Achaios aus Eretria

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Achaios aus Eretria (* um 484 v. Chr.; † vor 406 v. Chr.) war ein griechischer Tragödiendichter, von dem nur wenige Fragmente erhalten sind.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Über sein Wirken sind wir nur aus vereinzelten Angaben bei Athenaios sowie durch eine Vita der byzantinischen Suda (10. Jahrhundert) unterrichtet. Laut Suda hieß sein Vater Pythodoros oder Pythorides; er wurde während der 76. Olympiade, also um 484 v. Chr. geboren und war damit um einiges jünger als seine Zeitgenossen Sophokles und Euripides. Zur 83. Olympiade (um 454 v. Chr.) trat er zum ersten Mal in Athen mit einem Stück auf und konkurrierte mit Euripides. Er soll im Verlauf seiner Karriere nur einen Sieg im Tragödienwettstreit davongetragen haben. Er muss vor der Aufführung der Frösche des Aristophanes gestorben sein, da er unter den dort aufgezählten noch lebenden Tragödienschreibern nicht erwähnt wird.

Über die Zahl seiner Stücke gibt lediglich die Suda Auskunft: Er soll 44, 30 oder 24 Stücke geschrieben haben, also elf, acht oder sechs Tetralogien. Seine Stücke müssen sich bis in die hellenistische Zeit erhalten haben, wo Achaios neben Ion von Chios und Iophon in die „zweite Liga“ der attischen Tragiker (hinter Aischylos, Sophokles und Euripides) eingereiht wurde. Nur 19 Titel sind uns heute bekannt, von denen mindestens sechs, wahrscheinlich zehn Satyrspiele sind. Dieser Schwerpunkt macht das Urteil des Philosophen Menedemos von Eretria verständlich, dass Achaios im Satyrspiel nur Aischylos nachstehe.

Die Wirkungsgeschichte des Achaios lässt sich nur bruchstückhaft rekonstruieren. Der Komödienschreiber Aristophanes hat ihn nachweislich einmal parodiert, sein Kollege Euripides soll eine Sentenz von ihm übernommen haben, der Grammatiker und Philologe Didymos Chalkenteros verfasste nach der Nachricht des Athenaios einen Kommentar zu seinen Dramen.

Bekannte Stücke[Bearbeiten]

Die Fragmente werden nach den Seitenzahlen und der fortlaufenden Nummerierung der Tragicorum Graecorum Fragmenta, 2. Auflage, Leipzig 1889 von August Nauck zitiert. Die erste Fragmentsammlung zu Achaios lieferte Ludwig von Urlichs in seiner Dissertation Achaei Eretriensis quae supersunt (Bonn 1834).

Titel Gattung Stoff Fragmente
Ἄδραστος Tragödie Adrastos 746/1
Αἴθων Satyrspiel Aithon, vermutlich über Odysseus oder Erysichthon 747–749/6–11
Ἀλκμέων Satyrspiel Alkmaion 749–750/12–15
Ἀλφεσίβοια Tragödie Alphesiboia 750/16
Ἆθλα/Ἆθλοι Satyrspiel (?) „Die Wettkämpfe/r“ 746–747/3–4
Ἀζᾶνες Tragödie Azan 746/2
Ἐργῖνος Tragödie Erginos keine
Ἥφαιστος Satyrspiel Hephaistos 750/17
Ἴρις Satyrspiel Iris 751–752/19–23
Κύκνος Satyrspiel (?) „Der Schwan“ 752/24–25
Λίνος Satyrspiel Linos 752–753/26
Μοῖραι Satyrspiel (?) „Die Moiren 753/27–28
Μῶμος Satyrspiel (?) Momos 753–754/29
Οἰδίπους Tragödie Ödipus 754/30–31
Ὀμφάλη Satyrspiel Omphale 754–755/32–35
Περίθοος Tragödie Peirithoos 755/36
Φιλοκτήτης Tragödie Philoktet 755–756/37
Φρίξος Tragödie Phrixos 756/38
Θησεύς Tragödie Theseus 751/18

Literatur[Bearbeiten]