Acedia

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Allegorie der Acedia mit störrischem Esel (Comburg, 1715)

Die Acedia [ake:d'ia] (latinisiert aus griech. ἀκήδεια ‘Sorglosigkeit, Nachlässigkeit, Nichtsmachenwollen‘ von κῆδος ‘Sorge’) ist nach theologischer Lehre eine der sieben Wurzelsünden oder Hauptlaster. Ein deutschsprachliches Äquivalent ist schwer zu finden, der Begriff der „Trägheit des Herzens“ dürfte aber dem gemeinten wesentlich näher kommen als der häufig herangezogene Begriff der Faulheit. Zur Acedia gehört auch ein Gemütszustand innerhalb des Bedeutungshofs der Traurigkeit, der Melancholie und des Überdrusses.

Die sechs „Töchter“ der Acedia (filiæ acediæ) sind nach Gregorius bei St. Thomas von Aquin[1]:

  • malitia (Bosheit)
  • rancor (Groll, Auflehnung)
  • pusillanimitas (Kleinmütigkeit)
  • desperatio (Verzweiflung)
  • torpor circa præcepta (stumpfe Gleichgültigkeit gegenüber den Geboten bzw. Vorschriften)
  • vagatio mentis circa illicita (Schweifung des Geistes in Richtung des Unerlaubten)[2]

Der deutsche Philosoph Josef Pieper sah den Tenor der Acedia-Lehre darin, dass „der Mensch sich dem Anspruch versage, der mit seiner eigenen Würde gegeben ist (...), daß der Mensch seinem eigenen Sein letztlich nicht zustimmt.“[3]

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Zitatnachweis

  1. Summa theologica IIa-IIæ q.35 art.4 ad 2
  2. So das Zitat; die von St. Thomas selber weiter unten in seiner Diskussion der Gregorius-Stelle (ib. ad 3) benutzte Form ist evagatio mentis […] ‘Ausschweifung des Geistes […]’.
  3. Josef Pieper: Muße und Kult, München 1948, S. 48
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