Achill Island

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Achill Island
Satellitenkarte
Satellitenkarte
Gewässer Atlantischer Ozean
Inselgruppe Britische Inseln
Geographische Lage 53° 58′ N, 10° 0′ W53.964722222222-9.9941666666667688Koordinaten: 53° 58′ N, 10° 0′ W
Achill Island (Irland)
Achill Island
Fläche 146 km²
Höchste Erhebung Croaghaun
688 m
Einwohner 2569 (2011[1])
18 Einw./km²
Hauptort Gob an Choire (Achill Sound)

Die Insel Achill Island (irisch Acaill; Oileán Acla) liegt in der Grafschaft Mayo und ist mit 146 km² die größte Insel Irlands. Auf Achill Island leben 2.569 Menschen (Stand: 2011). Rund 87 Prozent der Insel sind von Torfmooren bedeckt. Die Insel ist über die Michael Davitt Bridge (bei der Ortschaft Achill Sound im Osten der Insel) mit dem Festland der Curraun-Halbinsel verbunden.

In der Vergangenheit wurden einige Versuche unternommen, die Industrie auf der Insel voranzutreiben, aber bis heute ist der Haupteinnahmezweig der Tourismus, der sich zwischen 1960 und 1970 entwickelt hat. Das Gaelic Football-Feld der Insel sowie eine Secondary School liegen auf dem Festland nahe der Ortschaft Polranny.

Geschichte[Bearbeiten]

Neolithisches Grab auf Achill Island
Crannóg Dookinella auf Achill Island

Man geht davon aus, dass zwischen 4.000 und 3.000 v. Chr. etwa 500 bis 1.000 Menschen auf Achill Island gelebt haben. Aus späterer Zeit stammt ein Ruder, das in der Nähe des Crannógs von Dookinella gefunden wurde. Bevor die neolithischen Siedler mit dem Ackerbau begannen, dürfte Achill Island überwiegend von Wäldern bedeckt gewesen sein. Während der Eisenzeit nahm die Besiedlung der Insel zu - kleine Befestigungen an den Küsten stammen aus dieser Zeit.

Grace O’Malley unterhielt im 16. Jahrhundert eine Burg bei Kildownet auf der Insel. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es aufgrund von politischen und religiösen Problemen eine große Migration aus Irland (vor allem aus Ulster) nach Achill Island.

Durch diese Zuwanderung wurden im 19. Jahrhundert zwei Dialekte auf Achill Island gesprochen, was dazu führte, dass bei der Volkszählung von 1824 die Orte mit zwei verschiedenen Namen aufgeführt wurden. Auch heute findet man auf Karten noch verschiedene Namen einzelner Orte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Keel East ist eine Megalithanlage, die während des 4. und 3. Jahrtausends v. Chr. im Neolithikum auf Achill Island errichtet wurde.

Keem Bay[Bearbeiten]

Keem Bay

Trotz der Entwicklung in den letzten 40 Jahren hat sich die Insel ihre raue Schönheit bewahrt. Keem Bay im äußersten Westen nahe Achill Head gilt als einer der schönsten Strände Irlands. Über eine kurvenreiche Abfahrt erreicht man ihn. Er liegt eingebettet zwischen 198 m und 450 m hohen Hügeln und wird auch zum Surfen genutzt. Die Landspitze südlich von Keem Bay endet im Moytoge Head, auf dem noch heute eine britische Wachstation aus dem Ersten Weltkrieg steht, mit dem man Waffenlieferungen an die IRA unterbinden wollte.

Wer einen Blick auf die höchsten, noch nicht vom Fremdenverkehr erschlossenen Klippen Europas (Cliffs of Croaghaun) werfen möchte, muss den recht steilen Aufstieg (ohne ausgewiesene Wege) auf den grasbewachsenen Achill Head auf sich nehmen.

Klippen am Achill Head im äußersten Westen der Insel

Atlantic Drive[Bearbeiten]

Der Atlantic Drive im Süden und Westen der Insel bietet viele eindrucksvolle, teilweise sehr windanfällige Aussichtspunkte auf die Insel, auf Buchten und die Brandung des Atlantiks, wie beispielsweise bei Camport Bay, einer südöstlich von Dumha Éige/Dooega gelegenen Bucht.

Deserted Village[Bearbeiten]

Zwei Häuser des Deserted Village

Das Ruinendorf Deserted Village liegt im Norden an den Ausläufern des 671 m hohen Slievemore. Es wurde im 19. Jahrhundert infolge der großen Hungersnot in Irland (1845–1849) verlassen. Die noch erhaltenen Mauern des rund 100 Steinhäuser umfassenden Dorfes geben einen kleinen Einblick in die damaligen Lebensbedingungen der irischen Landbevölkerung. Neue Untersuchungen legen jedoch nahe, dass das Dorf lediglich im Sommer im Rahmen der Transhumanz genutzt wurde – im Herbst kehrten die Bewohner mit ihrem Vieh in die Gebiete nahe dem Ozean (wie Dooagh oder Pollagh) zurück. Westlich des Dorfes befindet sich ein alter britischer Genueserturm, der als Wachturm gegen eine französische Invasion genutzt wurde. In der Gegend befindet sich das 5.000 Jahre alte neolithische Court tomb Doogort West und die Heilige Quelle von Keel East. Der Crannóg von Loughannascaddy ist nur vier Kilometer entfernt.

