1977 Dieter Rubach ab. Er verließ die Band um in einer Frankfurter Band zu spielen. Vorher spielte Peter in der Band Phythagoras.

Mit dieser Besetzung gaben sie im Haus der Jugend in Solingen ihre ersten Konzerte. Von Anfang an spielte die Band eigene Lieder. Sie coverten auch Songs von Queen und den Rolling Stones. Beim Band-Wettbewerb Pop-Rhein – Festival am 5. September 1977 in Düsseldorf belegte Accept den dritten Platz. Mit dabei waren Udo Dirkschneider, Wolf Hoffmann, Gerhard Wahl, Frank Friedrich und Peter Baltes. Dort wurde ein Produzententeam auf die Band aufmerksam, in dessen Studio ein erstes Demo aufgenommen wurde, das man verschiedenen Plattenfirmen vorlegte. Letztlich wurde man sich mit Metronome einig, ein Album einzuspielen. Nach den Aufnahmen zum Debüt wurde der Schlagzeuger Friedrich ersetzt; er wollte sich nicht professionell der Musik widmen. Friedrich stieg für ein Studium aus der Band aus, und es kam für ihn Stefan Kaufmann. Kaufmann war zu dieser Zeit bereits Roadie der Band und fuhr den Band-LKW. Stefan und Jörg Fischer bewarben sich gemeinsam vor den Aufnahmen zum Debüt als Gitarristen. Sie spielten gemeinsam in der Schülerband Frenzy. Jörg Fischer löste Gerhard Wahl ab. Auf der Debüt-LP Same, unter den Fans auch Lady Lou genannt, wurde Stefan Kaufmann an den Drums erwähnt, hatte aber nicht an der Platte mitgearbeitet. Frank Friedrich stand damals für die Photosession zur Platte nicht zur Verfügung, so das Stefan einsprang. Später wurde Frank Friedrich Manager bei der Lufthansa.

1979 erschien das Debüt Accept und die Single Lady Lou. Das Album ist durch eingängige Hardrock-Nummern geprägt. Im Vordergrund stehen die Stimme Dirkschneiders und die Gitarrenarbeit Hoffmanns. Die Produktion der Rhythmus-Gitarren lässt diese etwas im Hintergrund stehen und so wirkt das Album wenig rifforientiert.

Bei den Kritikern trug sein skalpellartiger Gesang Udo den zweifelhaften Ruf eines Schreihalses ein. In Deutschland erhielt die LP nur mittelmässige Reaktionen. Das britische Magazin Sounds beurteilte die LP als „schön sauber produziert, schön sauber arrangiert, schön langweilig“. Nach dem Release hatte die Band 3000 Platten abgesetzt, was einen Misserfolg bedeutete.

Es folgte eine Tournee durch den süddeutschen Raum. Sie spielten in kleinen Clubs und viel für amerikanische Soldaten. Die Tour führte auch durch Holland und Belgien. In Holland war die Band schon populär, im Gegensatz zu Deutschland. Sie spielten noch eine Tour mit Extrabreit, die allerdings zu einem Debakel wurde.

Am 24. und 25. September 1979 veranstaltete die Plattenfirma Brain ein Rockfestival. Es wurden Bands vorgestellt, die von der Firma unter Vertrag genommen wurden, darunter auch Accept.

Das Folgealbum I’m a Rebel (1980) schlug in die gleiche Kerbe wie das Debüt und enthält mit dem Titelstück den ersten kleinen Hit der Band. Die gleichnamige Single erreichte Platz 6 der englischen Heavy Metal Charts und in verschiedenen Radioplaylisten konnte sie sich gut platzieren.

In Deutschland stieß das Album wie der Vorgänger auf Desinteresse. Die Plattenfirma versuchte, Accept in ein völlig unpassendes Image zu drängen. Bedingt durch das Aufkommen der Neuen Deutschen Welle sollten sie in Deutsch singen. Obwohl Accept sich auf dem Weg nach oben befanden, unterstützte die Plattenfirma die Band kaum. Sie machte keine Promotion und es gab kaum Liveauftritte. Accept spielten im deutschen Fernsehen I’m a Rebel bei Manfred Sexauers Musikladen.

