Achille Mbembe

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Achille Mbembe (* Juli 1957 in Malandè bei Otélé im Zentrum Kameruns) ist ein kamerunischer Politikwissenschaftler und Theoretiker des Postkolonialismus.

Leben[Bearbeiten]

Mbembe wurde in einem Internat der Dominikaner unterrichtet, bevor er 1978 ein Studium an der Universität Yaoundé, in der Hauptstadt Kameruns, aufnahm. Während der Schul- und der Studienzeit war er für die Jeunesse estudiante chrétienne (JE) unter anderem als Verantwortlicher bei der Zeitschrift der Bewegung Au Large zuständig. Die Zeiten während des Studiums waren nicht nur von Streiks gegen die autoritären Regimes der Präsidenten Kameruns Ahmadou Ahidjo bis 1982 und dessen Nachfolger Paul Biya unterbrochen, sondern sie ließen Mbembe auch ganz Kamerun einschließlich des englischsprachigen Westens und des muslimischen Nordens kennenlernen. Dort nahm er an Alphabetisierungskampagnen für die ländliche Bevölkerung, besonders in der Nähe von Maroua, dem großen Handelszentrum in Norden Kameruns, teil. Weitere Reisen führten Mbembe zum Beispiel in das Tansania von Präsident Julius Nyerere und machten ihn mit dem dortigen Sozialismus bekannt.

Studien und Lehrtätigkeit im Ausland[Bearbeiten]

Mbembe studiert ab 1982 Geschichte an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne und promovierte dort im Jahre 1989 im Fach Geschichte. Seine Ausbildung schloss er am Institut d'études politiques de Paris mit dem Diplôme d'études approfondies (DEA) ab. In seinen Pariser Jahren publizierte Membe oft in der linken Presse, so zum Beispiel in Le Monde diplomatique. Jean-François Bayart wurde in diesen Jahren sein geistiger Mentor und öffnete die Zeitschrift Politique africaine für seine Ideen z. B. für eine Politik von unten.

Danach ging er 1986 für drei Jahre als Assistent an die Columbia University in New York. Es folgten eine einjährige Tätigkeit in Washington, D.C. an der Brookings Institution bevor er an der University of Pennsylvania in Philadelphia, Pennsylvania, ging. Dort war er 1996 ein Fellow der MacArthur Foundation. An der University of California, Berkeley, der Yale University in New Haven, Connecticut und der Duke University in Durham, North Carolina unterrichtete er zeitweilig während seines Aufenthalts in den USA.

Tätigkeiten in Afrika[Bearbeiten]

1996 wurde Mbembe an den in Dakar, Senegal ansässigen Council for the Development of Social Science Research (CODESRIA) gerufen. Er verließ diese Einrichtung im Jahre 2000 enttäuscht über die inneren ideologischen Grabenkämpfe.

Nach einem Jahr Sabbatical bei Berkeley erschien sein bisher bedeutendstes Werk 2000 in französischer Sprache und in Englisch 2001 On the Postcolony bei der University of California Press. Im gleichen Jahr begann er seine Tätigkeit am neu eingerichteten Institute of Social and Economic Research (WISER) an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg in Südafrika.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 1985: Les Jeunes et l'odre politique en Afrique noire. Éditions L'Harmattan, Paris, ISBN 2-85802-542-5 (formal falsche ISBN).
  • 1988: Afriques indociles. Christianisme, pouvoir et État en société postcoloniale. Karthala, Paris.
  • 1996: La naissance du maquis dans le Sud-Cameroun, 1920-1960: histoire des usages de la raison en colonie. Karthala, Paris.
  • 1999: Du governement privé indirect. CODESRIA, Dakar, Senegal.
    • 2000: On Private Indirect Government. CODESRIA, Dakar, Senegal. (englische Ausgabe von Du governement privé indirect)
  • 2000: De la postcolonie. Essai sur l'imagination politique dans l'Afrique contemporaine. Karthala, Paris. (2. revidierte Auflage: 2005)
  • 2010: Sortir de la grande nuit. Essai sur l'Afrique décolonisée. Éditions la Découverte, Paris. ISBN 978-2-7071-6670-8.
    • 2011: Sortir de la grande nuit. Essai sur l'Afrique décolonisée. Éditions la Découverte, Paris. ISBN 978-2-7071-6940-2. (als E-Book)
Mitarbeit
  • 2008: mit Jean-François Bayart u.a.: L'Afrique de Sarkozy. Éditions Karthala, Paris.
Mitherausgeber
Vorwort in

Weblinks[Bearbeiten]