Achillbeg[Bearbeiten]

Achillbeg (irisch: Acaill Beag, deutsch: Klein-Achill) ist eine kleine Insel südlich von Achill Island. 1965 wurden sämtliche Bewohner von Achillbeg nach Achill Island sowie die umliegende Gegend auf dem Festland umgesiedelt. Die größte Siedlung befand sich im Zentrum der Insel, umrahmt von zwei Bergen im Norden und Süden der Insel. Auf Achillbeg gibt es einige Ferienwohnungen, die jedoch nur selten bewohnt sind. Achillbeg erreicht man nur über den Seeweg und nach vorheriger Vereinbarung von Cloghmore aus.

An der Südspitze von Achillbeg befindet sich ein Leuchtturm, der 1965 errichtet wurde.

Achill-henge[Bearbeiten]

Als Achill-henge wird ein massiver runden Betonbau aus 30 etwa vier Meter hohen Säulen mit mehr als 100 m Umfang bezeichnet, der an Stonehenge erinnert. Er wurde im November 2011 durch den lokalen Bauunternehmer und Aktivist Joe McNamara als Grabmal für den Keltischen Tiger erbaut.[2] Da keine Planungsgenehmigung für die Struktur existierte, wurde er mittlerweile verurteilt, den Bau wieder zu entfernen,[3] was im September 2012 jedoch noch nicht passiert war.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Obwohl es eine Reihe von Versuchen gab, kleinere Industriebetriebe anzusiedeln, basiert die Wirtschaft noch heute großteils auf dem Tourismus, der sich in den 1960er und 1970er stark entwickelt hatte. Während des 19. und 20. Jahrhunderts erhielten Bewohner von Achill Island eine Subvention, wenn sie und ihre Familien trotz Arbeit im Ausland auf Achill Island wohnen blieben, um diese abgelegene Region zu stärken. Durch den Wirtschaftsaufschwung in Irland ergaben sich mehr Möglichkeiten, auf der Insel oder im nahen Umfeld Arbeit zu finden. Landwirtschaft und Viehzucht (vor allem Schafe) spielt wegen der Verbreitung der Torfmoore auf der Insel nur eine untergeordnete Rolle und lohnt sich auch nur wegen EU-Subventionen.

Auch die Fischerei, einst ein signifikanter Teil der Wirtschaft, verliert immer mehr an Bedeutung, wobei die Insel in der Vergangenheit unter Haifischern sehr berühmt war. Vor allem der Riesenhai wurde hier wegen seines Trans gejagt.

Auf der Insel gibt es folgende größere Siedlungen: Achill Sound, Keel, Dooagh, Dooega, Doogort, Cashel, Dooniver und Bunacurry

Berühmte Besucher[Bearbeiten]

Der Maler Paul Henry (1877–1958) lebte von 1910 bis 1919 auf der Insel. Einige seiner wichtigsten Werke, vor allem Landschaftsmalereien, entstanden hier.

Auch Heinrich Böll besuchte in den 1950er und 1960er Jahren die Insel in seinen Urlauben. Das Irische Tagebuch ist in dieser Zeit entstanden. Böll kaufte 1958 ein Haus auf der Insel, das heute von der ortsansässigen Achill Heinrich Böll Association Künstlern zur Verfügung gestellt wird, um dort zu arbeiten. Eine Besichtigung dieses Hauses ist ausdrücklich nicht gestattet, um den jeweiligen Stipendiaten nicht zu stören. - Das Ruinendorf Deserted Village hat Böll in Kapitel 5 („Skelett einer menschlichen Siedlung“) des Irischen Tagebuchs beschrieben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jonathan Beaumont: Achillbeg – The Life of an Island. Oakwood Press, 2005, ISBN 0-85361-631-0
  • Theresa McDonald: Achill Island – Archaeology, History, Folklore. IAS Publications, 1997 (Neuauflage 2006)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Achill Island – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Table No. 11 Population of inhabited Islands off the coast, 2006 and 2011. In: Central Statistics Office (Hrsg.): Population Classified by area. Dublin 2012, S. 132-133 (PDF-Datei; 3,64 MB)
  2. The Mayo News: Anglo Avenger’s Achill antics vom 29. November 2011.
  3. The Mayo News: Anglo Avenger ordered to take down Achill-henge vom 15. März 2012.
  4. The Journal: Achillhenge still standing, despite court order vom 9. September 2012.