Damals hatte die Band viele Schulden und Konflikte mit ihrem Management. Um professionelle Musiker zu werden, mussten sie geschäftlich auf gesundem Boden stehen. Das Jahr 1980 verbrachte die Band damit, sich von vielen Störfaktoren zu befreien.

1981–1986: Die Erfolge[Bearbeiten]

Mit ihrem im März 1981 veröffentlichten Album Breaker zeigte sich die Band deutlich von der New Wave of British Heavy Metal beeinflusst und erreichte erstmals ein internationales Publikum. Die Band produzierte die LP selbst. Dirk Steffens wurde zwar als Produzent erwähnt, hat aber zu der Platte nicht viel beigetragen. Die Produktion ist deutlich ausgereifter und das Gitarren-Riffing härter gegenüber dem Vorgänger. Accept wirken noch aggressiver. Nach den Aufnahmen von Breaker lernten sie Gaby Hauke auf einem Festival in Remscheid kennen. Sie wurde Managerin und wurde ein wichtiger Bestandteil der Band. Unter dem Pseudonym „Deaffy“ wurde sie 1983 zudem Songwriterin und Textschreiber der Gruppe.

Der Songtext von Son of a Bitch durfte von Seiten der Plattenfirma nicht auf der Innenseite der LP veröffentlicht werden. Die Band nimmt in dem Song die unseriösen Praktiken von Agenten und die schlechten Gagen von Plattenfirmen aufs Korn.

Durch Gaby Hauke wechselten Accept ins professionelle Lager. Zusammen mit Def Leppard spielen sie im Vorprogramm von Judas Priest auf ihrer Europa-Tour. Die Tour führte auch durch England und Deutschland. Sie verloren durch die Tour zwar viel Geld, etablierten sich aber europaweit und ihr Bekanntheitsgrad stieg. Die Verkäufe von Breaker zogen an, und sie wurden in Deutschland bekannt.

Auf dem Album setzte Dirkschneider seine eigenwillige, sirenenartige Stimme noch konsequenter ein. Das zweisolige Gitarrenspiel von Wolf Hoffmann und Jörg Fischer wurde zum Markenzeichen der Band. Breaker erhält gute Kritiken im In- und Ausland.

Nach der Tour kehrte Jörg Fischer der Band aus privaten Gründen den Rücken. Für ihn stieg zunächst der erst 18-jährige Jan Koemmet ein, doch der verließ die Band kurz vor den Aufnahmen zum nächsten Album, so dass Wolf Hoffmann die Gitarrenparts allein einspielen musste. Die zweite Gitarre wurde später von Herman Frank übernommen.

Das von der Band eigenproduzierte Restless and Wild (September 1982) bewegt sich im Bereich Hard Rock und Heavy Metal und beinhaltet mit Fast As A Shark auch eines der ersten Speed-Metal-Stücke. Es steigerte den Erfolg der Band, erreichte die englischen Charts und schaffte es in Schweden bis auf Platz 27. Wolf Hoffmann spielte alle Gitarrenparts in den Dierks Studios Pulheim alleine ein. Accept spielten für die Platte nicht viel, da das Ende der Zusammenarbeit mit der Plattenfirma Metronome in Sicht war. Von den Verkaufszahlen machte sie einen weiten Schritt nach vorne. Die Platte erhält sehr gute Kritiken. In England feierte der Sounds Accept als German Heavy Metal Sensation. In Deutschland waren die Reaktionen nicht immer überwältigend.

Im Mai 1983 gaben Accept zwei Testkonzerte in Schweden. Die Fans und die Presse waren begeistert. Viele Fans übernachteten in Schlafsäcken vor den Vorverkaufsstellen. Danach spielte die Band in Deutschland mit Samson im Vorprogramm. Die Deutschlandtour wurde ein Triumphzug. Im Juni traten sie mit Trance, Raven und Mercyful Fate beim Aardschokdag in den Niederlanden auf.

