Achterwehrer Schifffahrtskanal
54.3337328331649.9679040908813Koordinaten: 54° 20′ N, 9° 58′ O
| Achterwehrer Schifffahrtskanal | |
|---|---|
| Lage | Deutschland Schleswig-Holstein Kreis Rendsburg-Eckernförde Amt Achterwehr |
| Länge | 2,94 km[1] |
| Erbaut | 1913 |
| Klasse | nicht klassifiziert[2] |
| Beginn | Obere Eider |
| Ende | Nord-Ostsee-Kanal (km 85,63)[1] |
| Schleusen | Strohbrück (2001 stillgelegt) |
| Häfen | Flemhude |
| Abzweigungen, Kreuzungen | Flemhuder Au Melsdorfer Au |
| Kilometrierung | km 0,18 (NOK)[1] bis km 3,12 (Eider)[1] |
| Schleusenkammer Strohbrück, Blick nach Süden zum Oberhaupt mit Klapptor, 2009 | |
Der Achterwehrer Schifffahrtskanal (AwK) ist ein etwa drei Kilometer langer Stichkanal im Amt Achterwehr im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Er verbindet seit 1913 die Eider mit dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) und gehört als Bundeswasserstraße[3] zum NOK. Auf ihm gilt auch die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Im Zuge des Ausbaus des Eiderkanals zum Nord-Ostsee-Kanal (1887–1895) kam es zu einer Absenkung des Wasserspiegels des Flemhuder Sees um etwa sieben Meter. Um ein Absinken des Grundwasserspiegels im Umland zu verhindern, plante man einen Ringkanal um das Seegebiet, in dem der ursprüngliche Wasserspiegel von NN+6,50 m gehalten werden sollte. Wegen widriger Baugrundverhältnisse wurde er nur auf der Süd- und Ostseite realisiert und hatte Verbindung mit der Eider.
Durch Ablagerung von Baggerboden im Flemhuder See bei der Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals (1907–1914) verloren die Orte Achterwehr und Flemhude ihre schiffbare Verbindung mit dem NOK. Als Ersatz wurde der östliche Teil des Ringkanals als Achterwehrer Schifffahrtskanal mit zwölf m Sohlenbreite und 3 m Wassertiefe ausgebaut und bis zum NOK verlängert. An der Zufahrt vom NOK konnte der Höhenunterschied von rund sieben m durch die Schleuse Strohbrück mit 40 m Nutzlänge und acht m Breite überwunden werden.
Die Obereider, die bisher in den Flemhuder See mündete, wurde in den Achterwehrer Schifffahrtskanal geleitet und fließt, verstärkt durch die Bäche Flemhuder Au und Melsdorfer Au, östlich der Schleuse durch einen Wehrarm über ein Wehr in den Nord-Ostsee-Kanal. Neben dem Wehr wird ein Kraftwerk betrieben.
[Bearbeiten] Nutzung
In den ersten Jahrzehnten wurde der Kanal von der gewerblichen Schifffahrt intensiv genutzt, besonders für Getreidetransporte. Mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft und im Transportwesen verlor die Wasserstraße an Bedeutung. Sie diente dann fast nur noch dem wassersportlichen Freizeitverkehr.
Im Jahr 2001 wurde die Schleuse aufgrund hoher Kosten für eine dringend anstehende Sanierung außer Dienst gestellt. Das Untertor (Stemmtor) ist außer Betrieb und geöffnet, so dass der Kammerwasserspiegel dem des NOK entspricht. Das Obertor (Klapptor) ist geschlossen und sperrt die Schleuse gegen den Achterwehrer Schifffahrtskanal ab. Damit ist eine Verbindung vom und zum NOK nicht mehr möglich. Dennoch gibt es einen regen Freizeitbetrieb auf dem AwK durch Paddler und Angler. Die Schleusenanlage ist aus Sicherheitsgründen mit einem hohen Zaun umgeben. Fußgänger und Radfahrer können den Kanal über eine Brücke, die über das Unterhaupt der Schleuse führt, passieren. Diese Brücke war ursprünglich als Rollbrücke ausgebildet, damit Schiffe mit hohen Masten die Schleuse benutzen konnten.
[Bearbeiten] Landschaftsschutzgebiet
Die Landzunge Flemhuder See / Ringkanal ist ein Landschaftsschutzgebiet von 34,7 Hektar Größe.[4]
[Bearbeiten] siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b c d Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
- ↑ ELWIS, Zuordnung der dem allgemeinen Verkehr dienenden Binnenwasserstraßen des Bundes zu den Wasserstraßenklassen
- ↑ Verzeichnis E, Lfd.Nr. 38 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
- ↑ Landesregierung Schleswig-Holstein: Liste der bestehenden Landschaftsschutzgebiete. Abgerufen am 13. Juni 2011.
[Bearbeiten] Literatur
- M. Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen. DSV-Verlag, 1998
- Rainer Lagoni: Nord-Ostsee-Kanal 1895–1995: Festschrift. Wachholtz, Neumünster 1995, ISBN 3-529-05319-8