Acharnes

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Gemeinde Acharnes
Δήμος Αχαρνών (Αχαρνές)
Acharnes (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Attika
Regionalbezirk: Ostattika
Geographische Koordinaten: 38° 6′ N, 23° 45′ O38.092523.7425Koordinaten: 38° 6′ N, 23° 45′ O
Fläche: 149,03 km²
Einwohner: 105.401 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 707,2 Ew./km²
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Acharnes
Sitz: Acharnes
LAU-1-Code-Nr.: A20500
Gemeindebezirke: 2 Gemeindebezirke
Ortschaften: 2
Postleitzahlen 13671 - 13679f7
Website: www.acharnes.gr
Lage in der Region Attika
Datei:2011 Dimos Acharnon.png

f9f8

Acharnes (neugriechisch Αχαρνές (f. pl.), altgriechisch Ἀχαρνάι, Acharnai) ist eine griechische Stadt und eine Gemeinde in Attika.

Lage[Bearbeiten]

Acharnes befindet sich am Fluss Kifisos etwa zwölf Kilometer nördlich des Stadtzentrums Athens. Im Norden von Acharnes befindet sich der 1412 m hohe Parnitha (Parnes).

Geschichte[Bearbeiten]

In der Antike war Acharnes Zentrum des gleichnamigen größten attischen Demos. Es war der einzige Demos der Mesogeia-Trittys der Phyle Oineis und stellte 22 Buleutai (Mitglieder des Rats). Nach Thukydides befand sich Acharnes 60 Stadien – bei oder südwestlich von Menidi – von Athen entfernt. Die genauen Grenzen sind heute umstritten. Auch die von Thukydides überlieferte Zahl von 3.000 Hopliten – wohl eine 1.000 Hopliten bedeutende Verschreibung – muss als falsch angesehen werden. Das würde auch der normalen Relation von 42 Vollbürgern je Buleutes entsprechen.

Bei Lykopetra, südlich von Menidi, fand sich ein mykenisches Kuppelgrab, in Nemesis eine bronzezeitliche Siedlung. Die für einen Demos dieser Größe zu erwartenden Einzelsiedlungen aus klassischer Zeit konnten bisher ebenso wenig gefunden werden, wie das Demenzentrum auf dem Gerovuno. Neben Landwirtschaft – Öl und Wein – gab es Kohlenbrennereien in den Wäldern des Parnes. Der Demos war von Bewässerungsanlagen umgeben.

Das Territorium war mehrfach Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen. 431 v. Chr. wurde das Land von den Spartanern verheert, 404 v. Chr. fand hier der Kampf von Thrasybulos gegen die „30 Tyrannen“ statt.

Nach Pausanias beherbergte Acharnes viele Kulte, darunter zwei Kulte der Athene.[2] Eine weitere Kultstätte, von der lange angenommen wurde, dass sie der ursprüngliche Standort des Arestempels auf der Athener Agora war,[3] ist durch Inschriften belegt.

Der Nachweis eines „Theaters von Acharnes“ gelang im Jahre 2007. Bisherige Vermutungen seiner Existenz basierten in der Forschung auf der nicht ganz eindeutigen Ergänzung einer Inschrift.[4] Der Ephebeneid Lykurgs und der Eid der Athener vor der Schlacht von Plataiai wurden im Heiligtum von Ares und der Athene Areia aufbewahrt.

Acharnes heute[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat offiziell den antiken Namen Acharnai beibehalten, daneben ist die neugriechische Bezeichnung Acharnes verbreitet, ebenso der Name Menidi (griechisch Μενίδι). 1981 wurden in der Stadt 41.068 Einwohner gezählt, 1991 59.658. Die Stadt verfügt über ein Gymnasium und eine Sporthalle sowie verschiedene Post- und Bankfilialen. Es ist verkehrstechnisch an das Nahverkehrssystem des Großraums Athen angeschlossen und wird von den Europastraßen 75 (nach Thiva) und 94 (nach Korinth) berührt. Außerdem verfügt die Stadt über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Athen–Thessaloniki.

Für die Olympischen Spiele 2004 wurde auf dem Gemeindegebiet am Fuße des Parnitha das olympische und paralympische Dorf auf einer Fläche von 1.240 Quadratmetern errichtet. Das olympische Dorf beherbergte während der olympischen Spiele 16.000 Athleten und Betreuer. Während der Paralympics waren 6.000 Personen in behindertengerecht ausgestalteten Gebäuden untergebracht. Nach Beendigung der olympischen Spiele Athen 2004 wurden die Gebäude dem sozialen Arbeiter-Wohnungsbau-Verband (OEK) zur Verfügung gestellt.

Anlässlich der Verwaltungsreform 2010 wurde die Nachbargemeinde Thrakomakedones eingemeindet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Pausanias 1, 31, 6
  3. John Travlos: Bildlexikon zur Topographie des antiken Attika. Wasmuth, Tübingen 1988, S. 1f.
  4. Inscriptiones Graecae II² 1206.

Weblinks[Bearbeiten]