Michael Wagner und Udo produzierten zusammen die Band Raven. Udo sang zusammen mit Raven die Single Born to be Wild ein. Gerüchten zufolge sollte Udo dann als Leadsänger bei Raven einsteigen. Er hatte damals allerdings nie daran gedacht, Accept zu verlassen.

1983 schlossen sie mit der Produktionsfirma Breeze Musik von Dieter Dierks einen langfristigen Vertrag. Breeze gelang es, nach kurzer Zeit internationale Veröffentlichungen des Albums Restless and Wild, darunter auch in Amerika, zu realisieren. Für Balls to the Wall wurde ein langfristiger Vertrag mit CBS Amerika geschlossen, der auch Tournee und Werbeaktivitäten einschloss. Für Deutschland ist RCA zuständig.

Im Herbst 1983 absolvierte die Band ausverkaufte Konzerte in Skandinavien. Am 28. Oktober 1983 gastierte die Band in Stockholm und spielte vor 6000 Fans. Es folgten Auftritte in Holland und Frankreich unter anderem mit Whitesnake.

Während der Studioaufnahmen zu Balls to the Wall 1983 wurde deutlich, dass sich die erhoffte Symbiose mit Hermann Frank nicht einstellte. Hoffmann musste ein weiteres mal alle Gitarrentracks alleine einspielen. Hermann wird auf der Platte erwähnt und ist auf dem beiliegenden Poster abgebildet, hatte aber keinen Anteil an der Platte. Er verließ im Dezember 1983 aus persönlichen Gründen die Band. Auf einem Weihnachtskonzert am 26. Dezember 1983 in der Wuppertaler Stadthalle trafen sie Jörg Fischer wieder. Sie stellten fest, dass ihre Streitigkeiten recht pubertär waren. Darauf hin stieg er wieder bei Accept ein.

Es folgte das Album Balls to the Wall. Produzent war Stefan Kaufmann. Der Anteil an Hard-Rock- gegenüber Heavy-Metal-Stücken ist höher als beim Vorgänger. Fans der härteren Gangart kehrten der Band den Rücken, diese konnte aber zugleich neue Fans dazugewinnen, unter anderem mit Winterdreams, einer poplastigen Ballade auf der Platte. Textlich konnten die Amerikaner nicht viel mit den Stücken anfangen, Songs wie Balls, London Leather Boys und Love Child wurden missverstanden. Sie wurden mal in die Schwulenecke, mal in die politische Ecke gedrückt. Das Album wurde dennoch erfolgreicher als seine Vorgänger. Accept tourte jetzt wieder mit Jörg Fischer als zweiten Gitarristen.

Ende Januar spielten sie fünf Konzerte in England. Die letzten zwei Konzerte waren gut besucht, die anderen nur mäßig. Am 29. Januar 1984 trat die Band im legendären Hammersmith Odeon vor 2000 Fans auf. Im Februar stand eine Deutschlandtour an, die aber nicht stattfand. Am 25. Februar 1984 tourten Accept das erste Mal für über 100 Konzerte fünf Monate lang durch Amerika, als Special Guest von Kiss, dann mit Saxon, zwischendurch mit Blue Oyster Cult, Aldo Nova und Ozzy. Nebenbei organisierten sie in Clubs mit 350 bis 2500 Zuschauern eigene Headliner-Auftritte, die fortwährend ausverkauft waren. Der Höhepunkt dieser Tour war ihr Auftritt bei einem Open-Air-Festival in Iowa vor 100.000 Zuschauern. Accept konnten auf ihrer Amerika-Tournee so sehr überzeugen, dass sie in der New Yorker King Biscuit Flower Hour einer der prominentesten Radioshows in den USA, am 10. Juni 1984 live übertragen wurden. Es folgte noch eine Tour mit Mötley Crüe, Dokken und Black ’n Blue, die Accepts Erfolg weiter vergrößerte.

In den USA stieg die Platte in die Billboard-Charts auf Platz 106 ein, stieg bis zur Position 74 auf und verkaufte sich über 250.000 Mal. Musik Week notierte das Album unter den Top Ten. Mitten in die Aufnahmen zum Nachfolger Metal Heart bekamen sie für Balls to the Wall in Kanada ihre erste Goldauszeichnung. Das Album erreichte 1990 Goldstatus in den USA für 500.000 Einheiten. Gold gab es auch in Schweden und Finnland. In Europa setzten sie in den ersten Wochen über 100.000 Exemplare ab. Am 18. August 1984 stand ein Auftritt der Band beim legendären Monsters-of-Rock-Festival in Castle Donington (England) vor 100.000 Zuschauern auf dem Programm, neben Van Halen, Ozzy Osbourne, Gary Moore, Y&T, Mötley Crüe und AC/DC. Nach den Monsters spielten sie noch mit Iron Maiden auf ihrer World Slavery Tour 6 Konzerte in Spanien und vier Konzerte in Frankreich. Balls to the Wall ist bis heute das meistverkaufte Accept-Album. Unter 5987 Zuschriften für den Metal Hammer Heard & Heavy Poll 1984 belegte Accept Spitzenpositionen.

Als nächstes Album wurde 1985 Metal Heart veröffentlicht. Der Titelsong sorgte durch die Einbettung von Themen von Tschaikowski und Beethovens Für Elise für Aufmerksamkeit und spiegelte so Hoffmanns Vorliebe für klassische Musik wider. Metal Heart platzierte sich in Deutschland, Finnland, Schweden, England, der Schweiz und den USA in den Charts. In Deutschland gingen in wenigen Tagen 75.000 Einheiten über die Ladentheke. Im Verlauf der Touraktivitäten zum Album spielte Accept das erste Mal in Japan. Nach der Japantour wurde 1986 die dort aufgezeichnete Live-EP Kaizoku-Ban veröffentlicht. Ein weiteres Markenzeichen der Band waren inzwischen Militäroutfits (gespickt mit Karnevalsorden) und Dirkschneiders Tarnanzug geworden.

1986 brachte die Band auch das Album Russian Roulette auf den Markt. Es enthielt wiederum eine Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal, der Einsatz von Chören wurde deutlich verstärkt. Das Album erreichte mit Platz 5 die höchste Platzierung, die Accept je in Deutschland hatte, und konnte sich auch in Finnland, Schweden, England und den USA behaupten. Eine Europatour mit Dokken im Vorprogramm sowie eine Tour durch Deutschland mit UFO als Support baute den Status der Band weiter aus.

1986–1989: Kommerzialisierung und Band-Auflösung[Bearbeiten]

Obwohl Accepts Erfolg 1986 ungebrochen war, tendierte die Band in eine kommerziellere Richtung, um auf dem amerikanischen Markt erfolgreich zu sein. Dirkschneiders Reibeisenstimme und das „stumpfe“ Image standen dabei vermeintlich im Weg. So trennte sich Accept von Udo Dirkschneider. Bis dahin hat die Band über 2 Millionen Tonträger verkauft. Das erste Album von dessen neu zusammengestellter Band U.D.O., Animal House, wurde 1987 dennoch von seinen ehemaligen Bandkollegen komponiert.

Accept präsentierte unterdessen den ehemaligen Baby-Tuckoo-Sänger Rob Armitage als Dirkschneiders Nachfolger. Armitage kam aber nicht dazu, mit der Band Aufnahmen zu machen. Er wurde nach neun Monaten ergebnisloser Zusammenarbeit Ende 1987 durch David Reece ersetzt. Mit Reece und dem neuen zweiten Gitarristen Jim Stacey nahm Accept 1989 das Album Eat the Heat auf. Das Album war ein kommerzieller Flop. Die Band tourte als Vorgruppe von W.A.S.P. durch die USA. Stefan Kaufmann musste aufgrund eines Rückenleidens passen und wurde durch Ken Mary ersetzt. Die unbefriedigende Situation eskalierte auf der Tour, als Sänger Reece und Bassist Peter Baltes nach einem Streit handgreiflich wurden. Accept löste sich auf.

1993–1997: Wiedervereinigung und erneute Auflösung[Bearbeiten]

Das 1990 veröffentlichte Doppel-Livealbum Staying a Life, mitgeschnitten auf der 1985er-Japantournee, war ursprünglich als würdiger Schlussstrich unter die Bandgeschichte gedacht. Es wurde stattdessen ein Erfolg und bestärkte die Fans in ihrem seit der Trennung anhaltenden Drängen auf eine Wiedervereinigung. 1993 kam es zur Reunion, und es erschien das Comeback-Album Objection Overruled, das sich in den europäischen Charts behaupten konnte. Eine Welttournee führte die Band u. a. in die USA, nach Japan, Südamerika, Russland und Europa. Die Band bestand zu diesem Zeitpunkt aus Udo Dirkschneider, Wolf Hoffmann, Peter Baltes und Stefan Kaufmann.

Kaufmanns Rückenleiden führte dazu, dass er 1994 das nächste Album Death Row nicht mehr komplett einspielen konnte und seine Karriere beenden musste. Sein Ersatz wurde der ehemalige U.D.O.-, Running Wild- und X-Wild-Schlagzeuger Stefan Schwarzmann.

1996 erschien Predator, mit dem ehemaligen Damn-Yankees-Schlagzeuger Michael Cartellone. Erstmals seit dem Accept-Debütalbum und dem Titel Breaking up Again vom Album Breaker sind bei drei Songs Lead Vocals von Bassist Peter Baltes zu hören.

Unstimmigkeiten innerhalb der Band führten nach der Tour zu Predator zur erneuten Auflösung. 1997 erschien noch das Livealbum All Areas – Worldwide. Dirkschneider formierte seine Band U.D.O. neu und nahm zusammen mit Stefan Schwarzmann und Stefan Kaufmann an der Gitarre das Album Solid auf. Hoffmann zog sich zwischenzeitlich aus dem Musikgeschäft zurück und wurde Fotograf in Nashville.

2005: Wiedervereinigung für einen Festival-Sommer[Bearbeiten]

2005 kam die Band in der Besetzung Udo Dirkschneider, Wolf Hoffmann, Herman Frank, Peter Baltes und Stefan Schwarzmann für einige Auftritte bei Festivals in Europa, Hallenkonzerte und für eine Tour durch Japan wieder zusammen, um sich anschließend wieder aufzulösen.

2009: Neustart mit neuem Sänger[Bearbeiten]

Wolf Hoffmann in Minsk, 2011

2009 reformierte sich die Band. Neuer Sänger ist Mark Tornillo (ehemals T.T. Quick), weitere Mitglieder sind Wolf Hoffmann (Gitarre), Peter Baltes (Bass), Herman Frank (Gitarre) und Stefan Schwarzmann (Schlagzeug). [1]

Udo Dirkschneider und Stefan Kaufmann hatten kein Interesse und blieben bei U.D.O. [2]

Ende 2009 / Anfang 2010 nahm die Band mit Produzent Andy Sneap das Studio-Album Blood of the Nations auf, das 12 [3] bzw. 13 [4] Songs enthält.

Sie schlossen mit Nuclear Blast einen langfristigen Plattenvertrag ab. Am 21. Mai 2010 erschien die EP The Abyss.[5] Blood of the Nations wurde am 20. August 2010 in Europa veröffentlicht. [4]

Eine erste kleine Europa-Tour startete im Mai 2010, darunter waren auch Auftritte als Vorgruppe von AC/DC, u.a. am 25. Mai 2010 vor 80.000 Zuschauern in Hannover.[6]

Blood of the Nations wurde das erfolgreichste Charts-Album für Accept. So kam das Album in Deutschland auf #6, europaweit auf #11 und weltweit auf #35. Das Album wurde weltweit von renommierten Medien mehr als 50 mal zum Album des Jahres gekürt und die US TV Show „The Metal Show“ krönte das Album zum „Heavy Metal album of the century“. Dieser Erfolg war auch Thema renommierter Medien wie CNN, Financial Times, BBC News und der New York Times oder dem Spiegel.[7]

2012 erschien des neue Album Stalingrad, das erneut mit Andy Sneap produziert wurde. Das Album stieg in Deutschland auf #4 der Album-Charts, in den USA enterten Accept erstmalig in ihrer Band-Geschichte die Top 100 der offiziellen Billboard-Charts. Sie spielten über 100 Shows in Europa, den USA, Südamerika und Asien.

2013 folgte eine Südamerika-Tournee (April 2013) und eine europäischen Festival-Tour.

Besetzungen[Bearbeiten]

(1976–1979)
(1979–1982)
(1982)
  • Udo Dirkschneider - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Jan Koemmet - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Kaufmann - Schlagzeug
(1982–1983)
  • Udo Dirkschneider - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Herman Frank - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Kaufmann - Schlagzeug
(1983–1987)
  • Udo Dirkschneider - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Jörg Fischer - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Kaufmann - Schlagzeug
(1987)
  • Michael White - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Jörg Fischer - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Kaufmann - Schlagzeug
(1987–1988)
  • Rob Armitage - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Jörg Fischer - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Kaufmann - Schlagzeug
(1988–1989)
  • David Reece - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Kaufmann - Schlagzeug
(1989)
  • David Reece - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Jim Stacey - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Kaufmann - Schlagzeug
(1989)
  • David Reece - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Jim Stacey - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Ken Mary - Schlagzeug
(1989–1992)

SPLIT

(1992–1994)
  • Udo Dirkschneider - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Kaufmann - Schlagzeug
(1995–1997)
  • Udo Dirkschneider - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Michael Cartellone - Schlagzeug
(1997–2005)

SPLIT

(2004)
  • Udo Dirkschneider - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Herman Frank - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Francesco Jovino - Schlagzeug
(2005)
  • Udo Dirkschneider - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Herman Frank - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Schwarzmann - Schlagzeug
(2005–2009)

SPLIT

(2009–heute)
  • Mark Tornillo - Gesang
  • Wolf Hoffmann - Gitarre
  • Herman Frank - Gitarre
  • Peter Baltes - Bass
  • Stefan Schwarzmann - Schlagzeug
Zeitlinie

Trivia[Bearbeiten]

  • Der Song „I'm a Rebel“ ist ein nie veröffentlichtes Stück von AC/DC aus dem Jahr 1976. AC/DC nahmen es auf, wollten es aber nicht auf ihrem Album haben. Accept bekamen das 8-Spur-Band mit der Stimme von Bon Scott, nahmen es neu auf und veröffentlichten „I'm a Rebel“ auf dem gleichnamigen Album. Es ist das einzige Lied auf einem Accept-Studio-Album, das nicht von Accept geschrieben wurde. [8][9][10]
  • Das Album Russian Roulette sollte ursprünglich den Titel „Wargames“ tragen. Wegen des gleichnamigen Films änderte die Band aber den Titel. Auch die Notlösung, das Album „Russian Roulette-The Games Of War“ zu nennen wurde fallen gelassen.
  • Der Titel „Lay Down the Law“ sollte ursprünglich auf „Russian Roulette“ von Accept erscheinen, wurde aber erst auf der ersten U.D.O.-LP „Animal House“ veröffentlicht („Inkl. Super-Track „Lay Down the Law“ by Accept & U.D.O.“).
  • Der Titel „Balls to the Wall“ gehört zum Soundtrack von „The Wrestler“ (2008) mit Mickey Rourke. [11]
  • Das Cover von Russian Roulette wurde von Didi Zill geschossen, der durch Bilder in der Bravo in den Sechzigern und Siebzigern berühmt geworden ist.
  • Accept war in Frankreich einige Jahre als Naziband verschrien, weil die Franzosen Udos Kampfanzug und das „Heidi-Heido-Heida“-Intro falsch verstanden hatten.
  • Accept wurden mit ihrer Bühnenshow zu „Russian Roulette“ erneut missverstanden, weil sie passend zu den antimilitaristischen Texten auf der Bühne in Uniformen auftraten, die mit Karnevalsorden behängt waren.
  • Accept hatten ihre Bühnenshow derart penibel ausgearbeitet, dass man sie auch als „Heavy-Metal-Männerballet“ bezeichnete.
  • Das Cover von „Deathrow“ orientierte sich an einem tatsächlichen Fall, der in den USA passiert war. Die abgedruckten Daten der betroffenen Person sind identisch.

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[12]
Restless and Wild
  UK 98 07.05.1983 (2 Wo.)
Balls to the Wall
  DE 59 30.01.1984 (1 Wo.)
  US 74 04.02.1984 (26 Wo.)
Metal Heart
  DE 13 04.03.1985 (17 Wo.)
  CH 14 17.03.1985 (5 Wo.)
  UK 50 30.03.1985 (1 Wo.)
  US 94 30.03.1985 (14 Wo.)
Kaizoku-Ban
  DE 50 27.01.1986 (7 Wo.)
  UK 91 15.02.1986 (1 Wo.)
Russian Roulette
  DE 5 17.03.1986 (12 Wo.)
  CH 23 30.03.1986 (3 Wo.)
  UK 80 03.05.1986 (1 Wo.)
  US 114 17.05.1986 (9 Wo.)
Eat the Heat
  DE 15 24.04.1989 (10 Wo.)
  US 139 24.06.1989 (9 Wo.)
Objection Overruled
  DE 17 15.02.1993 (12 Wo.)
  CH 22 28.02.1993 (4 Wo.)
Death Row
  DE 32 17.10.1994 (9 Wo.)
Predator
  FI 27 03/1996 (3 Wo.)
  DE 56 29.01.1996 (7 Wo.)
  CH 49 28.01.1996 (3 Wo.)
Blood of the Nations
  DE 4 03.09.2010 (5 Wo.)
  FI 9 35/2010 (3 Wo.)
  AT 19 03.09.2010 (2 Wo.)
  CH 15 05.09.2010 (3 Wo.)
  US 187 02.10.2010 (1 Wo.)
Stalingrad
  DE 6 20.04.2012 (… Wo.)
  AT 32 20.04.2012 (… Wo.)
  CH 17 22.04.2012 (… Wo.)
  US 81 28.04.2012 (… Wo.)

Studioalben[Bearbeiten]

Livealben und Compilations[Bearbeiten]

  • 1982: Nacht der Wölfe (Soundtrack zum Spielfilm)
  • 1983: Midnight Highway (Compilation)-USA „PVC“
  • 1983: Best of Accept/Deutschland „Metronome“
  • 1984: Metal Masters - Accept und I'm a Rebel als Doppel LP
  • 1984: Metal Masters - I'm a Rebel und Breaker als Doppel LP
  • 1985: Kaizoku-Ban / Live in Japan (Live) (Deutschland *50 England * 91)
  • 1985: Best of Accept + Two Live - Special Bonus Edition
  • 1986: Demon's Night - 3-LP Box und den Alben Accept, I'm a Rebel und Restless and Wild
  • 1987: Hungry Years (Compilation)
  • 1988: Metal Masters (Compilation)
  • 1989: That’s Original (Im a Rebel – Breaker)- UK
  • 1990: Staying A Life (Live)
  • 1990: The Collection (Compilation)
  • 1992: No Substitutes (Compilation)
  • 1994: Restless – The Best (Compilation)
  • 1997: All Areas – Worldwide (Live)
  • 1998: The Final Chapter (Live, in Japan und USA veröffentlicht, in allen anderen Ländern als All Areas – Worldwide)
  • 2000: Hot and Slow – Classics, Rockers 'n' Ballads (Compilation)

Singles und EPs[Bearbeiten]

  • 1979: Lady Lou/Seawinds
  • 1979: Lady Lou – mit Label-Info 4-1979
  • 1980: I'm a Rebel/No Time To Lose
  • 1980: Burning/Down § Out – Deutschland
  • 1980: Breaker/Breaking Up Again -(Japan only)
  • 1984: Balls to The Wall/Losing more than you have ever had (Single)- UK
  • 1984: Balls to the Wall (Extended Version Maxi)-gleiche Spiellänge wie Single!
  • 1984: Balls to the Wall (Promo Maxi)-USA
  • 1985/9: Balls to the Wall – Live -disk-flex für Erstauflage chrash
  • 1983: Restless and Wild / Fast as a Shark Maxi – UK
  • 1984: Love Child/London Leatherboys (Promo Maxi)-USA
  • 1985: Midnight Mover/Wrong Is Right (Single)-Deutschland
  • 1985: Midnight Mover – 4 Song – Maxi mit London Leatherboys Live Song – UK; in Japan unter den Titel London Leatherboys in veränderter Form!
  • 1985: Midnight Mover mit extra Textinlay – Single-Japan
  • 1985: Midnight Mover/Screaming for a Love Bite (Promo Single)-USA "Accept THIS FREE "on front
  • 1985: Metal Heart/Screaming for a love bites – Single (Japan)
  • 1985: Screaming for a love bite/A und B-Seite – Promosingle – UK
  • 1985: Screaming for a love bite/Wrong is right- (Single)- Frankreich
  • 1985: Kaizoku-Ban (Live EP)
  • 1986: Monsterman/Another Second To Be - Heaven Is Hell (Promomaxi)
  • 1986. It’s Hard To Find A Way/ A und B-Seite (Promomaxi)
  • 1989: Generation Clash/Single
  • 1989: Generation Clash/Maxi mit Bounussong
  • 1993: All or Nothing/ Single CD mit Bounussong
  • 1993: I dont wanna be like you/Single CD
  • 1994: Bad Habits Die Hard (Promo Maxi)
  • 1996: Hard Attack
  • 2002: Rich and Famous
  • 2010: The Abyss (7" Version)
  • 2012: Stalingrad

Videos und DVDs[Bearbeiten]

  • 1982: Demon’s Night (3LP Set)
  • 1990: Staying a Life (VHS)
  • 1995: Accept Box (3 CDs – France)
  • 2002: Metal Blast from the Past (DVD)

Erläuterungen / Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Newsflash
  2. Video U.D.O. Video Interview on www.metalzone.gr van metalzone.gr – MySpace Video. Vids.myspace.com. 8. Juni 2009. Abgerufen am 5. Juli 2010.
  3. Nuclear Blast OnlineShop. Nuclearblast.de. Abgerufen am 5. Juli 2010.
  4. a b Nuclear Blast OnlineShop. Nuclearblast.de. Abgerufen am 5. Juli 2010.
  5. Nuclear Blast OnlineShop. Nuclearblast.de. Abgerufen am 5. Juli 2010.
  6. Accept | Home. Acceptworldwide.com. Abgerufen am 5. Juli 2010.
  7. Accept killt Twitter
  8. I'm a Rebel: Accept: Music. Amazon.com. Abgerufen am 5. Juli 2010.
  9. AC/DC – I'm a rebel. Crabsodyinblue.com. Abgerufen am 5. Juli 2010.
  10. AC/DC: I'm A Rebel, original version, ac dc. En.allexperts.com. 9. September 2007. Abgerufen am 5. Juli 2010.
  11. Details zum Soundtrack
  12. Quellen Chartplatzierungen: DE / AT / CH / UK / US, abgerufen am 22. Oktober 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Accept – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien